Start in den Frühling Special

Die Temperaturen steigen, die ersten Cafés stellen draußen ihre Tische auf. Höchste Zeit, das Fahr­rad aus dem Keller zu holen und ihm eine Früh­jahrs-Inspektion zu gönnen. test.de sagt, wie Radfahrer gut und sicher in die neue Saison starten. Die wichtigsten Tipps finden Sie hier in diesem Artikel zusammengefasst. Vertiefte Informationen bieten die beiden Specials "Fahrradkauf, Zubehör, Sicherheit, Reparatur + Pflege" und "Fahrradtechnik im Überblick".

Sicher ist sicher

Feuchtig­keit, Dreck und vor allem Streusalz sind Stress fürs Fahr­rad. An Bremsen, Kette und Felgen können Korrosion und Verschleiß gefähr­liche Folgen haben. Etwas Pflege verlängert das Leben des Draht­esels deutlich und lässt ihn spür­bar leichter laufen. Außerdem sollten Sie sich zur Sicherheit die Zeit nehmen, um alle wichtigen Teile zu kontrollieren. Auf den folgenden Seiten beschreibt test.de Schritt für Schritt, was Sie beim Früh­jahrs-Check alles tun sollten. Bringen Sie das Fahr­rad im Zweifel in die Werk­statt, wenn etwas nicht stimmt und Sie es nicht selbst reparieren können. Wenn Sie trotz Mängeln fahren, können Bauteile völlig kaputt­gehen, und es drohen gefähr­liche Stürze.

Tipp: Viele kostenlose Tipps rund um das Thema Fahr­rad bieten die beiden Specials

Umfassende Infos der Stiftung Warentest

Start in den Frühling Special

Hier finden Sie eine erste Orientierung, wie Sie Ihr Rad für die kommende Saison vernünftig durch­checken. Wenn Sie sich intensiv mit dem Thema „Fahr­rad“ auseinander­setzen wollen, sollten Sie sich Das Fahrradbuch der Stiftung Warentest zulegen. Mehr als in diesem Buch steht, müssen Sie nicht wissen. Sie finden darin alles zum Thema Qualität, Service, Preis und Leistung beim Fahr­radkauf, alles über das Zubehör von Anhänger bis Tacho, sowie zur Fahr­radsicherung und -versicherung. Alles mit bebilderten Anleitungen zur Pflege, Wartung und wichtigen Reparaturen sowie eine ausführ­liche Technikkunde.

E-Bikes und Pedelecs

Fahrrad-Tipps: E-Bikes - Motor- und Akku-Typen

Die Fahr­radbranche boomt. Fahr­radkäufer können zwischen viel mehr Typen und Varianten als früher wählen. Rasant vor allem die Entwick­lung bei Pedelecs: Die Akkus für diese Fahr­räder mit elektrischem Zusatz­motor werden immer leistungs­stärker. Doch einige teure Räder für deutlich mehr als 2 000 Euro machten im Test schlapp. Gleich 9 der 16 geprüften Modelle fielen durch – mangelhaft. Elektrofahrräder im Test: Das Risiko fährt beim E-Bike mit.

Vor der ersten Fahrt

Die Kette braucht auch im laufenden Betrieb regel­mäßig frisches Öl. Wenn Sie dünn­flüssiges Öl verwenden, müssen Sie die Kette nach jeder Regen­fahrt neu ölen. Wenn Sie nur im Trockenen fahren, ist frisches Öl spätestens nötig, sobald die Kette beim Fahren leise zu rasseln oder zu quietschen beginnt. Wenn Sie ein Rad mit Ketten­schaltung fahren, sollten Sie regel­mäßig die Kette kontrollieren lassen. Die Bolzen in den Außenlaschen schleifen sich in die Ketten­rollen der Innenglieder hinein. Dadurch längt sich die Kette und passt nicht mehr genau in die Zähne von Kettenrädern und Ritzeln. Bei sport­lichen Fahrten im Gelände bei schlechtem Wetter halten Schaltungs­ketten oft nicht einmal 2 000 Kilo­meter. Unter normalen Bedingungen haben Ketten ihre Verschleiß­grenze meist nach 3 000 bis 6 000 Kilo­metern erreicht. Wenn Sie die Kette recht­zeitig wechseln, brauchen Sie nicht jedes Mal gleich­zeitig auch für viel Geld Kettenräder und Ritzel zu tauschen. Bei recht­zeitigem Wechsel halten die Zahnräder zwei bis vier Ketten­lauf­zeiten lang. Weitere Tipps finden Sie im Fahr­rad-Special unter Reparatur und Pflege.

