Wurden höhere Krank­heits­kosten angesetzt?

Jetzt können Sie mehr Krank­heits­kosten als früher absetzen – etwa für Zahn­ersatz, ärzt­lich verordnete Arznei-, Heil- und Hilfs­mittel sowie für krank­heits­bedingte Pflege- und Heim­kosten. Zwar muss sich jeder wie bisher einen zumut­baren Eigen­anteil anrechnen lassen, bevor sich die Ausgaben steuerlich auswirken. Aber dieser ist nun geringer als bisher, weil die Berechnung jetzt stufen­weise erfolgt (Tabelle Neue Berechnung der Eigenbelastung in drei Stufen).

So prüfen Sie. Wie hoch Ihre zumut­bare Belastung nach den neuen Regeln ist, können Sie mit dem Online­rechner ermitteln: finanzamt.bayern.de/LfSt/default.php unter „Steuerinfos“ und weiter unter „Steuerbe­rechnung“. Der Gesamt­betrag Ihrer Einkünfte steht im Bescheid unter „Berechnung des zu versteuernden Einkommens“. Ihre Ausgaben finden Sie unter „außergewöhnliche Belastungen“. Hier prüfen Sie auch, ob das Finanz­amt die „zumut­bare Belastung“ richtig angesetzt hat.

Beispiel. Eine Familie mit zwei Kindern und 52 000 Euro Einkünften kann 2016 von ihren 4 200 Euro Arzt­kosten 2 785 Euro absetzen: 4 200 – 1 415 Euro zumut­bare Belastung. Das sind 665 Euro mehr als bisher. Früher betrug ihre zumut­bare Belastung 4 Prozent der Einkünfte, also 2 080 Euro. Sie konnten nur 2 120 (4 200 – 2 080) Euro absetzen.

Was tun? Hat das Amt den Eigen­anteil zu hoch angesetzt, legen Sie Einspruch ein. Das Bundes­finanz­ministerium hat am 1. Juni 2017 die Finanz­ämter angewiesen, die neue Rechnung sofort anzu­wenden. Haben Sie wegen des hohen Eigen­anteils bislang Ihre Krank­heits­kosten nicht abge­rechnet, holen Sie das nach. Es kann sein, dass sich diese nach der neuen Rechnung steuerlich auswirken.

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