Stepper und Crosstrainer Test

Zwei Geräte, ein Ziel: Mehr Fitness durch Heimtraining. Die meisten Geräte sind okay – aber bei einigen gibt es Verletzungsrisiken.

Für das kleine Training zwischendurch steigen vor allem Frauen zuhause gerne auf den Stepper. Auch der vergleichsweise ausladende und immobile Crosstrainer (siehe Aufmacherbild) ist beliebt, lässt sich aber nicht schnell mal unters Bett schieben oder auf der Geschäftsreise im Auto verstauen wie der Stepper, ein Kleingerät, das das Treppensteigen simuliert. Wir haben beide Typen geprüft – direkt vergleichen lassen sich die Kleinen mit den Großen kaum. Dazu sind sie zu unterschiedlich. Ihre Daseinsberechtigung  haben aber beide: Der Stepper ist vornehmlich was für Einsteiger. Wer beim Training durchhält, dem dürfte aber der Mini auf Dauer nicht genügen. Crosstrainer lassen dagegen ein zielgerichtetes, effektives Fitnesstraining zu. Derzeit geht der Trend auch mehr in Richtung größere Geräte.

Aber auch Stepper kommen noch gut an. Doch Stepper ist nicht gleich Stepper: Wir haben sie als Mini-, Twist- und Swing- oder Side- und Balancestepper im Test. Das Prinzip ist zwar immer das gleiche, aber die Bewegungsabläufe unterscheiden sich (siehe „Steppertypen“).

Der Klassiker

Stepper und Crosstrainer Test

Stepp: Temperaturmessung am Zylinder

Der Ministepper ist der Klassiker und das kleinste stationäre Trainingsgerät überhaupt. Preiswert obendrein: In unserem Testfeld gab es ihn ab 39 Euro (Christopeit 9762). Stepper haben zwei Trittflächen und meist zwei Hydraulikzylinder als Widerstand. Es gibt sie auch mit Haltestangen. Dann sind sie aber schon recht ausladend. Wer auf dem Stepper den Oberkörper mittrainieren will, kauft sich einen mit Gummi-Zugseil. Trainingscomputer erlauben an sämtlichen Steppertypen eine – allerdings nur sehr begrenzte – Überwachung der Belastung. Für ein ernsthaftes Training ist es besser, sich ein exakt arbeitendes Pulsfrequenzmessgerät mit Brustgurt zuzulegen.

Weil sich die Füße auf ihnen in Form einer Ellipse bewegen, werden Crosstrainer auch „Ellipticals“ genannt. Je nach Einstellung lassen sich Bewegungen ähnlich dem Nordic Walking, Joggen oder Radfahren simulieren. Gleichzeitig machen die Arme eine rhythmische Gegenbewegung. So kommen nicht nur die Beine, sondern  der ganze Körper in Schwung.

Im Test waren die Fitnessgeräte ganz unterschiedlich in Form. Unter den Crosstrainern machte der billigste die schlechteste Figur: Der Body Coach 28240 ist mit 160 Euro zwar ungewöhnlich billig, hat aber ansonsten kaum etwas zu bieten. Nicht nur, dass sich auf ihm nicht vernünftig trainieren lässt, man kann sich auch an Quetschstellen schwer verletzen.

Dass es auch zu einem moderaten Preis „gut“ geht, zeigt der Crosstrainer Christopeit Sport CS 5, der 249 Euro kostet und das Crossingfeld beim Endurteil anführt. Am besten beim Training gefiel uns allerdings der teuerste im Test, Kettler Vito XS für stolze 500 Euro. Auch bei der Anzeigegenauigkeit und der Haltbarkeit lag der Kettler-Crosstrainer (zusammen mit Bremshey Orbit Spirit-S) in Front.

