Der Europäische Gerichts­hof (EuGH) hat die Vorgaben für ausländische Steuerberater gelo­ckert. Sie dürfen nun in Deutsch­land tätig sein, ohne selbst nach Deutsch­land zu kommen. Die bisherige Pflicht hierzu verstoße gegen die europäische Dienst­leistungs­freiheit, befand der EuGH.

In dem verhandelten Fall hatte eine nieder­ländische Steuerberatungs­gesell­schaft Umsatz­steuererklärungen in den Nieder­landen erstellt und an das Finanz­amt Hannover-Nord über­mittelt. Das Finanz­amt hatte die Erklärung nicht akzeptiert, da die gesetzlichen Voraus­setzungen für die Beratung deutscher Mandanten nicht vorlägen.

Der Präsident der Bundes­steuerberaterkammer, Dr. Raoul Riedlinger, sagte Finanztest, mit der Entscheidung werde der zunehmenden Digitalisierung Rechnung getragen. Der Verband erwartet durch das Urteil keine einschneidenden Veränderungen. Das Interesse ausländischer Steuerberater an deutschen Mandanten sei sehr gering. Im Jahr 2014 hätten lediglich 218 Steuerberater aus dem Ausland um Erlaubnis gebeten, deutsche Mandanten beraten zu dürfen, begründete Riedlinger seine Einschät­zung.

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