Steuer-CDs Meldung

Der Druck auf Steuersünder, die bisher ihre Schweizer Kapitalerträge am deutschen Finanzamt vorbeigemogelt haben, steigt: Steuerfahnder in Nordrhein-Westfalen (NRW) durchforsten neue Steuer-CDs mit Daten deutscher Kunden. Allerdings kritisiert das Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble heftig. Er fürchtet um das Steuerabkommen mit der Schweiz, das zum 1. Januar 2013 in Kraft treten soll.

Doch es ist fraglich, ob das Abkommen kommt, da es noch den Bundesrat passieren muss. Einige Länder wollen es ablehnen, weil nach jetzigem Stand Steuersünder ihr Schweizer Konto bis zum Jahresende straffrei räumen können.

Die Bundesregierung schätzt, dass die Deutschen rund 80 Milliarden Euro Schwarzgeld in der Schweiz verstecken. Doch immer mehr zeigen sich selbst an, um straffrei auszugehen. In NRW legten seit dem Frühjahr 2010 6 370 ihre Schweizer Kapitalerträge offen.

Auch die Europäische Kommission will gegen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung verschärft vorgehen. Es wird geschätzt, dass das Ausmaß der Schattenwirtschaft in der EU fast zwei Billionen Euro beträgt. Geplant sind etwa Mindeststrafen, eine grenzübergreifende Steuer-Identifikationsnummer und Maßnahmen gegen Steueroasen. Der konkrete Plan soll bis Ende 2012 vorliegen.

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