Martin. G. aus Köln: Im vorigen Jahr bekam ich aus einem Sparguthaben die Zinsen nicht voll ausgezahlt. Erst jetzt habe ich die Steuerbescheinigung dafür erhalten. 2000 hatte ich das Freistellungsvolumen von 3.100 Mark nicht ausgeschöpft und müsste demnach eine Steuererstattung bekommen. Kann ich das trotz bestandskräftigem Steuerbescheid nachträglich korrigieren?

Finanztest: Ja. Es kommt sogar häufig vor, dass Steuerzahler Belege der Bank oder der Eigentümergemeinschaft über die Höhe der Kapitaleinnahmen dem Finanzamt erst später vorlegen. Auch wenn die Einspruchsfrist für Ihren Steuerbescheid längst abgelaufen ist, muss das Finanzamt die nachträglich eingereichte Steuerbescheinigung der Bank berücksichtigen.

Lagen Ihre Kapitalerträge (Zinsen plus Dividenden) im Jahr 2000 unter dem Sparerfreibetrag, bekommen Sie die gezahlte Zinsabschlagsteuer inklusive Solidaritätszuschlag wieder erstattet. Nach einer Verfügung der Oberfinanzdirektion Köln sind die Finanzämter angewiesen, auch bestandskräftige Steueranrechnungen nach Paragraph 130 Absatz 1 der Abgabenordnung (AO) zu ändern (S 2298 ­ 7 ­ St 122).

Allerdings gibt es dabei auch eine Verjährungsfrist: Stand Ihnen 2001 die Erstattung der Steuer zu, beginnt ab 2002 die fünfjährige Verjährungsfrist. Sie können also spätestens bis Ende 2006 die Änderung Ihres Steuerbescheids beantragen.

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