Reisen in Metro­polen sind sehr beliebt. Hier finden Sie Infos über den Nahverkehr in 13 großen Städten, Tipps für Stadt­rund­fahrten auf eigene Faust mit Bahn und Bus und warum sich der Kauf einer City Card oft nicht lohnt.

Eine fremde Stadt erkundet der Besucher am besten zu Fuß – zumindest über weite Stre­cken. Doch auch der fitteste Tourist muss irgend­wann in die U-Bahn oder den Bus steigen. In den großen Metro­polen kommt man ohne den öffent­lichen Nahverkehr kaum aus. Die Verkehrs­gesell­schaften haben sich darauf einge­stellt und bieten den Besuchern Tages­karten, Touristenkarten für mehrere Tage und Wochenkarten. Die etwas teureren City Cards der Fremden­verkehrs­büros verbinden die freie Nutzung der öffent­lichen Verkehrs­mittel mit Rabatten für Museen, Stadt­rund­fahrten, Bühnen, Restaurants und weitere Attraktionen. Doch sie lohnen nicht immer.

Rom mit güns­tigster Tages­karte

Das interes­santeste Angebot der Verkehrs­betriebe für Touristen ist das Tages­ticket. Für 4 bis etwa 6 Euro kann man damit 24 Stunden lang mit allen Verkehrs­mitteln durch die Stadt düsen. Am güns­tigsten ist die Tages­karte mit 4 Euro in Rom. Die Heilige Stadt hat zwar nur zwei U-Bahn­linien, doch es gibt ein weit­verzweigtes Busnetz und sechs Straßenbahn­linien.

Rom ist eine der wenigen Städte, wo sich auch Einzel­fahr­scheine lohnen können. Wer viel läuft und nur ab und zu mal eine längere Strecke mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln über­brücken will, fährt mit einem Biglietto Integrato a Tempo günstig, da es nur 1 Euro kostet. Ähnlich preis­wert ist die Einzel­fahrt mit 1,45 Euro ansonsten nur noch in Barcelona. Unser Preis­vergleich bezieht sich immer auf das Stadt­gebiet. Wer auch das Umland erkunden will, braucht Tickets mit mehreren Zonen oder Ringen, die entsprechend teurer sind.

Dresdens preis­wertes Familien­ticket

Interes­sant sind Tages­karten für Familien, auch Partner- oder Gruppen­karten genannt, die es in allen deutschen Städten unserer Auswahl gibt. In Dresden ist die Familien­tages­karte mit 7 Euro besonders günstig. Manchmal können Touristen auch sparen, wenn sie die Berufs­verkehrs­zeiten meiden. So gibt es in Hamburg und London güns­tige Tages­karten, die erst ab 9 Uhr beziehungs­weise 9.30 Uhr gelten.

Wer länger bleiben möchte, kann eine Wochenkarte kaufen, die aber nur starr von Montag bis Sonn­tag gilt. Günstig sind auch Drei­tages­karten in Hamburg, München, Stutt­gart und Wien. In Stutt­gart gibt es dieses Ticket aber nur für Hotel­gäste.

In London teurer und komplizierter

Auch wenn man fremde Städte am besten zu Fuß entdeckt, geht es meist nicht ohne den öffent­lichen Nahverkehr.

Während die Tages­karten in Barcelona, Paris, Rom und Wien etwa ähnlich viel kosten wie in den deutschen Städten, wird es in London etwas teurer und komplizierter. Denn es stehen zwei Karten­varianten zur Wahl: die klassische Travelcard und die elektronische Fahr­karte Oyster. Travelcards gibt es für einen oder für drei Tage und für zwei bis neun Zonen. Für zwei Zonen, die für Touristen oft ausreichen, kostet das Tages­ticket 8 britische Pfund (rund 9,50 Euro) beziehungs­weise 6,60 Pfund, wenn sie werk­tags erst ab 9.30 Uhr fahren. Oyster ist eine Prepaidkarte aus Plastik, die auto­matisch den güns­tigsten Preis für Einzel­fahrten wählt. Und man zahlt nie mehr als den Preis für eine vergleich­bare One Day Travel Card. Oyster Visitor Cards gibt es mit einem Start­guthaben von 10, 20 oder 30 Pfund. Hinzu kommt eine Akti­vierungs­gebühr in Höhe von 3 Pfund. Die Oyster Card lohnt sich für längere Aufenthalte und für diejenigen, die häufiger in London sind. Im Internet gibt es sie unter www.visitbritainshop.com ab 16 Euro.