Schadstoffe in den Griffen

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Cross: Schwungscheibe mit Magnetbremse

Ganz vorne im Qualitätsurteil wäre der Kettler gelandet, wenn er auch unsere Prüfung auf Gesundheitsverträglichkeit bestanden hätte. Dabei fahndeten wir nach Schadstoffen in den Handgriffen und wurden bei vielen – auch unter den Steppern – fündig: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gelten als krebserregend. Sie können beim Anfassen belasteter Griffe über die Haut in den Körper gelangen – besonders wenn man schwitzt. Phthalate, sogenannte Weichmacher, können die Fortpflanzungsfähigkeit sowie Leber und Nieren schädigen. Nonylphenol ist ein hormonell wirkendes Gift, das nur schwer abbaubar ist und sich in der Nahrungskette anreichert. Chlorparaffine werden zum Flammschutz sowie als Weichmacher eingesetzt und sind ebenfalls überflüssig. Acht Geräte werteten wir wegen der Phthalate in den Handgriffen ab – schließlich gibt es unbedenkliche Alternativen. Die Hersteller müssen hier noch sensibler werden.

Bei den Steppern bewährten sich die Ministepper am besten. Drei konnten mit „gut“ benotet werden (Alex 8100, Bremshey Step up CP und Kettler Artikelnummer 7873-600). Christopeit Sport 9762 war mit einem Preis von 39 Euro der billigste Stepper im Test und verpasste nur knapp ein „Gut“ im Qualitätsurteil.

Verletzungen möglich

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Ein Gerät mit Zugseil, das die Arme einbezieht.

Einige Stepper können gefährlich werden. Insbesondere die mit Karabinerhaken und Zugseilen aus Gummi, mit denen sich auch die Arme trainieren lassen. An zwei Geräten (Body coach 28302 und Buffalo) hängten sich die Haken, mit denen die Seile unten am Stepper befestigt sind, unbeabsichtigt aus und das unter starker Spannung stehende Gummiseil schoss nach oben. Das kann ins Auge gehen – ein Tester verletzte sich im Gesicht.

Beim Trainieren werden die Widerstandszylinder häufig so stark beansprucht, dass ihre zulässige Oberflächentemperatur von maximal 65 Grad Celsius weit überschritten wird. Immerhin 8 von 13 Steppern hatten hier Probleme. Als „ausreichend“ gingen diese Mängel in den meisten Fällen nur durch, weil sich die Hydraulikzylinder nur umständlich berühren lassen. Aber Vorsicht ist geboten – vor allem, wenn Kinder auf dem Boden herumturnen.

Welche Muskeln trainiert werden

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Voll verkabelt: Sportstudenten ließen ihre Muskeln beim Training auf den Steppern spielen.

Fünf Sportstudenten ließen sich von uns verkabeln, damit wir den Trainingseffekt von Steppern auf die Muskulatur an Oberschenkel, Wade und Gesäß beurteilen konnten (siehe Bilder). Fazit: Zwischen den drei Steppertypen gab es kaum Unterschiede bei der Aktivierung der vorderen Oberschenkelmuskulatur. Wenn man gezielt die Wadenmuskeln stärken will, bringt der Sidestepper etwas mehr. Er ist von den drei Typen auch am besten für eine möglichst hohe Gesamtaktivierung der Beinmuskulatur geeignet. Aus sportmedizinischer und physiotherapeutischer Sicht ist das Fazit unseres Vergleichs eindeutig: Für ein effektives Herz-Kreislauf- und Bewegungstraining ist letztlich nur der Crosstrainer geeignet. Das wird auch vom Experten Dr. Johannes Peil, Leitender Arzt der Sportklinik Bad Nauheim, bestätigt. Er betont außerdem, dass Übergewichtige auf einem Crosstrainer wegen seines runden Laufs besser aufgehoben sind als auf Steppern, bei denen es zu harten Stößen auf die Gelenke und Bandscheiben kommen kann. Positiv beim Stepper: Allein schon durch Halten des Gleichgewichts wird die stützende Rumpfmuskulatur mittrainiert. Vorsicht: Nicht barfuß oder in rutschigen Pantoffeln aufsteigen, sonst droht ein schmerzhafter Absturz von den Tritten.

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