Seit 1. Januar können Verbraucher ihre Ansprüche an eine Verbraucher­zentra­le (VZ) abtreten, damit die das Geld
für sie einklagt. Nun hat die VZ Baden-Württemberg für drei Geschädigte die erste Verbraucherklage dieser Art erfolgreich beendet.

Die zügige und problemlose Vermittlung von Krediten hatte die Firma IKV-Finanz Marketing & Vertrieb inseriert. Riefen darauf Interessenten an, kamen Berater, die sich für den bloßen Versuch der Vermittlung Gebühren und Wegegeld versprechen ließen. Und weil sie nun schon da waren, vermittelten sie an die Kreditsuchenden auch gleich noch teure Beteiligungen an Wohnungsbaugenossenschaften.

Die ursprünglich gewollten Kredite kamen nie zustande. Stattdessen war die Vermittlungsfirma sehr rege beim Inkasso ihrer Gebühren. Insgesamt 817 Euro kassierten sie von drei Familien, die sich deswegen an die VZ Baden-Württemberg wandten.

Die verklagte die IKV Ende 2001 zunächst auf Unterlassung der unlauteren Werbung mit dem Versprechen von Krediten. Als im Januar die Möglichkeit entstand, auch die gezahlten Beträge einzuklagen, nutzte die VZ die Chance. Sie ließ sich zum Einklagen der Forderungen ermächtigen und klagte diese vor dem Landgericht Stuttgart ein (Az. 20 O 564/01). Evelyn Keßler von der VZ Baden-Württemberg hofft auf Nachahmer: „Solche Klagen sind immer dann sinnvoll, wenn der Prozess wegen des niedrigen Streitwerts für die einzelnen Betroffenen unwirtschaftlich wäre.“

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