Stromverbrauch: Protzerei statt Information

Staubsauger Test

Staub: Auf dem Teppichband müssen Staubsauger und Düse zeigen, wie gut sie bestimmte Mengen von Staub mit exakt vorgegebener Korngröße aufnehmen können.

Hohe Wattzahlen in der Werbung und auf den Typenschildern der Geräte garantieren noch lange keine Spitzenleistungen.

Staubaufnahme- und Staubrückhaltevermögen sind die wichtigsten Qualitätsmerkmale eines Staubsaugers. Die Konstrukteure wissen das sehr gut. Aber für die Vermarktung machen sich möglichst hohe Leistungszahlen in Watt besser. Und deshalb über­trei­ben Werbestrategen unverfroren bei den Angaben auf den Typenschildern, wie unsere gemessenen Werte zeigen.

Gemessen. Wir haben den Stromverbrauch beim Sau­gen einer zehn Quadratmeter großen Teppichfläche ermittelt. Dabei verbrauchte das billigste Gerät im Test, der Solac für 50 Euro, mit 254 Wattstun­den zwar am we­nig­sten Strom, nahm aber bei den Saugversu­chen auf dem Teppichband nur 57 Prozent vom Staub auf. Wie man mit ähnlichem Stromverbrauch zur Spitzenleistung im Test von 75 Prozent Staubaufnahme und auch noch zu einem „sehr guten“ Staubrückhaltevermögen kommt, zeigt das Miele-Gerät, allerdings zum Preis von 139 Euro. Einen Stromverbrauch von 230 bis 360 Wattstunden haben wir als „ausreichend“ bewertet, was darüber hinaus ging war „mangelhaft“. Für einen leistungsfähi­gen Staubsauger, das haben Re­fe­renz­messun­gen an früheren Geräten ergeben, reichen 80 bis 150 Wattstunden, was „sehr gut“ bedeutet. Voraussetzung dafür ist eine stimmige Gesamtkonzeption des Staubsaugers.

Appell. Verbraucher brauchen für ihre Kaufentscheidung Informationen. Deshalb sollte die Wattprotzerei endlich ein Ende haben. Eine ehrliche Kennzeich­nung, die bei anderen Haus­halts­geräten wie Kühlschränken oder Waschma­schi­nen längst üblich ist, könnte auch für Staubsauger gelten. Allerdings waren die Produktinformationen bei Haushaltsgeräten erst nach zähem Kampf mit den Anbietern durchzusetzen, bis dort die Einsicht dämmerte, mit solcher Transparenz ganz ne­benbei auch einiges an Kundenvertrauen gewinnen zu können.

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