Eine 68-jährige Rentnerin hatte mit einer Ster­begeld­versicherung rund 4 203 Euro für ihre Beerdigung gespart. Ergänzend zu ihrer geringen Alters­rente erhielt sie eine Grund­sicherungs­leistung in Höhe von 150 Euro. Als sie beim Grund­sicherungs­amt eine Weiterbewil­ligung der Leistung beantragte, verlangte die Behörde: Sie solle ihre Ster­begeld­versicherung kündigen, um das Geld für ihren Lebens­unterhalt zu verwenden. Die Begründung: Es handele sich um „verwert­bares Vermögen“.

Die Frau hätte den Vertrag vorzeitig beenden und einen Verlust von rund 29 Prozent in Kauf nehmen müssen. Sie zog deshalb vor das Sozialge­richt in Gießen und erhielt recht: Die Kündigung der Versicherung sei offen­kundig unwirt­schaftlich und damit über­zogen. Rund 2 980 Euro Auszahlungs­summe stehe in einem deutlichen Miss­verhältnis zum wirk­lichen Wert der Ster­begeld­versicherung. Die Rentnerin muss ihre Police nicht auflösen (Az. S 18 SO 108/14).

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