Trotz Flaute in der Touristik steigt die Nachfrage nach Städtereisen. Mit Billigfliegern wird der Trip erschwinglich.

Paris im Frühling – das ist ein Fest für die Sinne. Zwischen blühenden Mag­nolien in den Tuilerien spazieren gehen, Gauklern und Jongleuren auf dem Platz vor dem Centre Pompidou zuschauen und eine Kaffeepause auf der schönen Terrasse des „Au Deux Magots“ in Saint-Germain genießen. Wer das noch nicht erlebt hat, sollte sich schnell ein Ticket besorgen. Denn kaum irgendwo ist der Lenz romantischer und schöner als in der französischen Hauptstadt.

Jeder Dritte plant eine Städtetour

Aber auch andere Metropolen haben ihre Reize. London, Rom, Wien und Berlin stehen bei deutschen Urlaubern auf der Liste für einen Kurztrip ebenfalls ganz oben. Entgegen dem allgemeinen Trend in der Touristik hat die Nachfrage nach Städte­reisen deutlich zugenommen. Nach einer Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen bekundet ein Drittel der über 14-Jährigen, in den nächsten drei Jahren „ziemlich sicher“ oder „wahrscheinlich“ eine Städtereise unternehmen zu wollen.

Angebot der Billigairlines wächst

Ein wichtiger Grund für den Boom ist das stetig wachsende Angebot der Billig­airlines. Wer einen günstigen Flug buchen kann, macht häufiger mal einen Kurztrip in eine interessante Stadt. Zum Beispiel nach London. Die britische Hauptstadt, seit langem die Nummer eins im europäischen Städtetourismus, ist von Deutschland aus sehr gut und günstig mit Billig­airlines erreichbar. Die Low-Cost-Clipper landen gleich auf vier Airports rund um London: City, Gatwick, Luton und Stansted. Ein billiger Flug ist hier aber auch nötig, denn London gehört zu den teuersten Städten der Welt.

Trotzdem kann man auch in der Themse-Metropole günstig Urlaub machen. In der einfachen Kategorie liegen die Hotelpreise nicht höher als in anderen Städten. Wem das immer noch zu viel ist, der kann auf Bed&Breakfast ausweichen. Über Onlineagenturen oder in den Katalogen von Neckermann und FTI gibts das Doppelzimmer schon ab 26 Euro pro Person. Zentral liegen diese Unterkünfte allerdings meist nicht.

Tipp: Adressen für Restaurants, Cafés und Geschäfte bekommen Sie in den Touristenbüros oder im Internet. Neben den offiziellen Städte-Webseiten etwa unter www.cityvox.com.

Per Katalog oder mit Eigeninitiative?

Pauschal buchen oder selbst organisieren? Diese Frage stellt sich auch beim Citytrip. Wir haben einmal beide Varianten verglichen und für zwölf europäische Städte eine dreitägige Reise über Pfingsten (28. bis 31. Mai 2004) gebucht – über das Internet und über den Veranstalter Dertour, Marktführer bei Städtereisen.

Nicht die billigste Herberge

Bei der Onlinebuchung wurde, sofern möglich, ein Billigflug gewählt. Die Hotels haben wir bei drei großen Internet-Bettenbörsen geordert: HRS (www.hrs.de), Ehotel (www.ehotel.de) und Hotelclub (www.hotelclub.net). Anders als beim Flug wurden hier jedoch nicht die billigsten Herbergen ausgewählt. Denn die liegen oft weit außerhalb und befriedigen mitunter nicht einmal minimale Komfortwünsche. Wir haben uns jeweils für ein zentral gelegenes, preiswertes Mittelklassehotel (3 Sterne) entschieden.

Hotels nicht direkt buchen

Wirklich vergleichbar sind die Angebote nicht, aber es ist doch zu sehen, dass das Preisniveau der Onlinevermittler etwa gleich ist. Mal ist der eine etwas günstiger, dann wieder der andere. Auch die Katalogpreise des Veranstalters Dertour sind ähnlich kalkuliert. Es macht also kaum einen Unterschied, das Hotel online oder per Katalog zu buchen. Die telefonische Buchung direkt beim Hotel sollte der Städte­rei­sen­de jedoch vermeiden. Denn die, so unsere Erfahrung, ist in der Regel am teuersten.

Katalogtrips durchweg teurer

Dass der Städtetrip per Katalog durchweg mehr kostet als selbst organisiert, liegt in erster Linie an den teureren Linienflügen. Doch auch pauschal werden Städtetrips immer häufiger mit einer Billigairline kombiniert, bei Dertour zum Beispiel mit Air Berlin.

Langfristig gebucht ist das Billigflieger-Ticket meist unschlagbar günstig. Die Bahn kann da höchstens mit Onlineangeboten innerhalb Deutschlands mithalten. Umweltfreundlicher ist sie aber allemal.

Pauschalreisen sind bequem

Die komplette Buchung beim Reiseveranstalter hat den Vorteil, mit einem Gang zum Reisebüro alles erledigen zu können. Flug, Transfer und Hotel sind im Pauschalpreis enthalten, manchmal auch noch ein Reiseführer oder eine Stadtrundfahrt. Interessant sind auch die Pakete, die Veranstalter schnüren. Bei Neckermann gibt es zum Beispiel Romantik-, Gourmet- und Aktivprogramme.

Selbstbucher müssen auf Zusatzkosten achten

Wer online bucht, kann einige Euro spa­ren. Dafür muss er aber alles selbst organisieren. Und die Zusatzkosten darf er auch nicht vergessen. Billigairlines landen zum Beispiel meist auf etwas abgelegeneren Flughäfen. Die An- und Abfahrt kann umständlich und teuer sein. Von London Stansted bis zur Liverpool Street beispielsweise dauert es 45 Minuten, das Rückfahrtticket kostet rund 35 Euro.

Sparen mit der Citycard

Städte sind am besten zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden. Da lohnt sich häufig eine Citycard. Mit ihr fährt man nicht nur unbeschwert mit Bussen und Bahnen, sondern bekommt auch jede Menge Rabatte. So bietet die Wien Karte 180 Vorteile bei Museen, Sehenswürdigkeiten, Theatern, Kon­zer­ten, beim Einkaufen, in Cafés und Restaurants. www.europeancitycards.com.

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