Museen in London sind gratis

Bis auf London bieten alle ausgewählten Städte City Cards an, die zur freien Nutzung der öffent­lichen Verkehrs­mittel berechtigen. Der London Pass ist dagegen eine Sight­see­ing-City-Karte mit freiem Eintritt in 55 Einrichtungen. Ob sich das lohnt, hängt vom Besichtigungs­programm der Besucher ab. Denn die großen Museen in London kann man gratis besuchen, darunter so welt­berühmte Häuser wie das British Museum, die National Gallery sowie Tate Britain und Tate Modern.

West­minster Abbey 15 Pfund Eintritt

Wer aber beispiels­weise die Kathedrale von West­minster Abbey besichtigen will, in der am 29. April Prinz William und Kate Middleton getraut werden, muss dafür 15 Pfund bezahlen. Der Tower of London kostet 17 und die St. Paul’s Cathedral 12,50 Pfund. Für Lieb­haber dieser Bauwerke könnte ein London Pass interes­sant sein.

Sparen mit der Frank­furt Card

Auch bei der Entscheidung für oder gegen eine City Card spielen die persönlichen Interessen eine wichtige Rolle. Manchmal drängt sie sich aber geradezu auf. Zum Beispiel in Frank­furt am Main. Die Frank­furt Card für zwei Tage ist mit 12,90 Euro nur 50 Cent teurer als zwei Tages­karten für den Rhein-Main-Verkehrs­verbund. Dafür kann der Besucher unter anderem 24 Museen, den Palmengarten und den Zoo zum halben Eintritts­preis besuchen.

Die Dresden City-Card für zwei Tage lohnt sich bereits, wenn man nur zwei der zwölf Museen besucht, für die es einen freien Eintritt gibt. Das begehrte Historische Grüne Gewölbe gehört aber nicht dazu.

Wo sich City Cards kaum lohnen

Als umwelt­freundliche Alternative nutzen immer mehr Touristen Leihfahr­räder.

Köln­besucher bleiben wohl nicht sehr lange. Jedenfalls gibt es die WelcomeCard nur für einen Tag. Wenn sie sich bezahlt machen soll, muss man in 24 Stunden einen Museums­marathon absol­vieren. Wenig attraktiv erscheinen auch die Karten von Leipzig und München. Für die europäischen Metro­polen unserer Auswahl ist der Kauf einer City Card ebenfalls nicht zwingend. Zu wenig attraktiv sind die Angebote und zu gering die Preis­nach­lässe. So lockt Barcelona mit eher zweitrangigen Museen, ebenso Paris, wo die Rabatte zudem noch recht mick­rig ausfallen. Auch die Wien-Karte wirkt nicht sehr attraktiv, auch wenn sie mit über 200 Part­nern auftrumpft.

Roma Pass könnte sich lohnen

Der Roma Pass, den es nur für drei Tage gibt, könnte sich dagegen lohnen. Er kostet 25 Euro und umfasst neben der freien Fahrt mit Bussen und Bahnen den kostenlosen Eintritt in zwei Museen oder archäologische Stätten. Wenn man bedenkt, dass der Eintritt ins Forum Romanum 12 und der ins Kolosseum 9 Euro kostet, dann erscheint der Pass recht günstig.

Bus 100 in Berlin, U15 in Stutt­gart

Organisierte Stadt­rund­fahrten sind meist teuer. Mit einem gedruckten Reise­führer oder einem MP3-Audioguide ausgestattet, die es im Internet oft gratis gibt, kann man fremde Städte viel güns­tiger mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln erleben. So steuert die berühmte Buslinie 100 in Berlin viele interes­sante Punkte an – vom Bahnhof Zoo über Schloss Bellevue, das Haus der Kulturen der Welt, den Reichs­tag, das Brandenburger Tor bis zum Alexander­platz. Einen guten Eindruck von Hamburg bekommt der Besucher mit der U-Bahn­linie 3, in Stutt­gart mit der Stadt­bahn­linie U15. Dass man auch Rom mit der Straßenbahn besichtigen kann, ist fast noch ein Geheimtipp. Interes­sant ist die längste Tram­linie der Stadt, die Nummer 19. Straßenbahn und Bus bieten noch einen Vorteil: Da, wo es einem gefällt, steigt man aus und setzt die Entdeckungs­reise zu Fuß fort.

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