Steuer­änderungen Meldung

Vermögenden, Samm­lern und Anlegern drohen Steuererhöhungen – zum Teil versteckt in neuen Umsatz­steuern.

Wert­papiere. Deutsch­land und bisher neun weitere Mitglied­staaten der Europäischen Union wollen künftig eine Steuer auf Bank- und Börsen­geschäfte erheben – frühestens ab dem Jahr 2014. Die neue Finanz­trans­aktions­steuer wird auch Privat­anleger treffen. Für Geschäfte mit Aktien und Anleihen ist bisher eine Steuer von 0,1 Prozent des Kauf­preises geplant, für den Deri­vatehandel eine Abgabe von 0,01 Prozent. Die EU-Kommis­sion hat grünes Licht gegeben. Bis zum Jahres­ende erarbeitet sie die Details. Vor der Einführung müssen noch alle Mitglied­staaten und das Europa­parlament zustimmen.

Sach­werte. Käufer von Silber­münzen und Antiquitäten müssen sich auf Mehr­kosten einstellen. Die Bundes­regierung will den ermäßigten Mehr­wert­steu­ersatz von 7 Prozent für den Kauf von Silber­münzen ab dem Jahr 2014 abschaffen, so dass 19 Prozent fällig werden. Auch die Mehr­wert­steuer auf Kunst und Antiquitäten soll von 7 auf 19 Prozent steigen. Die Änderung muss vom Bundes­rat noch gebil­ligt werden.

Vermögen. Vermögende sollen stärker zur Kasse gebeten werden. Berlin, Baden-Württem­berg, Nord­rhein-West­falen und sieben weitere Bundes­länder erarbeiten derzeit einen Vorschlag. Seit dem Jahr 1997 wird in Deutsch­land keine Vermögen­steuer mehr erhoben. Das Bundes­verfassungs­gericht hatte sie in ihrer früheren Form für verfassungs­widrig erklärt (BVerfG, Az. 2 BvL 37/91).

Erbschaft. Auch auf Erben können Änderungen zukommen. Der Bundes­finanzhof kritisierte, dass Erben von Unternehmen derzeit bei der Erbschaft- und Schenkung­steuer gegen­über Privatleuten im Vorteil sind. Das vererbte Betriebs­vermögen wird steuerlich güns­tiger behandelt als Privatvermögen (Az. II R 9/11). Jetzt ist das Bundes­verfassungs­gericht dran.

Dieser Artikel ist hilfreich. 19 Nutzer finden das hilfreich.