Fehlt der Alters­entlastungs­betrag?

Wurde der Alters­entlastungs­betrag auf Ihre Einkünfte 2016 neben der Rente korrekt angesetzt? Für bis 2. Januar 1941 Geborene beträgt er 40 Prozent der Neben­einkünfte, maximal 1 900 Euro. Für bis zum 2. Januar 1952 Geborene sind es 1 064 Euro bis maximal 1 824 Euro. So kann es sein, dass Sie durch die Entlastung auf Ihre Kapital­erträge über dem Sparerpausch­betrag von 801 Euro (1 602 Euro Ehe-/gesetzliche Lebens­partner) weniger als 25 Prozent Abgeltung­steuer zahlen müssen. Dafür mussten Sie in der Steuererklärung die Güns­tiger­prüfung in Zeile 4 Anlage KAP beantragen. Haben Sie das vergessen, können Sie in der Einspruchs­frist eine Änderung des Bescheids beantragen. Der Alters­entlastungs­betrag wirkt sich auch auf Neben­einkünfte wie Miete, Pacht oder Gehalt aus.

So prüfen Sie. Der Alters­entlastungs­betrag wird bei der Ermitt­lung der Einkünfte vor dem „Gesamt­betrag der Einkünfte“ ausgewiesen.

Beispiel: Ein verheirateter Rentner muss zusätzlich zur Rente Pacht­einkünfte versteuern. Weil er Jahr­gang 1950 ist, stehen ihm 24 Prozent Alters­entlastungs­betrag zu, maximal 1 140 Euro. Seine Frau ist noch berufs­tätig. Das Finanz­amt hat allerdings im Steuer­bescheid die Pacht­einkünfte beiden Ehepart­nern zuge­ordnet. Das ist falsch. Allein der Ehemann ist der Verpächter. Die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung müssen denjenigen zuge­ordnet werden, die im Pacht- oder Kauf­vertrag stehen, in diesem Fall allein dem Mann.

Was tun? Wurde zu wenig angesetzt, legen Sie Einspruch ein. Der Rentner schreibt: „Die Pacht ist laut Pacht­vertrag nur mir zuzu­ordnen. Von den 472 Euro Pacht­einnahmen müssen nach Paragraf 24a Einkommensteuergesetz 114 Euro Alters­entlastungs­betrag (24 Prozent von 472 Euro) abgehen.“ Nach der Korrektur ist das zu versteuernde Einkommen des Ehepaars 57 Euro nied­riger.

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