Reinigung

Dreck am Rad stört nicht nur die Optik, sondern fördert auch den Verschleiß. Auf den Felgen, in den Kettengelenken und Bowdenzügen sowie Rad-, Lenk- und Tret­lagern fräsen feine Sand­partikel am Metall und zerstören die Teile erstaunlich schnell. Waschen Sie das Rad mit viel Wasser mit etwas Spül­mittel von oben nach unten ab. Verwenden Sie keinen Hoch­druck­reiniger. Er drückt Schmutz­partikel und Wasser in die Lager und Zughüllen hinein und macht damit alles eher noch schlimmer. Wischen Sie Kette und Ritzel mit einem alten Lappen ab und entfernen Sie so viel von der alten schwarzen Schmiere wie möglich.

Sicht­kontrolle

Prüfen Sie alle Schrauben auf festen Sitz. Drehen Sie sie gegebenenfalls fest: kräftig, aber nicht mit Gewalt. Schauen Sie sich Rahmen, Gabel und Lenker genau an. Tiefe Kratzer, Beulen, Risse oder Rost­stellen können zu gefähr­lichen Brüchen führen. Kontrollieren Sie vor allem den Lenker rechts und links neben der Klemmung in der Lenker­mitte penibel. Er ist auch bei kleinen Macken unbe­dingt auszutauschen. Ein Lenkerbruch während der Fahrt führt unweigerlich zum Sturz.

Schmierung

Geben Sie an alle Gelenke einen Tropfen säurefreies Nähmaschinenöl. Für die Kette ist Nähmaschinenöl ebenfalls geeignet. Es ist allerdings sehr dünn­flüssig. Die Kette ist sehr schnell wieder trocken und braucht neues Öl. Länger halten die meisten speziell für die Kette entwickelten Öle und Schmier­stoffe. Auch nicht speziell für Fahr­radketten entwickeltes Schmieröl ist geeignet. Allerdings: Je zähflüssiger die Ketten­schmierung, desto eher bleibt Dreck daran kleben und sorgt für erhöhten Verschleiß. Verwenden Sie der Umwelt zuliebe möglichst biologisch abbaubare Schmier­stoffe.

Licht

Fahrrad-Tipps: Das richtige Licht

Prüfen Sie, ob Vorder- und Rück­lampe funk­tionieren. Tauschen Sie bei herkömm­lichen Fahr­radlampen die Glühbirnen aus, wenn sich der Glaskolben bereits deutlich dunkel verfärbt hat. Wenn das Licht nicht funk­tioniert, obwohl die Birne noch heil ist, sind meist korrodierte Kontakte, durch­gescheuerte oder gerissene Kabel die Ursache.

Bowdenzüge

Schauen Sie, ob Brems- und Schalt­züge intakt sind. Vor allem am Brems­zug dürfen zwischen Brems­hebel und Bremse keine Draht­adern gebrochen sein. Achten Sie auch auf das Stück Brems­zug, das bei gezogener Bremse im Brems­hebel zu sehen ist. Die Hülle der Bowdenzüge darf keine Schäden haben.

Bremsen

Schauen Sie, ob die Brems­beläge noch dick genug sind. Probieren Sie die Bremsen im Stand aus. Sie dürfen sich nicht schwerer als früher vom Fahr­rad gewohnt betätigen lassen und müssen sicher zupacken. Stellen Sie die Brems­züge nach, wenn sich der Brems­hebel zu weit an den Lenker heran­ziehen lässt. Minimum: Auch beim Bremsen mit voller Kraft bleibt zwischen Hebel und Lenker noch genug Platz, um keine Finger einklemmen zu können.

Pedale

Die Pedale müssen sich frei und ruck­frei drehen lassen. Fahren Sie nicht damit, wenn sie schwergängig sind, beim Drehen Geräusche machen oder auf der Pedal­achse wackeln. Sie können sich lösen oder abbrechen und zu gefähr­lichen Stürzen führen.

Reifen

Die Reifen dürfen nicht zu weit abge­fahren und/oder rissig und spröde sein. Wenn sich Pannen häufen, ist oft der Reifen nicht mehr widerstands­fähig genug und sollten Sie ihn austauschen.

