Neue Regeln für Anleger

Anleger ordnen am besten gelegentlich ihre Papiere. Frei­stellungs­aufträge, die sie vor dem Jahr 2011 ohne Steueridentifikations­nummer erteilt haben, werden Ende 2015 ungültig. Sie erteilen entweder neue oder fragen ihre Bank, ob sie die Nummer beim Bundes­zentral­amt für Steuern abruft.

Steueridentifikations­nummer

Neu.
2014 wurde rück­wirkend geregelt, dass Geld­institute die Steueridentifikations­nummer von Anlegern beim Bundes­zentral­amt für Steuern abfragen dürfen, ohne dass Anleger ein Recht auf Wider­spruch haben.

Alt.
Bisher konnten Anleger der Abfrage wider­sprechen.

Frei­stellungs­auftrag

Neu.
Ab 2016 verlieren Frei­stellungs­aufträge aus der Zeit vor 2011 ihre Gültig­keit, wenn sie ohne Steueridentifikations­nummer erteilt wurden. Anleger müssen neue erteilen. Oder sie klären bei ihrer Bank, ob diese die Nummer beim Bundes­zentral­amt für Steuern abruft. Dann bleiben die alten Aufträge gültig. Rufen Geld­institute still­schweigend die Nummer beim Zentral­amt ab, haben Kunden kein Recht zu wider­sprechen.

Alt.
2015 gilt noch die Über­gangs­regelung, nach der Banken vor 2011 gestellte Frei­stellungs­aufträge ohne Steueridentifikations­nummer berück­sichtigen dürfen.

Kirchen­steuer

Neu.
2015 müssen Banken, Versicherungen, Kapitalgesell­schaften und Genossenschaften mit der Abgeltung­steuer und dem Solidaritäts­zuschlag auto­matisch Kirchen­steuer an das Finanz­amt über­weisen. Die Geld­institute haben dafür 2014 die Religions­zugehörig­keit ihrer Kunden beim Bundes­zentral­amt für Steuern abge­rufen. Wer das nicht wollte, konnte per Post oder online (Bzst.de) beim Bundes­zentral­amt Wider­spruch einlegen. Wider­sprüche führen dazu, dass das Bundes­zentral­amt Name und Anschrift des betreffenden Geld­instituts dem Finanz­amt des Kunden über­mittelt. Der muss seine Kirchen­steuer dann über die Einkommensteuererklärung begleichen.

Alt.
Bis Ende 2014 haben Geld­institute die Kirchen­steuer nur mit abge­führt, wenn ihre Kunden sie damit beauftragt und freiwil­lig die Religions­zugehörig­keit mitgeteilt haben.

Neben­einkünfte

Neu.
2014 wurde rück­wirkend geregelt: Für Arbeitnehmer, Beamte und Pensionäre, die Kapital­einkünfte mit ihrem eigenen Steu­ersatz versteuern, entfällt der Steuer­vorteil durch den Härte­ausgleich. Es gibt die Vergüns­tigung nur noch für andere Neben­einkünfte – zum Beispiel aus Mieten oder selbst­ständiger Arbeit. Sie sind steuerfrei, wenn sie nicht über 410 Euro im Jahr hinaus­gehen. Liegen sie über 410 Euro, aber unter 820 Euro, bleibt ein Teil verschont. Das Finanz­amt ermittelt den steuerfreien Betrag, indem es alle Neben­einkünfte von der 820-Euro-Grenze abzieht.

Alt.
Vor 2014 konnten auch persönlich versteuerte Kapital­einkünfte durch den Härte­ausgleich steuerfrei bleiben.

Zinsen in Luxemburg

Neu.
2015 erhalten deutsche Finanzbehörden Kontroll­mitteilungen, wenn Anleger aus Deutsch­land in Luxemburg Zinsen erzielen. Die luxemburgische Quellen­steuer von 35 Prozent bei der Gutschrift ihrer Zinsen entfällt.

Alt.
Bisher können Anleger den Quellen­steuer­abzug nur vermeiden, wenn sie die Geld­institute in Luxemburg beauftragen, ihre Zinsen den deutschen Finanzbehörden mitzuteilen.

Gewinne aus Guthaben in fremder Währung

Neu.
Schon 2014 gilt für Gewinne, die Anleger mit dem Umtausch fremder Währungs­guthaben in Euro erzielen, rück­wirkend die „First-in-first-out-Methode“. Das Guthaben, das sie zuerst ange­schafft haben, gilt als zuerst umge­tauscht. Der Gewinn ist steuer­pflichtig, wenn die Anschaffung weniger als ein Jahr zurück­liegt.

Alt.
Bisher ergab sich der Gewinn aus der komplizierten Durch­schnitts­methode.

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