Außergewöhnliche Kosten

Das Finanzamt berücksichtigt besondere Belastungen, zum Beispiel solche durch Pflege- oder Krankheitskosten.

Mantelbogen, Seite 4: Ausgaben ohne Abzug zumutbarer Belastungen

Behindertenpauschbetrag. Je nach Grad der Behinderung beträgt der Pauschbetrag 310 Euro bis 1 420 Euro, für Blinde und hilflose Behinderte 3 700 Euro. Statt nur den Pauschbetrag zu nutzen, können Behinderte bestimmte Kosten zusätzlich nachweisen (siehe unten, Zeilen 116-119) – zum Beispiel für den behinderungsbedingten Umbau des Autos oder der Wohnung (darf nicht zur Werterhöhung führen). Das Finanzamt hält den Steuerbescheid in der Frage offen, ob die Behindertenpauschbeträge nicht zu niedrig sind. Das muss das Bundesverfassungsgericht klären (Az. 2 BvR 1059/03).

Zeilen 95 bis 98

Haushaltshilfe. Bis zu 624 Euro im Jahr (pro Monat 52 Euro) berücksichtigt das Finanzamt für eine Haushaltshilfe, wenn in Ihrem Haushalt ein kranker Angehöriger (Unterhaltsberechtigter) lebt oder ein Ehepartner mindestens 60 Jahre alt ist. Bei mindestens 50 Prozent Behinderung gibt es bis zu 924 Euro (pro Monat 77 Euro).

Zeilen 99, 100

Heimkosten. Bei Pflegebedürftigkeit können Steuerzahler für sich oder den Ehepartner bis zu 924 Euro Heimkosten (pro ­Monat 77 Euro) geltend machen, sonst bis zu 624 Euro (pro Monat 52 Euro). Ist der Haushalt aufgelöst, kürzt das Finanzamt die Heimkosten um die Haushaltsersparnis von 7 680 Euro (je Tag 21,40 Euro, je Monat 640 Euro).
Tipp: Was Sie für andere nahe Angehörige mit mindestens Pflegestufe I zahlen, tragen Sie in Zeile 117 ein, das Amt zieht die zumutbare Belastung ab (siehe Tabelle Eigenanteil an außergewöhnlichen Kosten).

Zeilen 101 bis 103

Pflegepauschbetrag. 924 Euro im Jahr stehen Ihnen ohne Ausgabenbeleg zu, wenn Sie eine hilflose Person in Ihrer oder deren Wohnung pflegen.
Tipp: Den Betrag gibt es trotz Pflegegeld, wenn Sie das Pflegegeld nur für den Pflegebedürftigen ausgegeben haben, etwa für einen zusätzlichen Pflegedienst. Eltern mit behinderten Kindern erhalten den Pauschbetrag unabhängig davon, wofür sie das Pflegegeld verwenden.

Zeile 104 bis 105

Unterhalt. Unterhalt an bedürftige Berechtigte wie Lebenspartner, Eltern und Kinder (ohne Anspruch auf Kindergeld/-freibetrag) können Sie jetzt bis zu 7 680 Euro im Jahr (im Monat bis zu 640 Euro) geltend machen, 2003 waren es nur 7 188 Euro. Der Höchstbetrag wird um die eigenen Einkünfte und Bezüge des ­Begünstigten von über 624 Euro gekürzt.
Tipp: Wenn Sie eine unterhaltsberechtigte Person in Ihrem Haushalt unterstützen, dürfen Sie, auch ohne Ihre finanziellen Zuwendungen nachzuweisen, den wie erläutert zu berechnenden Abzugsbetrag ansetzen. Das gilt auch, wenn Sie Ihren Lebensgefährten unterstützen, Ihr arbeitsloses Kind über 21 Jahre oder Ihr Kind während des Zivil-/Wehrdienstes, für das Sie keinen Anspruch auf Kindergeld haben.

Zeilen 106 bis 115

Mantelbogen, Seite 4: Ausgaben mit Abzug zumutbarer Belastungen
(siehe Tabelle Eigenanteil an außergewöhnlichen Kosten)

Zusätzlich zum Behindertenpauschbetrag. Behinderungsbedingte Pkw-Fahrten können Behinderte mit 70 Prozent Behinderung plus Merkmal G oder mit mindestens 80 Prozent Behinderung pauschal bis zu 3 000 Kilometern mit 30 Cent je Kilometer abrechnen. Mit Nachweis der Fahrkilometer sind bis zu 15 000 Kilometer à 30 Cent bei Merkmal aG, H oder Bl möglich. ­Alternativ zählen tatsächliche Fahrtkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Taxi.

Zeilen 116 bis 119

Krankheit. Kosten für Heilbehandlungen und Heilkuren. Trinkgelder zählen aber nicht (BFH, Az. III R 32/01). Entscheiden muss der Bundesfinanzhof noch, ob Kosten für eine künstliche Befruchtung zählen, wenn die Eltern nicht verheiratet sind (Az. III R 68/03).

Zeilen 116 bis 119