Steuer­bescheid 2013 prüfen Special

Jeder sollte seinen Steuer­bescheid gründlich prüfen. Finanz­ämter und Steuerzahler machen immer neue Fehler. Fast zwei Drittel aller Einsprüche haben Erfolg.

Ein kleiner Zahlendreher genügt und schon ist der ganze Steuer­bescheid falsch. „Die Fehler sind heute versteckter“, beob­achtet Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohn­steuer­hilfe­ver­eine (NVL) in Berlin. Zu den altbekannten – wie zu Unrecht abge­lehnte Reise­kosten – sind neue Fehler hinzugekommen.

Verlangt das Finanz­amt zu viel, ist ein Einspruch nötig. Er lohnt sich meist: In 62 Prozent aller Einsprüche entschied das Finanz­amt laut Statistik für 2012 zugunsten der Steuerzahler. Fordert die Behörde aber aufgrund ihres Fehlers zu wenig, ist das ihr Problem. Der Steuerzahler muss nichts sagen (Bundes­finanzhof, Az. VIII R 50/10).

Neue Fehler im Bescheid

Rauhöft nennt eine wichtige Fehler­quelle: „Die Beamten klären häufig die Wider­sprüche zwischen den gemeldeten Daten von Arbeit­gebern, Krankenkassen und Renten­versicherern und den Angaben in der Steuererklärung nicht auf.“

Die typischen Folgen im Steuer­bescheid:

  • Beträge tauchen doppelt auf, weil das Finanz­amt die elektronisch gemeldeten Daten und die Beträge aus der Steuererklärung über­nommen hat.
  • Ausgaben wie Riester-Beiträge fehlen, weil die Daten vom Riester-Anbieter noch nicht über­tragen wurden.
  • Das Finanz­amt rechnet zu wenig Lohn­steuer und zu wenig Lohn an, weil ein Arbeit­geber zu spät oder gar nicht die Daten über­mittelt hat.
  • Die Behörde rechnet Leistungen aus einem anderen Jahr für 2013 an, da sie nicht dem Auszahlungs­datum zuge­ordnet sind.

Somit bleibt niemandem eine pingelige Prüfung seines Bescheids erspart.

Nach Einspruch 2 719 Euro zurück

Wir haben am Beispiel eines berufs­tätigen Ehepaars mit zwei Kindern sieben häufige Fehler zusammen­gestellt und zeigen, wie sie ausgebügelt werden. Fünf Fehler hat das Finanz­amt gemacht, zwei das Ehepaar.

Das Finanz­amt will dem Paar nur 3 015 Euro Steuern inklusive Solidaritäts­zuschlag erstatten. Das ist zu wenig. Nach dem Einspruch muss das Finanz­amt mehr Abzüge anerkennen – zum Beispiel mehr Kilo­metergeld für die Arbeits­wege der Ehefrau. Die beiden reichen auch noch ihre Ausgaben für Dienste im Haushalt nach. Das hatten sie vergessen. Die Familie erhält schließ­lich 2 719 Euro mehr Einkommensteuer inklusive Soli zurück.

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