Fehler 1: Nur Entfernungs­pauschale statt Reise­kosten

Unser Ehepaar vergleicht zunächst, ob alle seine Jobkosten anerkannt wurden, die vom Brutto­lohn abgehen müssen. Für den Ehemann ist alles richtig. Er arbeitete 2013 auf Baustellen. Seine Fahrten zum Betrieb und zu Baustellen hat das Finanz­amt richtig als Reise­kosten anerkannt. Es gibt 30 Cent pro Fahr­kilometer mit dem Pkw und 6 Euro Verpflegungs­pauschale für 150 Tage. Seine Bewerbungs­kosten und die Pauschale für Konto­führungs­gebühren stehen unter „übrige Werbungs­kosten“.

Steuer­bescheid 2013 prüfen Special

Fehler. Für die Ehefrau hat das Finanz­amt nur die Entfernungs­pauschale von 2 565 Euro für ihre Wege zur Schule berück­sichtigt: 190 Tagex 45 Entfernungs­kilometer x 30 Cent. Aber die Lehrerin kann das Doppelte absetzen, weil sie nur befristet an der Schule arbeitet. Deshalb zählt jeder Fahr­kilometer: 190 Tage x 90 Kilo­meter Hin- und Rückweg x 0,30 Cent. Das sind 5 130 Euro. Dazu kommen für die ersten Monate 390 Euro Verpflegungs­pauschale, da sie an 65 Tagen mindestens acht Stunden von zuhause weg war.

Einspruch. „Für die Tätig­keit an der Schule wurde nur die Entfernungs­pauschale berück­sichtigt. Weil der Einsatz in Potsdam jedoch für zwei Schul­jahre befristet ist und im Anschluss eine neue Zuweisung erfolgt, ist die Schule keine dauer­hafte regel­mäßige Arbeits­stätte (R 9.4 Absatz 3 LStR). Deshalb sind Reise­kosten für Auswärts­tätig­keit zu berück­sichtigen: 5 130 Euro für Fahrt­kosten und 390 Euro für pauschalen Verpflegungs­mehr­aufwand (R 9.5, 9.6 LStR).“

Ersparnis. Im korrigierten Steuer­bescheid hat unser Arbeitnehmer nach den Abzügen wie bisher 32 650 Euro Einkünfte und seine Frau statt 38 929 Euro jetzt nur 35 974 Euro, weil sie 5 520 Euro Reise­kosten absetzen kann. Dadurch zahlt das Ehepaar inklusive Solidaritäts­zuschlag 925 Euro weniger als im ersten Steuer­bescheid.

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