Privatleute, die Jobs in ihrem Haushalt ­vergeben, werden belohnt. Sie sollen jetzt zusätzliche Steuerermäßigung bekommen, wenn sie Geld für Handwerker oder Pflegefachkräfte ausgeben. Auch berufstätige Eltern und Selbstständige erhalten laut Gesetzentwurf neue Steuervorteile.

Passiert das Gesetz Bundestag und Bundesrat, gibt es rückwirkend zum 1. Januar 2006 diese neuen steuerlichen Förderungen:

  • Modernisierung und Renovierung. Lassen Mieter oder Eigentümer etwas in ihrem Haushalt, Garten oder am Haus modernisieren oder sanieren, sind pro Haushalt bis zu 600 Euro Steuerersparnis drin. Das Finanzamt berücksichtigt 20 Prozent der Lohnkosten für Handwerker von maximal 3 000 Euro im Jahr. Bisher förderte es nur Renovierungsarbeiten. Den neuen ­Abzug gibt es zusätzlich zur bisherigen Förderung für andere Dienst­leistungen wie Hausmeister- und Reinigungsarbeiten. Auch dafür erhalten private Arbeitgeber bis zu 600 Euro Steuernachlass.
    Tipp: Das Niedersächsische Finanzgericht ­erlaubt den Abzug auch für den Fall, dass der Haushalt gerade nicht aktiv betrieben wird, weil der Eigentümer zum Beispiel ­vorübergehend im Pflegeheim ist (Az. 3 K 343/05). Endgültig muss dazu der Bundesfinanzhof entscheiden (Az. VI R 75/05).
  • Pflegekosten. Die Kosten für Pflegedienste, die einen pflegebedürftigen Menschen mit mindestens Pflegestufe I zu Hause oder im Haushalt der Angehörigen betreuen oder pflegen, bringen bis zu 1 200 Euro Steuerabzug. Es zählen 20 Prozent der Lohnkosten von maximal 6 000 Euro im Jahr.
  • Kinderbetreuungkosten. Berufstätige Eltern dürfen für ihre Kinder bis zum 14. Geburtstag bis zu 4 000 Euro im Jahr ­Kinderbetreuungskosten als Werbungskosten oder Betriebs­ausgaben abziehen.
  • Selbstständige. Schneller als bisher ­sparen Selbstständige Steuern. Schaffen sie bewegliche Wirtschaftsgüter wie Computer an, können sie sofort 30 Prozent der Kosten abschreiben, bislang nur 20 Prozent.

Dieser Artikel ist hilfreich. 156 Nutzer finden das hilfreich.