Steueränderungen Meldung

Von dem erhöhten Sonderausgabenabzug für die Erstausbildung haben Studenten meistens nichts, weil sie selten Steuern zahlen.

Zwei wichtige Änderungen im Einkommensteuergesetz hat der Bundesrat vor seiner Sommerpause rückwirkend ab 1. Januar 2004 verabschiedet:

Alleinerziehende. Nachgebessert wurde beim Entlastungsbetrag von 1 308 Euro für Alleinerziehende (Steuerklasse II), der seit Jahresanfang gilt. Den Betrag erhalten jetzt auch allein lebende Mütter oder Väter mit einem erwachsenen Kind im Haushalt, wenn sie für das Kind Anspruch auf Kindergeld haben. Den Entlastungsbetrag gibt es auch mit mehreren Kindern im Haushalt, wenn eins der Kinder Zivil- oder Wehrdienst leistet.

Ausbildung. Steuerzahler können nun im Jahr bis zu 4 000 Euro (bisher 1 227 Euro) für ihre eigene Berufsausbildung als Sonderausgaben in ihrer Steuererklärung abrechnen. Machen Ehepaare ihre Erklärung gemeinsam, kann jeder für sich 4 000 Euro ansetzen.

Das klingt gut, doch der Gesetzgeber stoppt damit die teuren Folgen der Urteile des Bundesfinanzhofs, nach denen das Finanzamt viel öfter als bisher Kosten einer Ausbildung unbegrenzt als Werbungskosten akzeptieren müsste.

So haben nun zum Beispiel Studenten von den höheren Sonderausgaben gar nichts, wenn sie selbst oder zusammen mit dem Ehepartner wegen geringer Einkünfte keine Steuern zahlen. Denn sie können die Ausgaben nicht als Verluste in künftige Jahre mit einem höheren Einkommen übertragen. Das ist nur für Werbungskosten möglich.

Tipp: Diese Gesetzesänderung gilt erst ab 2004. Fälle bis Ende 2003 sind ­davon ausgenommen. Hier ist immer zu prüfen, ob die Bildungskosten nicht unbegrenzte Werbungskosten sind. Das muss der Bundesfinanzhof für eine Erstausbildung erst noch entscheiden (Az. VI R 5/04). Im Fall eines Piloten haben die obersten Richter jedenfalls die Kosten für die Pilotenausbildung als Werbungskosten anerkannt, weil hier die Ausbildung im Zusammenhang mit den künftigen Einnahmen des Piloten stand (Az. VI R 33/01).

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