Sonderausgaben und ihre Grenzen

Jetzt sind die Kosten für die erste Berufsausbildung wieder Sonderausgaben. Der Gesetzgeber hat den dafür abziehbaren Höchstbetrag deutlich erhöht.

Grundsätzliche Angaben im Mantelbogen, Seite 1 und Seite 2

Steuerveranlagung. Ehepaare können jeder einzeln (getrennte Veranlagung, für Frischvermählte besondere Veranlagung) oder gemeinsam (Zusammenveranlagung nach Splittingtarif) eine Steuererklärung abgeben. Haben sie unterschiedlich viel verdient, kann die gemeinsame Veranlagung Vorteile bringen, bei annähernd gleichem Verdienst ist häufig die getrennte besser.
Tipp: Haben Sie sich 2004 getrennt, können Sie noch eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, wenn Sie 2004 mindestens einen Tag zusammengelebt haben. Weigert sich der Expartner nur aus Rache, kann der andere ihn zivilrechtlich dazu zwingen (Bundesgerichtshof, Az. XII ZR 128/02).

Zeile 13 ankreuzen

Minijobber im Haushalt. Je Monat gibt es bis zu 42,50 ­Euro Steuerermäßigung. In Zeile 41 tragen Sie die Gesamtkosten für den Minijobber inklusive Abgaben ein.

Zeilen 39 bis 43

Haushaltsnahe Dienstleistung. Den Arbeitslohn (ohne Materialkosten) für das Fensterputzen, für Gartenarbeiten oder Renovierungsarbeiten in Ihrer Wohnung machen Sie hier geltend. Bedingung ist, dass die Firma in Ihrem Auftrag handelte. Pro Haushalt können Sie bis zu 3 000 Euro ansetzen. Können Sie die Überweisung dieses Betrags auf das Konto des Dienstleisters belegen, ermäßigt das Finanzamt die Steuer um 600 Euro.

Zeilen 44 bis 45, Rechnung, Überweisungsbeleg

Sonderausgaben im Mantelbogen, Seite 3

Vorsorgeaufwendungen. Beiträge für Sozialversicherung, Haftpflichtversicherung, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und private Krankenversicherung wirken sich nur bis zu bestimmten Höchstbeiträgen aus. Von den Beiträge zur Kapitallebensversicherung werden seit 2004 nur noch 88 Prozent anerkannt. Deckt die Unfallversicherung berufliche wie auch private Risiken ab, sind die Beiträge je zur Hälfte Sonderausgaben und Werbungskosten.
Tipp: Machen Sie Ihre gesamten Versicherungsbeiträge geltend, auch wenn Ihr Vorsorgehöchstbetrag ausgeschöpft ist. Denn ob die Grenze für den Abzug der Vorsorgeaufwendungen verfassungsgemäß ist, muss noch das Bundesverfassungsgericht entscheiden (Az. 2 BvR 274/03, Az. 2 BvR 912/03). Daher ergehen seit 2002 alle Steuerbescheide vorläufig.

Zeilen 63 bis 72

Riester-Vertrag. Für Ihre Einzahlung beantragen Sie den Sonderausgabenabzug und füllen die Anlage AV aus. Die Kinderzulagen ordnen Sie wie auf dem Zulagenantrag jeweils einem Elternteil zu (Zeilen 14 bis 17 der Anlage AV). Das Kind sollte immer dem Elternteil zugeordnet sein, der ausreichend Beitrag eingezahlt hat, dass die Kinderzulage nicht gekürzt wird.
Tipp: Überprüfen Sie, ob Ihre Einzahlungen für Zulage und Sonderausgabenabzug optimal sind mit dem Riester-Rechner.

Zeile 73
bis 74
und
Anlage AV

Unterhalt an den Expartner. Als Sonderausgaben zählen bis zu 13 805 Euro Unterhalt an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehepartner.
Tipp: Der Unterhaltszahler kann frei entscheiden, wie viel vom Unterhalt er als Sonderausgaben ansetzt. Der Unterhaltsempfänger muss nur den geltend gemachten Teil versteuern (Anlage U beifügen). Erhält er Unterhalt vom Expartner aus dem Ausland, muss er gar nichts versteuern, entschied der Bundesfinanzhof (BFH, Az. X R 18/03).

Zeile 78

Steuerberater. Kosten bis zu 520 Euro müssen Sie nicht in Sonderausgaben (privat veranlasst) und Werbungskosten (beruflich veranlasst) aufteilen.
Tipp: Kosten (auch für Fachliteratur) wirken sich erst aus, wenn alle Sonderausgaben über 36 Euro (Ehepaare 72 Euro) betragen. Sind es weniger, sollten Sie diese als Werbungskosten angeben.

Zeile 80

Erstausbildung. Das Finanzamt erkennt bis zu 4 000 Euro für die erste Berufsausbildung oder das Erststudium als Sonderausgaben an.
Tipp: Ist die Berufsausbildung, das Studium oder die Promotion an einen Arbeitsvertrag geknüpft, sind Aufwendungen unbegrenzt abziehbare Werbungskosten wie bei einer Weiterbildung im Beruf.

Zeilen 81 bis 82, Kosten auf Extrablatt

Spenden. Bei Spenden ist das Finanzamt pingelig und verlangt meist eine offizielle Spendenbescheinigung (Zuwendungsbestätigung). Eine Ausnahme gilt für Spenden an die Opfer des Seebebens: Hier reicht bei Einzahlung auf eines der dafür eingerichteten Sonderkonten ein vereinfachter Spendennachweis durch Einzahlungsbeleg oder Buchungsbestätigung, bei Onlinebanking durch PC-Ausdruck.

Zeilen 88 und 89, Spendenbeleg

Verluste. Verluste, die bei der Steuerveranlagung 2004 nicht ausgeglichen werden, dürfen Sie in das Jahr 2003 zurücktragen oder sich für den Vortrag entscheiden. In Zeile 94 können Sie den Verlustrücktrag auf einen bestimmten Betrag beschränken. Wirkt sich für Sie die Verlustanrechnung für 2003 gar nicht aus oder ist sie für 2005 günstiger, verzichten Sie auf den Rücktrag und tragen in Zeile 94 eine Null ein. Wollen Sie, dass der Ende 2003 festgestellte Verlust 2004 verrechnet wird, kreuzen Sie das in Zeile 93 an. Der Verlustvortrag wird dann automatisch vom Finanzamt berücksichtigt.

Zeilen 92 bis 94