Der Bundes­tag hat mit dem „Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungs­verfahrens“ wichtige Änderungen für Steuerzahler auf den Weg gebracht. 2017 soll das Gesetz in Kraft treten und in mehreren Schritten umge­setzt werden, so das Bundes­finanz­ministerium. Der Bundes­rat muss noch zustimmen. Für Steuerzahler bedeuten die Änderungen sowohl Vor- als auch Nachteile.

Das ändert sich ab 2017

  • Ohne Belege. Künftig müssen Rechnungen und Belege beim Finanz­amt nur noch auf Nach­frage einge­reicht werden.
  • Elektronische Steuererklärung. Sie soll künftig reibungs­loser funk­tionieren.
  • Verlängerte Abgabe­fristen. Besonders freuen dürfen sich Steuerzahler über verlängerte Abgabe­fristen. Alle, die zur Abgabe verpflichtet sind, können sich ab dem Steuer­jahr 2018 bis zum 31. Juli 2019 Zeit lassen. Bislang ist jedes Jahr der 31. Mai Stichtag. Wer die Hilfe eines Steuerberaters oder eines Lohn­steuer­hilfe­ver­eins annimmt, hat nun bis Ende Februar des darauf­folgenden Jahres Zeit.
  • Auto­matische Strafen. Schlechte Nach­richt für Steuerzahler, die bislang immer auf den letzten Drücker abge­geben haben: Verspätungen werden künftig auto­matisch bestraft. Mit der Gesetzes­änderung werden konkrete Strafsätze für zu spät abge­gebene Steuererklärungen definiert. Für die Einkommensteuererklärung von Arbeitnehmern werden dann jeden Monat 0,25 Prozent oder mindestens 25 Euro der fest­gesetzten Steuer fällig. Bisher liegt es noch im Ermessen des jeweiligen Finanz­amtes, was es dem säumigen Steuer­pflichtigen für Strafen aufbrummt. Bis zu 10 Prozent (maximal 25 000 Euro) der fest­gesetzten Steuer dürfen es sein (Special Steuererklärung, Finanztest 7/2016).

Dieser Artikel ist hilfreich. 6 Nutzer finden das hilfreich.