Das Ober­landes­gericht Hamm hat entschieden, dass ein Kranken­haus nicht für eine ungewollte Schwangerschaft nach einer Sterilisation haften muss, wenn die Patientin korrekt über das verbleibende Schwanger­schafts­risiko informiert wurde (Az. 26 U 112/13). Eine Frau hatte sich nach der Geburt ihres zweiten Kindes sterilisieren lassen. Knapp zwei Jahre später wurde sie erneut schwanger. Gemein­sam mit ihrem Ehemann verklagte sie die Klinik auf Schaden­ersatz von rund 10 000 Euro und monatlichem Unterhalt von rund 300 Euro für das Kind bis zur Voll­jährigkeit. Die Richter lehnten die Forderungen ab: Ein Behand­lungs­fehler sei nicht nach­zuweisen und „die Beweislast für eine Verletzung der Informations­pflichten (...) hat die Patientin“. Die habe die mangelnde Aufklärung nicht nachgewiesen. Das Gericht geht davon aus, dass der Arzt die Frau mündlich darauf hingewiesen hat, dass auch nach der Sterilisation eine Schwangerschaft in 4 von 1 000 Fällen möglich ist.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1 Nutzer findet das hilfreich.