Hohe Werbungskosten bringen Steuer zurück

Arbeitnehmer, die mehr als 920 Euro Ausgaben für ihren Job im Jahr 2004 hatten, listen in der Anlage N ihre Werbungskosten detailliert auf.

Anlage N, Seite 1

Arbeitslohn. Übertragen Sie die Angaben von Ihrer Lohnsteuerkarte oder von der Lohnbescheinigung, wenn Ihr Arbeitgeber die Lohndaten elektronisch übermittelt hat.

Zeilen 1 bis 12

Abfindungen. Die Freibeträge wurden 2004 stark gekürzt. Abfindungen wegen betriebsbedingter Entlassung sind bis zu 7 200 Euro steuerfrei. Der Freibetrag erhöht sich auf 9 000 Euro für Arbeitnehmer, die 50 Jahre alt sind und mindestens 15 Jahre im Betrieb waren, auf 11 000 Euro, wenn sie 55 Jahre alt sind und 20 Jahre Betriebszugehörigkeit vorweisen.

Zeile 9

Aufwandsentschädigung. Das Geld für eine gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder Betreuer im Nebenjob bleibt bis zu 1 848 Euro im Jahr steuerfrei. Werbungskosten dafür wirken sich erst über 1 848 Euro aus.

Zeile 19

Anlage N, Seite 2

Arbeitsweg. Pauschal werden pro Arbeitstag für den Weg zur Arbeit je Kilometer Entfernung (einfache Strecke) 30 Cent anerkannt, maximal 4 500 Euro. Es zählt die kürzeste Straßenverbindung oder eine längere, verkehrsgünstigere Strecke.
Tipp: Fernpendler können die Pauschale auch über dem Höchstbetrag von 4 500 Euro geltend machen, wenn sie ganz oder teilweise mit dem Auto fahren – es darf ein geliehenes Auto sein (siehe Tabelle Weniger für den Weg zur Arbeit).

Zeilen 31 bis 41

Wechselnde Einsatzorte. Ist der Ort nicht mehr als 30 Kilometer von zu Hause entfernt, setzen Sie die Entfernungspauschale mit 30 Cent je Entfernungskilometer an. Ist er weiter als 30 Kilometer entfernt, setzen Sie Fahrtkosten für die ersten drei Monate wie bei einer Dienstreise (siehe unten) an, nach drei Monaten mit der Entfernungspauschale. Suchen Sie an einem Tag mehrere Einsatzorte auf, rechnen Sie die Fahrten wie bei Dienstreisen ab.

Zeilen 31 bis 41 und Zeilen 46, 47

Computer. Hat der PC mehr als 475,60 Euro gekostet, müssen Sie monatsgenau die Abschreibungsrate ermitteln. Haben Sie das Gerät zum Beispiel im Juli 2004 für 1 800 Euro gekauft, können Sie für 2004 300 Euro (6 x 50 Euro) ansetzen (1 800 Euro : 36 Monate Nutzungsdauer = 50 Euro monatliche Abschreibungsrate). Nutzen Sie den PC zu weniger als 90 Prozent beruflich, müssen Sie den privaten Nutzungsanteil abziehen.
Tipp: Haben Sie keine Aufzeichnungen, dürfen Sie 50 Prozent der Kosten ansetzen (BFH, Az. VI R 135/01).

Zeilen 43–44, Auf-teilung auf Extrablatt

Telefon. Entweder per Einzelnachweis oder pauschal 20 Prozent des Rechnungsbetrags (max. 20 Euro im Monat). Geben Sie jeweils drei Monate repräsentativ fürs ganze Jahr an.

Zeilen 43–44

Weitere Arbeitsmittel. Dinge wie Fachliteratur, die einzeln mit Umsatzsteuer nicht mehr als 475,60 Euro kosten, können Sie sofort abschreiben. Teurere Arbeitsmittel setzen Sie anteilig über die Nutzungsdauer verteilt monatsgenau an (siehe Computer).
Tipp: Auch die Computer-Arbeitsbrille können Sie abrechnen. Lehnt die Behörde ab, legen Sie Einspruch ein und verweisen auf das anhängige Verfahren beim Bundesfinanzhof (Az. VI R 50/03).

Zeilen 43 bis 44,
Details extra

Häusliches Arbeitszimmer. Anteil der Ausgaben für Miete (bei Eigentum: Gebäudeabschreibung plus Schuldzinsen), Betriebskosten, Hausratversicherung und Renovierung. Bis zu 1 250 Euro werden anerkannt, wenn – wie beim Lehrer für die Unterrichtsvorbereitung – für den Job kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht oder dort mindestens 50 Prozent der Arbeitszeit verbracht werden. Die Kosten zählen unbegrenzt, wenn die Arbeiten im Arbeitszimmer wesentlich und prägend für den Beruf sind.
Tipp: Berufstätige Ehepartner rechnen jeder ihren Kostenanteil bis zu 1 250 Euro ab. Das geht ab 2005 oft nicht mehr.

Zeile 45, Kostenaufteilung auf Extrablatt

Dienstreise. Dafür setzen Sie folgende Ausgaben an: Unterkunftskosten, Verpflegungspauschale (ab 8 Stunden Abwesenheit 6 Euro, ab 14 Stunden 12 Euro, 24 Stunden 24 Euro), Fahrtkosten per Einzelnachweis oder pauschal je Fahrkilometer zum Beispiel für Pkw-Fahrt 30 Cent (2 Cent Aufschlag pro Person, die aus beruflichem Anlass mitgefahren ist).

Zeilen 46–47, Details extra

Weiterbildung. Neben Kursgebühren können Sie Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte plus Verpflegungspauschale und Büromaterial steuerlich geltend machen.
Tipp: Auch die Kosten einer Promotion hat der Bundesfinanzhof unbegrenzt als vorweggenommene Werbungskosten für den späteren Beruf anerkannt (Az. VI R 96/01).

Zeilen 46–47, Details extra

Umzug. Hat sich der Arbeitsweg (Hin- plus Rückweg) mindestens um eine Stunde verkürzt, können Sie pauschal abrechnen: 550 Euro für einen Umzug bis 31. März 2004 (Ehepaar 1 099 Euro), 555 Euro für einen Umzug ab April (1 110 Euro), ab August 561 Euro (1 121 Euro). Die Pauschale steigt für jeden, der mitgezogen ist, um 242 Euro, ab Juli um 245 Euro, ab August um 247 Euro. Zudem zählen die Zweitmiete bis zu sechs Monate für die alte Wohnung oder bis zu drei Monate für die neue Wohnung und Transport- und Reisekosten.

Zeilen 46–47, Details extra

Doppelhaushalt. Führen Sie aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt, dürfen Sie dies ohne zeitliche Begrenzung abziehen: die erste Hin- und letzte Rückfahrt mit 30 Cent pro Pkw-Kilometer oder tatsächliche Kosten, 1 Heimfahrt pro Woche  x Entfernungskilometer x 30 Cent (oder Flugkosten), Umzugskosten, Miete für Zweitwohnung, drei Monate Verpflegungspauschale. Vielfahrer rechnen statt Miete und Verpflegung alle Heimfahrten ab.

Zeilen 51 bis 62