Anlage Vorsorgeaufwand: Extra Formular für die Vorsorgebeiträge

Steuererklärung 2011 Special

Versicherungs­beiträge insbesondere zur Renten- und Krankenkasse kommen in die Anlage Vorsorgeaufwand.

Alters­vorsorge. Anerkannt sind Beiträge für die gesetzliche Rentenkasse, berufliche Versorgungs­werke und Rürup-Verträge – maximal 20 000 Euro (Ehepaare 40 000 Euro). Die Beiträge müssen Arbeitnehmer in der Anlage Vorsorgeaufwand Zeilen 4 bis 10 eintragen. Da der Chef in der Lohn­steuer­rechnung bereits die Vorsorgepauschale abge­zogen hat, wirken sich steuerlich häufig nur noch Rürup-Beiträge aus. Achtung: Riester-Sparer müssen den Riester-Sonder­ausgaben­abzug in der Anlage AV beantragen.

Kranken­versicherung. Das Finanz­amt erkennt die Basisbeiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung voll an, inklusive der für den Ehepartner oder gesetzlichen Lebens­partner und Kinder, für die es Kinder­geld gibt. Arbeitnehmer über­nehmen die Angaben aus ihrer Lohn­steuer­bescheinigung Zeile 26, 27 (eintragen in Zeile 12). Auch die Zusatz­beiträge sind anerkannt, die einige gesetzlich Versicherte 2011 zahlen mussten (Zeile 13). Rentner können die Angaben aus der Bescheinigung ihres Renten­versicherers über­tragen.

Andere Versicherungen. Beiträge für Zusatz­leistungen in der privaten Kranken­versicherung, für Haft­pflicht-, Berufs­unfähigkeits-, Risiko­lebens-, Kapital­lebens- und Arbeits­losen­versicherungen bringen nur etwas, wenn eigene Ausgaben für die Grund­versorgung der Kranken- und Pflege­versicherung weniger als 1 900 Euro im Jahr betragen (2 800 Euro bei Selbst­ständigen und Nicht­berufs­tätigen ohne Beihilfe­anspruch). Ein lediger Angestellter hat mit 21 000 Euro Jahres­gehalt schon die 1 900-Euro-Grenze erreicht, ein verheirateter Allein­verdiener mit Kindern mit rund 43 150 Euro Gehalt im Jahr.

Tipp: Als Gering­verdiener, Rentner oder Pensionär sollten Sie alle Ihre Versicherungs­beiträge angeben. Das Finanz­amt muss von sich aus im Steuer­bescheid prüfen, ob der bis 2004 gültige Versicherungs­abzug für Sie güns­tiger ist als der heutige. Maximal zieht es 2011 nach der alten Regel 4 701 bei jedem ab. Den Höchst­betrag schöpfen Sie aus, wenn Sie mindestens 5 368 Euro (Ehepaare 10 736 Euro) Beiträge in der Anlage Vorsorgeaufwand nach­weisen. Die ersten 4 034 Euro (Ehepaare 8 068 Euro) sind voll anerkannt. Von den restlichen 1 334 Euro (Ehepaare 2 668 Euro) zählen 50 Prozent.

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