Auch wenn die Frist für einen Einspruch längst vorbei ist, sind noch Korrekturen am Steuerbescheid möglich. So konnten Eltern nachträglich den Kinderfreibetrag absetzen, obwohl sie ihre Steuererklärung zunächst ohne die "Anlage Kinder" abgegeben hatten, weil sie die Einkünfte ihres Kindes für zu hoch hielten. Das Finanzamt hatte aber wider Erwarten alle von der Tochter geltend gemachten Werbungskosten anerkannt, sodass die maßgebliche Einkunftsgrenze nicht überschritten wurde. Daraufhin reichten die Eltern die Anlage nach und beantragten die Änderung ihres Bescheids. Das Finanzgericht Düsseldorf (Az. 9 K 737/99) gab ihnen Recht: Wer erst später erfährt, dass er Aufwendungen hätte geltend machen können, kann das mit der Begründung "neue Tatsachen" nachholen, wenn ihn kein grobes Verschulden am nachträglichen Bekanntwerden trifft. Unerfahrenheit im Steuerrecht kann durchaus ein Grund sein.

Dieser Artikel ist hilfreich. 330 Nutzer finden das hilfreich.