Steuer-Urteile Meldung

Rentner lassen ihr häusliches Arbeits­zimmer anerkennen. Selbst­ständige rechnen für Berufs­fahrten alles ab.

Berufs­tätige und Rentner sparen jetzt häufiger Steuern: Die Finanz­ämter wenden güns­tige Urteile des Bundes­finanzhofs an. Es geht ums häusliche Arbeits­zimmer, die Kosten für den Weg zur Arbeit und doppelte Haus­halts­führung. Die Experten von Finanztest bieten eine Über­blick.

Drei Steuerzahler erfolg­reich für alle

Drei Steuerzahler waren beim Bundes­finanzhof (BFH) erfolg­reich. Eine Selbst­ständige kann mehr für ihre Arbeits­wege absetzen, ein Arbeitnehmer für sein berufliches Doppelleben und ein Pensionär für sein häusliches Arbeits­zimmer. Das Gute ist: Die Finanz­ämter berück­sichtigen die Urteile auch bei allen anderen. Mehr auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums.

Arbeits­zimmer für Rentner und Pensionäre

Rentner und Pensionäre profitieren, wenn sie noch verdienen und daheim ein Arbeits­zimmer haben. Liegt dort der Mittel­punkt ihrer beruflichen Arbeit, dürfen sie Posten wie die Raummiete voll absetzen (Az. VIII R 3/12). Beim BFH hat ein pensionierter Ingenieur geklagt, der im Arbeits­zimmer nebenbei als selbst­ständiger Gutachter arbeitete. Haupt­sächlich bezog er Pension sowie geringe Miet­einkünfte und Kapital­erträge im Rahmen des Sparerpausch­betrags. Das alles fiel nicht ins Gewicht. Der Pensionär darf für sein Arbeits­zimmer 3 372 Euro als Betriebs­ausgaben abrechnen.

Mehr Geld bei doppeltem Haushalt

Arbeitnehmer sparen mehr Steuern, wenn sie aus privaten Motiven vom Arbeits­ort wegziehen, dort die alte Wohnung aber aus beruflichen Gründen weiterführen. Dann muss das Finanz­amt nicht nur Posten wie die Miete am Arbeits­ort als Werbungs­kosten anerkennen. Sie dürfen für die ersten drei Monate auch Verpflegungs­pauschalen absetzen. Der Kläger beim BFH versteuert dadurch 1 272 Euro weniger Einkommen. Er war nach seiner Hoch­zeit weggezogen (Az. VI R 7/13).

Mehr rausholen bei Kosten für den Arbeitsweg

Selbst­ständige schneiden besser ab, wenn sie mehrere Auftrag­geber haben, von denen keiner von zentraler Bedeutung ist. Dann zählt für Auto­fahrten dorthin jeder hin- und zurück­gefahrene Kilo­meter, außerdem die Kosten für Bus und Bahn. Das hat eine selbst­ständige Musik­lehrerin beim BFH erreicht, die in wechselnden Schulen und Kinder­gärten arbeitete. Sie setzt für jeden Kilo­meter mit dem Pkw pauschal 30 Cent als Betriebs­ausgaben ab (Az. III R 19/13).

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