Luft­druck

Die Reifen müssen hart genug aufgepumpt sein. Bei zu geringem Druck steigt nicht nur der Roll­widerstand, sondern drohen Pannen. Wenn Schlagloch- oder Bord­steinkanten bis auf die Felge durch­schlagen, klemmen sie den Schlauch ein, und dieser kann an den Klemm­stellen löch­rig werden. Verwenden Sie am besten eine Pumpe mit Druck­anzeige. Mit Schläuchen mit Auto­ventil oder einem aufs Fahr­radventil gedrehten Adapter können Sie Ihr Rad an der Tank­stelle aufs Zehntel Bar genau aufpumpen. Der zulässige Luft­druck steht meist auf der Reifenflanke. Falls nicht gilt als Faust­regel: 5 Bar für schmale Tourenreifen, 4 für breitere Allroundreifen und 3 für extra dicke Mountain­bike-Reifen.

Räder

Prüfen Sie, ob die Räder frei drehen und nicht zu sehr eiern. Greifen Sie außerdem kräftig in alle Speichen. Wenn Speichen gerissen oder lose sind, kann das Rad bei der nächsten Fahrt völlig kaputt gehen. Wackeln Sie seitlich am Rad. Die Achse darf sich nicht seitlich oder quer zur Radnabe bewegen. Tut sie es doch, müssen Sie die Lager nach­stellen lassen. Wenn das nicht mehr geht, sind sie verschlissen.

Felgen

Über­prüfen Sie wenn möglich den Verschleiß der Felgen anhand der Verschleiß­indikatoren. Je nach Felgen­typ wird ein Streifen sicht­bar oder verschwindet, wenn die Brems­flanken zu weit abge­schliffen sind. Bei verschlissenen Felgen kann das Felgenhorn abreißen und der Reifen platzen. Möglich­keit zur Kontrolle älterer Felgen ohne Indikatoren: Lassen Sie die Luft ab. Stellen Sie die Felgenbremse so eng ein, dass sich das Rad so gerade eben noch drehen lässt. Pumpen Sie den Reifen auf den höchst-zulässigen Druck auf. Wenn sich das Rad jetzt nicht oder kaum noch drehen lässt, müssen sie es austauschen oder eine neue Felge einspeichen lassen.

Lenkung

Ziehen Sie die Vorderradbremse und drücken den Lenker vor und zurück. Fassen Sie dabei mit einer Hand um den untersten Teil der Lenk­stange und das angrenzende Rahmenrohr. Beide dürfen sich dabei nicht spür­bar gegen­einander verschieben. Ist dort Spiel spür­bar, ist der so genannte Steu­ersatz entweder verschlissen oder zumindest falsch einge­stellt.

Probefahrt

Das Fahr­rad ist jetzt bereit für eine gründliche Probefahrt. test.de beschreibt, worauf Sie achten sollten.

  • Bremsen. Probieren Sie beide Bremsen unabhängig voneinander aus.
  • Gerade­auslauf. Probieren Sie, ob das Rad anständig gerade­aus fährt oder ob Sie ständig gegen­lenken oder das Gewicht einseitig verlagern müssen. Besondere Vorsicht ist nötig, wenn das Rad beim Bremsen stärker als zuvor in eine Richtung zieht. Mängel beim Gerade­auslauf können auf falscher Montage oder angebrochenen oder verbogenen Rohren an Rahmen oder Gabel beruhen.
  • Störende Geräusche. Wo immer etwas knackt, knirscht oder klappert, ist das entsprechende Teil oft bald völlig hinüber.
  • Antrieb. Prüfen Sie, ob die Schaltung wie gewohnt funk­tioniert. Fahren Sie auf einer Straße mit möglichst glattem Asphalt. Schalten Sie in einen mitt­leren Gang, mit dem sie häufig fahren. Treten Sie kräftig in die Pedale. Wenn dabei vom Antrieb her Vibrationen spür­bar werden, die Kette hörbar knirscht oder gar über einzelne Zähne rutscht und auf den nächsten springt, sind Kettenrad, Ritzel und Kette verschlissen. Sie sollten sie sobald wie möglich erneuern lassen. Bei geringem Verschleiß können Sie nur die Kette austauschen. Ist der Antrieb bereits stärker verschlissen, sollten Sie auch Kettenrad und Ritzel tauschen lassen. Zu stark abge­nutzte Ritzel funk­tionieren mit einer neuen Kette nicht mehr richtig.

test.de wünscht Gute Fahrt!

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