Steueränderungen 2006 Meldung

Die Geburtenrate sinkt, Politiker und Wissenschaftler klagen. Zwei Gründe für die Misere: Die finanzielle Belastung durch Kinder und die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Hier will die Politik entgegenwirken - zumindest finanziell. Der Bundesrat stimmte am 7. April dem „Gesetz zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung“ zu. Wichtiger Bestandteil des Gesetzes: Berufstätige und alleinerziehende Eltern können mehr Kinderbetreuungskosten absetzen. Finanztest sagt, wie es geht.

Plus für berufstätige Eltern

Berufstätige Eltern und Alleinerziehende können 2/3 ihrer Betreuungskosten, maximal 4 000 Euro für jedes Kind bis zum 14. Geburtstag als Werbungs­kosten oder Betriebsausgaben absetzen. Für behinderte Kinder gibt es keine Altersgrenze. Die Behinderung muss aber vor dem 27. Geburtstag ein­ge­treten sein. Zu den berufstätigen Eltern zählen auch Mütter oder Väter mit einem Teilzeit- oder Minijob. Genauso erhalten Elternpaare den Abzug, wenn nur ein Elternteil berufstätig und der andere dauerhaft krank, behindert oder in Ausbildung ist. Ob die Eltern ihr Kind im Kindergarten, bei einer Tages­mutter oder im eigenen Haushalt betreuen lassen, spielt keine Rolle. Pro Kind zählen zwei Drittel der Ausgaben als Werbungs­kosten oder Betriebsaus­gaben. Das Maximum schöpfen Eltern aus, wenn sie für jedes Kind 6 000 Euro Betreuungs­kosten im Jahr nachweisen: Von dieser Summe zieht das Finanzamt ein Drittel als Eigen­anteil ab. Die Eltern können 4 000 Euro absetzen.

So hoch ist die Ersparnis

Wie viel Geld Eltern durch die geplante Regelung sparen werden, hängt von ihrem Einkommen und den Betreuungskosten ab: Überweisen Eltern für ihre fünfjährige Tochter 1 200 Euro im Jahr an die Kita, zahlen sie bei 40 000 Euro gemeinsamem Einkommen 230 Euro weniger Steuern inklusive Solidaritätszuschlag. Die Eltern können noch 4 800 Euro Betreuungs­kosten für ihre Tochter ausgeben. Dann erhalten sie weitere 903 Euro vom Finanzamt zurück. Weitere Beispiele zeigt der Testkompass. Die neuen Regeln sind viel besser als bisher. Im vergangenen Jahr hatten die Eltern in diesem Beispiel gar keine Steuerersparnis. Erst Betreuungskosten über 1 548 Euro wirkten sich steuerlich aus.

Sonderregel für Alleinverdiener

Zum ersten Mal sollen auch Elternpaare profitieren, bei denen nur ein Elternteil berufstätig ist: Sie können für ihre drei- bis sechsjährigen Kinder die Kindergartenkosten als Sonderausgaben abziehen, für jedes Kind zwei Drittel der Kosten, maximal 4 000 Euro. Allerdings zählen nur die Ausgaben für den Kindergarten. Wer seinen Nachwuchs von einer Tagesmutter als Minijobber, einer sozialversicherten Haushaltshilfe oder Selbstständigen betreuen lässt, kann außerdem je nach Art der Beschäftigung unabhängig vom Alter seines Kindes Steuern sparen, zum Beispiel bis zu 600 Euro für eine selbstständige Tagesmutter. Der Abzug für die Tagesmutter klappt aber nur, solange ein Partner nicht berufstätig ist. Arbeiten beide wieder, ziehen sie Betreuungskosten von bis zu 4 000 Euro im Jahr als Werbungskosten ab.

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