Das ändert sich für Arbeitnehmer

Renten- und Arbeits­losen­versicherung

Neu.
2015 zahlen gesetzlich Versicherte für Bruttolöhne bis 72 600/62 400 Euro (alte/neue Bundes­länder):

  • 9,35 Prozent Renten­versicherungs­beitrag,
  • 1,5 Prozent Arbeits­losen­versicherungs­beitrag.

Alt.
2014 endete die Lohn­grenze bei 71 400/60 000 Euro (alte/neue Bundes­länder). Für die Renten­versicherung war der Beitrags­satz höher (9,45 Prozent).

Kranken- und Pflege­versicherung

Neu.
2015 zahlen gesetzlich Versicherte für Bruttolöhne bis 49 500 Euro:

  • 7,3 Prozent Kranken­versicherungs­beitrag,
  • 1,175 Prozent Pflege­versicherungs­beitrag (ohne Kinder plus 0,25 Prozent Zuschlag).

Die Krankenkassen können ab 2015 außerdem Zusatz­beiträge fordern, die vom Einkommen des Versicherten abhängen (Produktfinder Gesetzliche Krankenversicherung).

Alt.
2014 lag die Lohn­grenze bei 48 600 Euro. Der Kranken­versicherungs­beitrag für Arbeitnehmer war 0,9 Prozent­punkte höher. Der Pflege­versicherungs­beitrag war 0,15 Prozent­punkte nied­riger.

Rentenbeiträge
für die gesetzliche Renten­versicherung, berufliche Versorgungs­werke, Rürup-Verträge

Neu.
2015 berück­sichtigt das Finanz­amt für die Basis­vorsorge Rentenbeiträge bis 22 172 (Ehe-/Lebens­partner 44 344) Euro. 1 80 Prozent zählen als Sonder­ausgaben.

Alt. 2014 lag der Höchst­beitrag nur bei 20 000 (Ehe-/Lebens­partner 40 000) Euro und es wurden 78 Prozent als Sonder­ausgaben anerkannt.

Firmenrenten,
wie Direkt­versicherungen, Pensions­kassen, Pensions­fonds

Neu.
2015 können Arbeitnehmer über die Firma ohne Steuern und Sozial­abgaben bis zu 2 904 Euro Lohn in die geförderte Alters­vorsorge investieren

Alt.
2014 lag der Höchst­betrag nur bei 2 856 Euro.

Betreuung von Kindern und Angehörigen

Neu.
Ab 2015 ist gesetzlich geregelt:

  • Lassen Arbeitnehmer aus zwingenden beruflichen Gründen kurz­fristig pflegebedürftige Angehörige oder Kinder betreuen, kann der Arbeit­geber steuerfrei bis zu 600 Euro beisteuern. Für Kinder gilt das, wenn sie unter 14 Jahre oder behindert und unter 25 Jahre alt sind. 1
  • Nehmen Arbeitnehmer zur Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen oder Kindern Beratung in Anspruch, die der Arbeit­geber bezahlt, ist die Leistung steuerfrei. Das gilt auch für die Vermitt­lung von Betreuungs­personen.

Alt.
Bisher umfasste die steuerfreie Beratung alle sozialen und persönlichen Angelegenheiten. Den steuerfreien Zuschuss für die kurz­fristige Betreuung gab es nicht.

Umzug aus beruflichen Gründen

Neu.
2015 dürfen Berufs­tätige für Umzugs­auslagen höhere Pauschalen als Werbungs­kosten absetzen, wenn sie beruflich umziehen. Endet ihr Umzug frühestens am 1. März, betragen die Pauschalen:

  • 1 460 Euro für Ehepaare, gesetzliche Lebens­part­nerschaften, Verwitwete, Geschiedene und Ledige mit nahen Angehörigen,
  • 730 Euro für Allein­stehende,
  • 322 Euro für Kinder, nahe Verwandte, Lebens­gefährten im Haushalt, die mitziehen.

1 841 Euro beträgt für jedes Kind der neue Höchst­betrag für Unterrichts­kosten, die durch den Umzug zusätzlich anfallen.

Alt.
Die bisherigen Pauschalen gelten bei Umzugs­ende seit 1. März 2014 und betragen 1 429 Euro (Paare), 715 Euro (Allein­stehende) und 315 Euro (Haus­halts­mitglieder). Der Höchst­betrag für Unter­richt liegt bei 1 802 Euro für jedes Kind.

Geschenke vom Arbeit­geber

Neu.
2015 sind Sach­geschenke wie Präsentkörbe vom Arbeit­geber bis zum Wert von 60 Euro steuerfrei. Arbeitnehmer können sie zu persönlichen Anlässen wie Geburts­tag, Hoch­zeit und Geburt ihres Kindes erhalten, außerdem im Rahmen von Betriebs­ver­anstaltungen und Arbeits­essen.

Alt.
2014 lag die Grenze für solche steuerfreien Aufmerk­samkeiten nur bei 40 Euro.

Vorteil auf Betriebs­ver­anstaltungen

Neu.
Ab 2015 sind Vorteile bei Betriebs­ver­anstaltungen – wie das Essen auf Weihnachts­feiern – für jeden Arbeitnehmer bis zum Frei­betrag von 110 Euro steuerfrei. Beträge über dem Frei­betrag sind steuer­pflichtig. Das gilt für bis zu zwei Veranstaltungen im Jahr. Ausgaben wie die Raummiete und Kosten für Familien­angehörige muss der Arbeit­geber einbeziehen. 1

Alt.
2014 gab es eine steuerfreie Grenze von 110 Euro. War der Vorteil nur 1 Euro höher, war der gesamte Wert steuer­pflichtig.

    • 1 Der Bundes­rat hatte der Änderung bei Redak­tions­schluss noch nicht zuge­stimmt.