Neue Gesetze, Urteile und Verwaltungsan­weisungen bringen 2012 eine Reihe von Veränderungen. Die wichtigsten Auswirkungen.

Ein bisschen finanzielle Entlastung, ein bisschen weniger Bürokratie: Dafür sorgt der Staat mit den diesjährigen Steuerneuerungen. Für weniger frohe Botschaften sorgt er aber auch. So hat er Studenten und Auszubildenden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Bundesfinanzhof hatte gleich mehrfach entschieden: Sie dürfen die Kosten für ein Erststudium oder eine Erstausbildung als vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben in voller Höhe mit den Einkünften der ersten Berufsjahre verrechnen. Der Gesetzgeber brachte das zu Fall – sogar rückwirkend ab 2004. Die Kosten für eine erste Berufsausbildung sind weiterhin nur als Sonderausgaben abziehbar. Vater Staat verschenkte noch ein kleines „Bonbon“ und erhöhte den maximalen Abzugsbetrag von 4 000 Euro auf 6 000 Euro im Jahr. Das bringt aber vielen keinen Vorteil, anders als das süße Paket vom Bundesfinanzhof. Beim BFH gibt es bereits ein Verfahren (Az. VIII R 49/11), in dem die Richter erneut über diese Streitfrage entscheiden müssen. Betroffene können sich darauf berufen, wenn das Finanzamt Werbungskosten für ein Erststudium nicht anerkennt.

Der Bundesfinanzhof hatte auch die Nachweispflichten der Steuerzahler etwas gelockert. Zum Beispiel genügte ihm ein nachträgliches Gutachten, wenn jemand Kosten für eine Heilkur absetzen wollte. Nun aber gelten wieder die alten Nachweispflichten: Amtsarzt oder eine amtliche Stelle müssen vorher begutachten.

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