Steigende Benzinpreise Meldung

Benzin ist so teuer wie noch nie: 1,44 Euro für Super-Kraftstoff, 1,18 Euro für Diesel. Seit Hurrikan Katrina die Erdölförderung im Süden der USA lahm gelegt hat, sind die Treibstoffpreise auch hierzulande nochmals in die Höhe geschnellt. Doch selbst nach der Freigabe nationaler Ölreserven rechnen Experten mit weiter steigenden Preisen. Schon ist die Marke von 1,50 Euro für den Liter Normalbenzin in Sicht. Diese hohen Preise zwingen viele Autofahrer zum Umdenken. test.de gibt Tipps, wie Sie die gestiegenen Benzinkosten zumindest teilweise ausgleichen.

Mitfahren

Gar nicht mehr Auto fahren ist sicherlich die radikalste Konsequenz aus den hohen Benzinpreisen. Doch für viele Autofahrer ist diese Alternative nicht praktikabel. Vor allem Pendler und Menschen in ländlichen Regionen sind häufig auf ihr Fahrzeug angewiesen. Da sind Fahrgemeinschaften weitaus praktischer. Wer regelmäßig mit dem Auto zur Arbeit fährt, kann sich mit Kollegen zusammen schließen und die Kosten teilen. Auch auf weiteren Fahrten gibt es Sparpotential: Hier vermitteln Mitfahrzentralen zahlende Passagiere. Je nach Zahl der Mitfahrer senken Sie somit die Benzinkosten zwischen 50 und 75 Prozent. Für Wenigfahrer in Städten lohnen sich auch die Angebote verschiedener Carsharing-Anbieter.

Richtige Fahrweise

Ein weiteres Drittel der Benzinrechnung sparen Sie durch besonnene Fahrweise. Verzichten Sie auf Kavalierstarts. Beschleunigen Sie in allen Gängen möglichst gleichmäßig und schalten Sie zügig hoch (unterhalb von 3 000 U/min). Nicht nur Kleinwagen lassen sich schon ab Tempo 50 im 4. oder gar 5. Gang fahren. Fahren Sie nicht zu schnell. Je schneller das Fahrzeug, desto stärker bremst der Wind: Eine Verdopplung des Tempos vervierfacht den Windwiderstand. Schalten Sie den Motor ab, wenn der Wagen länger als zehn Sekunden steht. Verzichten Sie unbedingt auf kurze Fahrten, die Sie auch zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen können.

Achtung Stromfresser

Elektrische Geräte im Auto wie Stereoanlage, Handyaufladegerät, beheizbare Heckscheibe kosten Strom und damit Benzin. Weil die Batterie mehr Strom verbraucht, erhöht sich der Drehwiderstand des Keilriemens, und der Motor muss für den Antrieb mehr Kraft aufwenden. Die Klimaanlage verbraucht dadurch zwischen 0,3 und 0,7 Liter Benzin pro Stunde, die Standheizung zwischen 0,2 und 0.5 Liter. Kühlen Sie das Fahrzeug lieber durch heruntergekurbelte Fenster als durch die Klimaanlage.

Neues Auto

Aktuelle Fahrzeuge verbrauchen bei gleicher Leistung deutlich weniger Sprit als solche, die vor etlichen Jahren erstmals zugelassen wurden. Laut Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) sank der Treibstoffverbrauch deutscher Autos seit Anfang der 90er Jahre um zwei Liter und liegt derzeit bei durchschnittlich 6,8 Litern auf 100 Kilometern. Wer also sowieso mit dem Gedanken an einen Neukauf spielt, der sollte vielleicht jetzt die hohen Benzinpreise zum Anlass nehmen, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen. Die Gelegenheit ist auch aus anderen Gründen günstig: Viele Händler räumen wegen der schwachen Automobilkonjunktur hohe Rabatte beim Neukauf ein.

Weitere Tipps

  • Warmlaufen. Lassen Sie den Motor nie im Stand warmlaufen. Fahren Sie ihn statt dessen nach dem Kaltstart warm.
  • Reifen aufpumpen. Überprüfen Sie regelmäßig den Reifendruck. Ist er zu gering, steigt der Spritverbrauch. Ersetzen Sie abgefahrene Reifen durch Energiesparreifen mit geringem Rollwiderstand. Superbreitreifen vergrößern den Windwiderstand.
  • Buch führen. Kontrollieren Sie regelmäßig den Kraftstoffverbrauch mit Hilfe von Kilometerzähler und Tankquittungen oder noch besser – falls vorhanden – mit dem Bordcomputer. Letzterer gibt unmittelbar Aufschluss über den aktuellen und den Durchschnittsverbrauch und hilft dadurch sehr, eine spritsparende Fahrweise zu entwickeln. Bei Unregelmäßigkeiten im Verbrauch sollten Sie auch außerhalb der normalen Inspektionen die Werkstatt aufsuchen.
  • Unnützer Ballast. Entfernen Sie Transporthalterungen vom Dach, wenn diese nicht mehr benötigt werden. Entrümpelt Sie den Kofferraum. Der größere Luftwiderstand und das höhere Gewicht kosten zusätzlich Treibstoff.
  • Erdgasautos. Während Benzin und Diesel immer teurer werden, ist der Unterhalt von Erdgasautos nur rund halb so teuer. Stiftung Warentest stellt Technik und Modelle vor.

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