Anlage Kind

Eltern rechnen in dieser Anlage Betreuungskosten ab. Alleinerziehende, die keinen Entlastungsbetrag auf der Steuerkarte hatten, beantragen ihn nun.

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Kindergeld. Das Finanzamt rechnet das Kindergeld im Jahresausgleich jetzt immer an - egal, ob die Kindergeldkasse es ausgezahlt hat: Für das erste bis dritte Kind im Jahr je 1 848 Euro (12 x 154 Euro), für das vierte und weitere Kinder im Jahr je 2 148 Euro (12 x 179 Euro).
Tipp: Wird Ihnen das Kindergeld nicht ausgezahlt, sondern bei der Bemessung Ihrer Unterhaltspflicht angerechnet, geben Sie den Anrechnungsbetrag in Höhe des halben Kindergelds an. Der andere Elternteil setzt die andere Hälfte an.

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Kinder über 18 Jahre. Kindergeld oder Kinderfreibeträge kann es unter bestimmten Bedingungen bis zum 27. Geburtstag geben, wenn die Einkünfte und Bezüge des Kindes nicht mehr als 7 680 Euro im Jahr (pro Monat 640 Euro) betragen.
Tipp: Von den Einnahmen des Kindes dürfen Sie bestimmte Ausgaben abziehen (siehe Tabelle Extrarechnung für junge Erwachsene).

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Übertragung der Freibeträge für Kinder. Die halben Freibeträge stehen jedem nicht mit dem anderen verheirateten Elternteil zu. Der Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung beträgt je ­Elternteil 1 080 Euro, der Kinderfreibetrag je 1 824 Euro.
Es kann vorteilhaft sein, sich den halben Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung übertragen zu lassen. Das können Mütter oder Väter tun, wenn das Kind ausschließlich bei ihnen gemeldet ist. Die Übertragung bringt zum Beispiel für Alleinstehende mit einem Kind Vorteile ab einem steuerpflichtigen Einkommen von 14   400 Euro, mit zwei Kindern ab einem Einkommen von 18  400 Euro.
Tipp: Die Übertragung kann auch Ehepaaren Vorteile bringen, die aus früherer Beziehung Kinder haben. Sie kann andererseits ungünstig sein, wenn das Kind noch nicht 14 Jahre ist und die Kinderbetreuungskosten weniger als 2 298 Euro betragen. Denn durch die Übertragung verdoppelt sich der Eigenanteil von 774 Euro auf 1 548 Euro.
Erfüllt der andere Elternteil seine Unterhaltspflicht nicht, können Sie sich dessen halben Kinderfreibetrag übertragen lassen. Das kann aber auch nachteilig sein, weil dann die vollen Kinderfreibeträge mit dem vollen Kindergeld verglichen werden. Die Übertragung lohnt beispielsweise erst für Alleinerziehende mit einem Kind ab 30 200 Euro zu versteuerndem Einkommen, mit zwei Kindern ab 36 000 Euro Einkommen.

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Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Mütter oder Väter bekommen für jeden Monat 109 Euro Entlastungsbetrag (im Jahr 1 308 Euro), in denen sie allein mit Kindern leben, für die sie 2004 Anspruch auf Kindergeld hatten. Es darf keine weitere erwachsene Person im Haushalt leben, die sich an den Haushaltskosten beteiligen kann. Ausnahmen: Kinder, die im Wehr- oder Zivildienst sind oder als Entwicklungshelfer arbeiten. Auch pflegebedürftige Angehörige oder Bekannte mit mindestens Pflegestufe I gefährden nicht den Freibetrag. Es dürfen aber keine Lebensgefährten sein.

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Ausbildungsfreibetrag. Bis zu 924 Euro (getrennt lebende Eltern je 462 Euro) im Jahr gibt es für v olljährige Kinder in der Berufsausbildung, die auswärts lernen. Eigene Einkünfte und Bezüge des Kindes über 1 848 Euro im Jahr mindern den Freibetrag.
Tipp: Getrennt lebende Eltern sollten den gesamten Freibetrag dem Besserverdiener übertragen, weil für ihn die Steuerersparnis höher ist.

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Kinderbetreuungskosten. Erwerbstätige Eltern geben Ausgaben für die Betreuung des Kindes bis zum 14. Geburtstag (behinderte Kinder ohne Altersgrenze) an. Anspruch haben auch arbeitslose Eltern bis zu vier Monate. Nach Abzug eines Eigenanteils von 1 548 Euro (774 ­Euro je Elternteil) für ein Kind erkennt das Finanzamt maximal 1 500 Euro Ausgaben (750 Euro je Elternteil) an.
Tipp: Eltern geben alle Ausgaben an. Der Bundesfinanzhof muss noch entscheiden, ob die Kinderbetreuungskosten nicht Werbungskosten sind (Az. VI R 42/03). Dann würden sich die Kosten ungekürzt auswirken.

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Schulgeld. Besucht das Kind eine staatlich genehmigte oder nach Landesrecht anerkannte Ersatz-/Ergänzungsschule, tragen Sie hier das Schulgeld ein (ohne Kosten für Verpflegung, Betreuung, Unterkunft). Anerkannt sind 30 Prozent des Schulgeldes.
Tipp: Anerkannt ist auch Schuldgeld an einen Förderverein, der bescheinigt, dass das Geld für die Betriebskosten oder den Schulträgereigenanteil unmittelbar an den Schulträger eines begünstigten Schultyps weitergeleitet wurde. Noch klären muss der BFH, ob auch Schuldgeld für Privatschulen im EU-Ausland zählt (Az. XI R 66/03).

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Behindertenpauschbetrag. Nutzt das behinderte Kind den Pauschbetrag nicht, bekommen ihn die Eltern. Zusätzlich gibt es 924 Euro Pflegepauschbetrag, wenn das Kind hilflos ist (Kennzeichen H) oder Pflegestufe III hat. Zudem können die Eltern andere ­Kosten, zum Beispiel für eine Heilkur, als außergewöhnliche Belastung angeben. Auch der Abzugsbetrag für eine Haushaltshilfe steht ihnen zu.

Zeilen 57 bis 59