Das Statistische Bundesamt misst jetzt auch die gefühlte Inflation: Sie liegt derzeit bei 7,4 Prozent und ist damit sehr viel höher als die amtlich gemessene Inflationsrate.

Preissprünge: Grund für die Einführung des neuen „Index der wahrgenommenen Inflation“ sind die lautstarken Proteste nach der Euro-Einführung. Viele Verbraucher verwiesen damals auf sprunghaft gestiegene Preise. Der Euro wurde zum Teuro. Doch der amtliche Verbraucherpreisindex zeigte ein anderes Bild: Er lag im Mai 2002 nur 1,1 Prozent über dem Vorjahr. Nur wenige Preise waren überproportional geklettert, zum Beispiel Nahrungsmittel um 6,7 Prozent, Restaurants oft sogar um 20 Prozent.

Umfrage: Dagegen lag die gefühlte Inflation der Verbraucher bei rund 7 Prozent. Der neue Index wird anhand einer monatlichen europaweiten Befragung von 21 000 Konsumenten berechnet.

Gründe: Für den Unterschied zur tatsächlichen Inflation nennen die Statistiker mehrere Gründe:

  • Mit dem Euro wurden vor allem Waren des täglichen Lebens teurer. Deshalb nahmen die Verbraucher diese Erhöhungen besonders stark wahr, obwohl sie nur einen geringen Anteil an ihren Gesamtausgaben ausmachen.
  • Preissteigerungen werden offenbar generell deutlicher bemerkt und höher bewertet als Preissenkungen.
  • Bei vielen Konsumenten gab es die feste Überzeugung, dass mit dem Euro die Preise steigen würden, was ihre Inflationswahrnehmung beeinflusste.

Trick: Eines aber gibt das Amt zu: Viele Geschäfte hatten schon im Vorfeld des Euro ihre Preise erhöht. So konnten sie sie dann auf attraktive Euro-Preise „herabsetzen“.

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