Ein Steuerberater ist verpflichtet, für seine Mandanten rechtzeitig Einspruch einzulegen. Ansonsten muss er Schadenersatz leisten.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied zugunsten zweier Unternehmer, die im Vorruhestand eine Solartechnikfirma gegründet hatten. Die Firma blieb auch im fünften Jahr nach der Gründung in der Verlustzone. Das akzeptierte das Finanzamt nicht mehr. Rückwirkend erklärte es wegen fehlender Absicht, Gewinne zu erzielen, alle Betriebsausgaben für nichtig. Es verlangte 36 000 Euro Steuernachzahlung.

Dazu nahmen die Unternehmer Stellung. Sie legten ihr Bemühen um eine marktorientierte, professionelle Betriebsführung dar. Doch ihr Steuerberater schickte das Papier nicht ans Finanzamt. Er legte auch keinen Einspruch gegen die geänderten Steuerbescheide ein, da er meinte, die Solarfirma habe keine Aussicht, die Verlustzone zu verlassen.

Das sahen die Richter anders: Die Solartechnik sei ein aussichtsreiches Geschäftsfeld. Deshalb muss der untätige Steuerberater seinen Mandanten den Schaden ersetzen (Az. 23 U 207/02).

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