Staubsauger Test

Dieser Test bot manche Überraschung: Nicht jede Elektrodüse saugt gut, nicht jeder Filter hält, was sein Name verspricht.

Die Firma Sebo im nordrhein-westfälischen Velbert sollte dringend ihren Staubsauger air belt K3 nachbessern. Er enttäuschte auf ganzer Linie. Mit der Elektrodüse saugte der air belt K3 viel schlechter als andere, mit der Standarddüse sogar fast am schlechtesten. Selbst mit neuen Filtern im Staubsauger nahm die Elektrodüse vom Veloursteppich gerade mal 70 Prozent des Staubs auf, den wir für den Test aufgestreut und festgewalzt hatten. Zum Vergleich: Die anderen Geräte mit Elektrodüse schafften 80 bis 90 Prozent. Bodenspalten wie tiefe Parkett- oder Laminat­ritzen mag sie ebenfalls nicht. Was sich dort sammelt, ruht in Frieden. Für mehr als 400 Euro – so viel kostet der Sebo mit elektrischem Bürstvorsatz – erwartet der Kunde zu Recht Besseres.

Nachdem wir im April 2002 billigere Staubsauger getestet hatten, nahmen wir jetzt 13 Hand- und Bodenstaubsauger für 125 bis 417 Euro unter die Lupe. Wie der Sebo air belt K3 saugen auch die beiden Geräte von Miele wahlweise mit der herkömmlichen Standarddüse (auch Universal-, Kombi- oder Teppich-/Bodendüse genannt) oder mit der Elektrodüse. Kobold 135 mit Elektrobürste EB 351 von Vorwerk ist von Hause aus nur mit der motorbetriebenen rotierenden Bürstwalze versehen. Die Standarddüse kann man für rund 40 Euro zusätzlich kaufen.

Noch eine Besonderheit: Der LG Cyking, eine Art Zyklon­sauger, kommt ohne Staubbeutel aus. Der Schmutz sammelt sich in einer Box, die sich auswa­schen und wiederverwenden lässt. Menschen mit Hausstauballergien sollten sich davor hüten. Das Gerät bläst vieles vom Aufgesaugten wieder in den Raum zurück – trotz des angepriesenen Hepa-Abluftfilters. Der staubbelastete Luftstrom findet wohl ungeahnte Wege nach draußen. Außerdem staubt es beim Ausleeren der Box und Auswaschen des Motorfilters gehörig, was Niesanfälle bei Empfindlichen geradezu provoziert.

Elektrodüse: Teurer und meist besser

Staubsauger Test

Garantiert nichts für Sensible: Viel Dreck wirbelt der LG Cyking auf, wenn man die Staubbox und den Motorfilter reinigt.

Spitzenwerte beim Staubschlucken erzielten erwartungsgemäß Modelle mit Elektrodüse. Die beiden Miele-Geräte und der Vorwerk Kobold 135 mit EB 351 saugen „sehr gut“. Die von einem separaten Motor angetriebene Bürstenwalze lockert den Schmutz in den Tiefen des Teppichs und schaufelt ihn direkt in den Saugstrom. Robuste Velours- und Schlingenware verträgt das gut. Flokatis und sehr feine, kostbare Bodenbeläge wie Chinateppiche und edle Berber sollte man damit lieber nicht traktieren. Lange und locker eingebundene Fasern und Fransen wickeln sich leicht um die Walze, der schöne Flor leidet. Außerdem ist es ziemlich umständlich, die Düse wieder von den Fäden zu befreien.

Feinstfilter: Nicht immer fein

Die meisten Staubsauger dieser Untersuchung sind serienmäßig mit einem Schwebstoff- oder S-Klasse-Filter für reinere Abluft ausgestattet. Diese speziellen Feinstfilter, meist mit Zickzackfaltung, sollen auch mikroskopisch kleinste Partikel wie Bakterien, Viren und Milben festhalten. Sie sind sinnvoll, wenn im Haushalt Menschen mit Milbenallergien leben. Besonders effektive Filter dieser S-Klasse werden als Hepa-Filter angepriesen. Geräte, die damit bestückt sind, sollten beim Staubrückhaltevermögen „sehr gut“ sein. Doch das ist nicht immer der Fall. Vom LG Cyking war schon die Rede. Sein Staubrückhaltevermögen ist nur „ausreichend“. Auch Quelle/Privileg megaclean VS8 PRO2, Bosch Pro Hygienic BSA 2888, Panasonic MC-E 886 und der Bosch-Handsauger BHS 4488 schafften in diesem Punkt lediglich ein „Gut“ oder „Befriedigend“.

Gesamtkonstruktion: Sie entscheidet

Es kommt eben nicht nur auf die Filterqualität an. Entscheidend dafür, wie viel Staub wieder in den Raum gepustet wird, ist die Gesamtkonstruktion des Geräts. Wenn ein Teil der staubbelasteten Luft am S-Klasse-Filter vorbei andere Wege nach draußen findet, das Gehäuse womöglich undicht ist, nützt auch der beste Hepa-Filter wenig.

Begriffe wie „für Allergiker geeignet“ oder irgendwelche Gütesiegel sind sowieso mit Vorsicht zu genießen. Grundsätzlich sollten Modelle mit Schwebstoff- oder Hepa-Filter bevorzugt werden, wenn Hausstaub in der Nase kitzelt und Niesanfälle auslöst. Heilen können sie eine Hausstauballergie aber nicht. Selbst wenn die Raumluft nach dem Hausputz weniger mit Allergenen belastet ist als vorher, hält die Wirkung nur kurz an. Schon allein das Schieben der Düse über den Teppich oder normales Gehen im Raum wirbelt jede Menge Staub auf. Da Milben sich hauptsächlich in Betten tummeln, sind spezielle Allergikerbezüge für Matratzen ein erster Schritt zur Besserung.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2099 Nutzer finden das hilfreich.