Pro Sterbe­hilfegesetz: „Best­mögliche Regelung“

Sterbe­hilfe Special

Rudolf Henke, Vorsitzender des Ärzte­verbands Marburger Bund, CDU-Abge­ordneter im Bundes­tag

„Ärzt­liche Sterbe­begleitung ist etwas völlig anderes als die geschäfts­mäßige Beihilfe zum Suizid. Sie bedeutet Hilfe beim Sterben und nicht Hilfe zum Sterben. Wenn keine Aussicht auf Heilung mehr da ist, ist es immer möglich, im Einverständnis mit dem Patienten auf sinn­lose Behand­lungs­maßnahmen zu verzichten und einer palliativen Versorgung den Vorzug zu geben. Maßnahmen, die den Todes­eintritt gegen den Willen des Patienten verzögern würden, können unterlassen oder beendet werden. In meinen Augen ist die verabschiedete Regelung die beste, die zustande kommen konnte. In der Begründung des Gesetz­entwurfs heißt es wörtlich: „Der hier vorgelegte Entwurf kriminalisiert ausdrück­lich nicht die Suizid­hilfe, die im Einzel­fall in einer schwierigen Konfliktsituation gewährt wird.“ Das Gesetz bedeutet auch keine Kriminalisierung auf Leidens­linderung gerichteten palliativmedizi­nischen Handelns. Wer eine leidens­lindernde Behand­lung durch­führt oder zum Beispiel in Abstimmung mit einem Patienten, der nicht mehr ausreichend schlu­cken kann, auf künst­liche Ernährung und Flüssig­keits­gabe verzichtet, der handelt unver­ändert ethisch, juristisch und medizi­nisch korrekt. Auch nach Inkraft­treten des neuen Gesetzes. Sterbenlassen ist möglich, und Therapien am Lebens­ende sind auch möglich.“

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