Renter, Vermieter und Spekulanten

Für besondere Einkünfte gibt es besondere Formulare.

Anlage SO für Rentner und Spekulanten

Renten. Im Jahr 2004 ist von gesetzliche Renten noch – wie gehabt – nur der geringe Ertragsanteil steuerpflichtig. Ein Rentner, der ab dem 60. Lebensjahr eine Rente erhält, muss 32 Prozent der Rente versteuern. Bekommt er erst ab dem 65. Lebensjahr die Rente, sind nur 27 Prozent steuerpflichtig.
Tipp: Vergessen Sie nicht bei einer befristeten Rente, etwa bei einer Witwenrente, die begrenzte Laufzeit in Zeile 10 anzugeben. Je kürzer die Laufzeit, desto geringer ist der steuerpflichtige Anteil.

Zeilen
1 bis 14

Gewinn oder Verlust aus dem Verkauf einer vermieteten Immobilie zählen für die Steuer, wenn seit dem Kauf noch keine zehn Jahren vergangen sind.
Tipp: War am 1. Januar 1999 die damals noch geltende Zweijahresfrist für das verkaufte Grundstück bereits vorbei, sollten Sie durch Einspruch den Steuerbescheid offen halten, denn das Bundesverfassungsgericht muss prüfen, ob die rückwirkende Verlängerung der Spekulationsfrist von zwei auf zehn Jahre verfassungsgemäß war (Az. 2 BvL 2/04).

Zeilen 30 bis 41

Gewinn oder Verlust aus dem Verkauf von Wertpapieren.Kursgewinne (= Verkaufspreis – Kaufpreis - Werbungskosten) aus dem Verkauf von Aktien, Genussscheinen, Anteilen an Aktienfonds, Anleihen, Immobilienfonds innerhalb der zwölfmonatigen Spekulationsfrist sind steuerpflichtig, wenn die Spekulationsgewinne insgesamt die persönliche Freigrenze von 512 Euro im Jahr erreicht haben. Verkaufsgewinne/-verluste von Aktien, GmbH-Anteilen und bestimmten Genussscheinen zählen nur zur Hälfte.

Spekulationsverluste lassen sich nur mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen, zum Beispiel der Kursverlust aus dem Aktienverkauf mit dem Spekulationsgewinn aus dem Immobilienverkauf. Können Sie Verluste im selben Jahr nicht ausgleichen, dürfen Sie diese ins Vorjahr zurücktragen und/oder für die Zukunft horten, um sie in späteren Jahren mit Spekulationsgewinnen zu verrechnen.
Tipp: Aufpassen müssen Aktionäre, die Spekulationsverluste oder -gewinne in andere Steuerjahre übertragen. Will ein Anleger 2 000 Euro Verlust aus 2004 mit 2 500 Euro steuerpflichtigem Gewinn aus 2003 verrechnen, ist strittig, ob der verbliebene Gewinn steuerfrei ist, weil er unter 512 Euro liegt. Will das Finanzamt die Freigrenze nicht rückwirkend anwenden, sollten Anleger Einspruch einlegen und Ruhen des Verfahrens beantragen. Der Bundesfinanzhof muss noch entscheiden (Az. IX R 13/03).

Zeilen 42 bis 51,
Ermittlung von Gewinn oder Verlust auf einem Extrablatt

Anlage V für Vermieter und Verpächter

Herstellungs-/Anschaffungskosten. Für Neubauten mit Kaufvertrag/Bauantrag ab Januar 2004 gelten neue Abschreibungssätze: 1. bis 10. Jahr 4 Prozent, 11. bis 18. Jahr 2,5 Prozent, 19. bis 50. Jahr 1,25 Prozent.
Tipp: Höher lassen sich Sanierungskosten für Baudenkmäler oder Immobilien in Sanierungsgebieten abschreiben: Für Sanierungen seit Januar 2004 im 1. bis 8. Jahr 9 Prozent und im 9. bis 11. Jahr 7 Prozent.

Zeilen 34 bis 38

Erhaltungsaufwendungen. Diese Kosten können Sie sofort oder auf 2 bis 5 Jahre verteilt als Werbungskosten geltend machen. Modernisierungskosten innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Kauf zählen nur als über die Nutzungsdauer verteilt abzuschreibende Herstellungskosten, wenn sie ohne Umsatzsteuer 15 Prozent der Anschaffungskosten übersteigen.
Tipp: Instandsetzungskosten bis 4 000 Euro im Jahr erkennt das Finanzamt sofort oder auf Antrag verteilt über 2 bis 5 Jahre an.

Zeilen 43 bis 48,
Kosten auf Extrablatt