Stand-by-Stromverbrauch Meldung

Einblicke in den Haushalt der Familie Jachtmann. Ein Expertenteam hat den Stand-by-Stromverbrauch gemessen.

Nicht ständig unter Strom stehen – auch für Elektrogeräte gilt diese Devise. Wir geben Tipps, den versteckten Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb zu finden.

Einen eigenen Fernseher im Zimmer wollte Christopher schon immer haben. Endlich konnte Christian Jachtmann seinem Sohn den Wunsch erfüllen. Das alte TV-Gerät im Wohnzimmer musste einem modernen weichen. Und das ausrangierte bekam einen neuen Platz in Christophers Bude. Zum Wegwerfen wars zu schade, denn es funktionierte noch.

Doch ein paar Wochen später kam die Ernüchterung. test suchte mit der Initiative EnergieEffizienz einen Haushalt, um den Stand-by-Stromverbrauch von Elektrogeräten im Alltag zu messen. Die Jachtmanns, ein Vierpersonenhaushalt, erklärten sich bereit. Natürlich kontrollierte das Team auch den Altfernseher im Jugendzimmer. Das rote Lämpchen zeigte die Betriebsbereitschaft des Fernsehapparats an – und das Messgerät einen Spitzenwert: knapp 16 Watt im Stand-by-Betrieb. Das sind rund 16 Euro im Jahr für nichts. Vater und Sohn wollten es kaum glauben.

Bequem, aber teuer

Stand-by-Stromverbrauch Meldung

Das Büro zu Hause. Computer, Röhren-Mo­nitore und Co. verbrauchen jährlich 133 Kilowattstunden Strom im Stand-by-Betrieb.

Das kürzlich gekaufte Fernsehgerät bewies dagegen auch bei der Leistungsaufnahme technischen Fortschritt: Es zog im Stand-by nur gut 4 Watt, 4,12 Euro Kosten im Jahr. Um auch dieses Geld zu sparen, sind nur ein paar Schritte nötig – von der Sitzecke zum Fernsehgerät. Die vier Euro sind der Preis dafür, jederzeit den Fernseher mit der Fernbedienung bequem vom Sofa ein- oder ausschalten zu können.

Im Grunde genommen ist der Stand-by-Modus eine wichtige Servicefunktion von Elektrogeräten. Zum Beispiel ist das Büro zu Hause dadurch jederzeit und schnell voll funktionsfähig. Aber Computer, Monitor, Drucker und Co. verbrauchen unnötig Strom, wenn sie rund um die Uhr im Stand-by eingeschaltet bleiben. Bildschirmschoner auf dem Monitor senken nicht den Stromverbrauch. Im Gegenteil, meist erhöhen sie ihn sogar.

Wer sich die Mühe macht, den Aus-Knopf an den Geräten zu betätigen, schont seine Haushaltskasse. Vorausgesetzt, der Schalter trennt sie hundertprozentig vom Netz. Sonst erlischt zwar das Lämpchen, das Netzteil steht aber weiter unter Spannung und vergeudet Strom. Zeichen für diesen unnötigen Leerlauf sind leises Brummen und eine warme Geräteoberfläche.

Schaltbare Steckdosenleisten nutzen

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Großes Kabelgewirr. Am besten schaltbare Steckdosenleisten benutzen, um die eingestöpselten Geräte mit einem Knopfdruck vom Stromnetz zu trennen.

Wer eine schaltbare Steckdosenleiste benutzt, kann mit einem Knopfdruck alle darin eingestöpselten Gerätschaften ein- und ausschalten. Familie Jachtmann hatte mehrere Steckdosenleisten im Einsatz, um ihre vielen Bild- und Tongeräte mit Strom zu versorgen und das Kabelwirrwarr zu beherrschen. Doch die meisten hatten keine Aus-Schalter. Deshalb kamen in der Dreizimmerwohnung über 560 Kilowattstunden Stand-by-Verbrauch zusammen. Jährliche Stromkosten bloß für Stand-by: 84,45 Euro.

Stromrechnung senken

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Spielekonsolen nicht vergessen. Sie zählen wie moderne Hifi-Komponenten allerdings zu den kleineren Stand-by-Verbrauchern.

Jachtmanns könnten ihre Stromrechnung merklich senken. Sie müssten nur die Fernseher und Hifi-Anlagen, die Computer samt Zubehör, den DVD-Spieler und die Spielekonsolen von Tochter Maria stets vollständig ausschalten, wenn sie nicht gebraucht werden. Vor allem nachts und bei längerer Abwesenheit aus der Wohnung. Anders bei Videorekorder und Telefon. Um sie sinnvoll gebrauchen zu können, müssen sie meist rund um die Uhr in Bereitschaft bleiben. Im konkreten Fall würden die Stand-by-Kosten von 84,45 Euro auf rund 15,60 Euro pro Jahr schrumpfen.

„Stecker raus!“ gilt auch für Ladestationen von Handys, wenn das Mobiltelefon gerade nicht geladen wird oder nicht am Kabel hängt. Das Ladegerät zieht trotzdem sinnlos Strom. Wird es beim Laden handwarm oder wärmer, empfiehlt sich ein elektronisches Ladegerät als Ersatz. Das verbraucht nur etwa 0,1 Watt.

Die Tipps der Sparinspektoren kamen bei Familie Jachtmann gut an. Und sie zeigten Wirkung. Als Sohn Christopher das Haus verließ, rief ihm Mutter Sabine Jachtmann hinterher: „Hast du deinen Fernseher ausgemacht – richtig ausgemacht?“ Sohn Christopher nickte.

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