Check: Steuer­bescheid – erste Seite

Behalten Steuerzahlende in ihrem Steuer­bescheid den Durch­blick, können sie bei Fehlern rasch reagieren und oft noch mehr rausholen. Schon auf der ersten Seite stehen dafür wichtige Informationen.

Hinschauen, auch wenn keine Nach­zahlung droht

Häufig schauen Steuerzahlende nur dann genauer hin, wenn im Bescheid statt der erwarteten Erstattung ein kleinerer Betrag oder gar eine Nach­zahlung steht. Entdecken sie Abweichungen, Zahlendreher oder Schreib­fehler oder hegen sie Zweifel an Berechnungen, müssen sie sich sputen. Ihnen bleibt nach Erhalt des Bescheids nur ein Monat Zeit, um Einspruch einzulegen.

Schon die erste Seite bringt wichtige Informationen

Doch auch ohne Zweifel kann ein wach­samer Blick in den Steuer­bescheid hilf­reich sein. Schon auf der ersten Seite stehen wichtige Informationen. Dazu gehört die Identifikations­nummer. Unter dieser fließen lebens­lang alle steuerrelevanten Daten zur Person zusammen wie Geburts­datum und Anschrift. Deshalb fragen neben dem Finanz­amt auch andere Behörden und Stellen diese Zahl ab. Die Steuer­nummer ändert sich dagegen häufig, etwa bei Umzug und je nach Steuer­art.

Auch die Adresse ist wesentlich. Die Einspruchs­frist startet, sobald der Bescheid bei der richtigen Person ankommt, in der Regel beim Steuerzahlenden. Wurde aber einem Steuerberater eine ausdrück­liche Empfangs­voll­macht erteilt, muss der Bescheid diesen auch erreichen, damit die Einspruchs­frist zu laufen beginnt.

6 wichtige Punkte auf der ersten Seite Ihres Bescheids

  1. Identifikations­nummer. Ihre individuelle Kenn­zahl finden Sie oben links. Sie begleitet Sie Ihr Leben lang und wird bei allen steuerrelevanten Anträgen vom Finanz­amt benötigt. In manchen Angelegenheiten fragen auch Banken oder die Renten­versicherung nach Ihrer Identifikations­nummer.
  2. Adresse. Hier steht, an wen das Finanz­amt den Bescheid bekannt gegeben hat. Ehepaare, die sich gemein­sam veranlagen lassen, bekommen einen zusammengefassten Bescheid.
  3. Vermerke. Bei einem Vorläufigkeits­vermerk ist der Fall in einem bestimmten Punkt noch ungeklärt. Der Bescheid bleibt in dieser Frage über die Einspruchs­frist hinaus offen und kann geändert werden. Steht der Bescheid unter „Vorbehalt der Nach­prüfung“, bleibt er für beide Seiten komplett anfecht­bar – solange der Vorbehalt besteht.
  4. Datum. An diesem Tag hat das Finanz­amt Ihren Bescheid zur Post gegeben. Drei Tage später gilt er als bekannt gegeben. Ihre Einspruchs­frist beginnt am Tag nach Bekannt­gabe und läuft einen Monat. Fallen Bekannt­gabe des Bescheids oder Ende der Einspruchs­frist auf einen Samstag, Sonn­tag oder gesetzlichen Feiertag, verschieben sie sich auf den nächst­folgenden Werk­tag. Können Sie nach­weisen, dass Sie Ihren Bescheid erst später erhalten haben, gilt der Tag der Zustellung als Bekannt­gabe.
  5. Inhalt. Das Schreiben umfasst mehrere Bescheide: je einen für Einkommensteuer, Solidaritäts­zuschlag und Kirchen­steuer. Möglich sind etwa auch Bescheide über Verlust­fest­stel­lungen, Riester-Rente, Arbeitnehmer-Spar­zulage oder Voraus­zahlungen. Jede Fest­setzung können Steuerzahler separat anfechten, die anderen bleiben unbe­rührt.
  6. Kurz­berechnung. Diese Steuer hat das Finanz­amt für Sie ermittelt. Arbeitnehmer haben ihre Schuld in der Regel schon über die Lohn­steuer beglichen. Haben Sie „zu viel entrichtet“, erhalten Sie eine Erstattung. Es kann sich aber auch eine Nach­zahlung ergeben. Weicht das Ergebnis von Ihrer Erwartung ab, prüfen Sie den Bescheid besonders sorgfältig.

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