Standlautsprecher Test

Kirsche, Buche, Nussbaum, silber oder schwarz: Edle Standboxen sind der Blickfang im Wohnzimmer und der passende Klanggeber für Ihre Stereoanlage. Im Test: 14 Standlautsprecher für 425 bis 1 640 Euro pro Paar. test.de zeigt die besten Modelle.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Lautsprecher

Hören, aber nicht sehen

Vorhang zu: Der Test beginnt. Am Anfang verschwinden die Lautsprecherboxen hinter feinem Glacé. Der Schall kommt durch, die Blicke nicht. Wer da richtet im Hörtest, muss blind sein für optische Versuchung. Ob Kirsche oder Nussbaum, ob silber oder schwarz, ob Canton oder Infinity: Die Juroren dürfen nur hören, aber nicht sehen. Ein slawischer Tanz von Anton Dvorák, ein Duett aus der Donizetti-Oper „Der Liebestrank“, das Forellenquintett von Schubert mit Klavier, Violine, Bratsche, Cello und Kontrabass (!), ein a cappella Chor von Monteverdi und ein Trompetensolo von Rabih Abou-Khalils CD „The Cactus of Knowledge“ sollen klären, welche Box am besten klingt. Zur Jury gehören sechs Experten und drei musikinteressierte Laien.

Stereo total

Das Fazit ist positiv: Viele Standboxen konnten im Test gefallen. Neun Modelle sind insgesamt gut. Im besten Fall löst sich der Klang sogar von den Lautsprechern. Die Trompete etwa setzt von schräg links zum Solo an, aus der Mitte kommt ein Saxophon dazu und die große Trommel des Sinfonieorchesters wummert später von überall und nirgendwo. Stereo total: Der Zuhörer bekommt den Eindruck, die Lautsprecher hätten mit der Tonwiedergabe nichts mehr zu tun. Das ganze Wohnzimmer wird zum Konzertsaal. So soll es sein.

Testsieger Canton und Heco

Die besten Noten im Hörtest erzielten Canton GLE 407 und Heco Victa 700. Paarpreis: 545 beziehungsweise 425 Euro. Die Testsieger sind sogar etwas besser als ihre teuren Schwestermodelle – obwohl die mehr als das Doppelte kosten. Beide Boxen – Canton und Heco – klingen ausgewogen und etwas scharf. Die Heco besonders voluminös. Bei der Canton lassen sich Hoch- und Tieftöner auch getrennt ansteuern. Einziger Schwachpunkt der beiden Testsieger: Sie stehen nicht perfekt. Bitte nicht anrempeln. Das gilt vor allem auf Partys.

Elac, Infinity und Quadral mit vorn

Ähnlich gut wie die Testsieger klingen die Elac FS 207.2 und die Infinity Beta 40. Die Elac tendiert leicht zur Brillanz, die Infinity klingt neutral. Mit einem Paarpreis von 740 Euro ist sie bereits deutlich teurer als die Testsieger von Canton und Heco. Die gute Elac kostet sogar 1 380 Euro. Wenig teurer als die Testsieger ist dagegen die Quadral Argentum 07.1. Paarpreis: etwa 610 Euro. Auch diese Box klingt gut - kaum schlechter als die Testsieger.

Hörtest empfohlen

Die Experten der Stiftung Warentest empfehlen in jedem Fall einen Hörtest vor dem Kauf. Am besten im heimischen Wohnzimmer (wenn der Händler die Boxen dafür verleiht), zumindest aber beim Händler. Bei Lautsprechern zählen der Klang und die akustischen Vorlieben des Käufers. Boxen nur nach Leistungswerten zu kaufen, ist dagegen keine gute Idee. Die Belastbarkeit in Watt und der maximale Schalldruckpegel in dB(A) sagen wenig über die Qualität der Lautsprecher aus. Dann zählt schon eher das Design. Die gute Heco Victa 700 ist in Dark Rosewood-, Kirschen- und Buchendekor zu haben. Die Canton GLE 407 gibt es in Buche, Esche, Nussbaum, Kirsche, schwarz und silber. Edler noch wirkt die teure Elac: Etwa in schwarz oder Kirschfurnier mit einer satten Schicht Schleiflack. Merke: Im Alltag hört auch das Auge mit. In diesem Sinn - Vorhang auf.

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