Städte richten Umweltzonen ein Meldung

Am 1. März tritt die neue Feinstaubverordnung in Kraft. Ab dann wollen zahlreiche Städte in den Zentren so genannte Umweltzonen einrichten. In diesen Gebieten dürfen nur noch schadstoffarme Autos mit niedrigem Feinstaubausstoß fahren - zu erkennen an einer bunten Plakette. test.de sagt, was sich für Autofahrer ändert.

Zuerst in Stuttgart

Zunächst einmal ändert sich nichts: Die neue Feinstaubverordnung berechtigt die Städte lediglich, eigene Umweltzonen einzurichten. Doch diese streiten noch darüber, welche Fahrzeuge überhaupt in den Zonen fahren dürfen und welche nicht. Als eine der ersten Städte richtet Stuttgart im Juli eine Umweltzone ein. München und Augsburg wollen im Oktober folgen. Berlin, Frankfurt und Köln wollen ihre Innenstädte Anfang 2008 für Abgassünder sperren.

Rot sieht rot

Die besonders feinstaubgefährdeten Gebiete werden künftig mit dem Verkehrszeichen „Umweltzone“ gekennzeichnet. Darunter steht je nach aktueller Feinstaubbelastung ein Zusatzzeichen: grün, gelb oder rot. Autos mit roter Plakette müssen bei erhöhter Feinstaubbelastung genauso draußen bleiben wie Autos ohne Umweltplakette. Fahrzeuge mit grünem Aufkleber dürfen dagegen fast immer fahren.

Je nach Schadstoffklasse

Welcher Wagen welche Plakette bekommt, hängt von der Höhe der ausgestoßenen Schadstoffe ab. Die Schadstoffemissionsklasse lässt sich an der Schlüsselnummer in den Fahrzeugpapieren ablesen - bei alten Kraftfahrzeugscheinen in der ersten Zeile unter 1 und in neuen Zulassungsbescheinigungen unter 14.1. Wichtig sind die letzten zwei Ziffern der Nummer. Ein Benziner mit der Nummer 010262 entspricht dem Emissionsschlüssel 62. Dieses Auto kann eine grüne Plakette bekommen. Übersichten mit den Schlüsselnummern bieten der ADAC und der TÜV.

Plaketten beim TÜV

Die Plaketten gibts unter anderem beim TÜV. Im Rahmen einer Hauptuntersuchung kostet der Aufkleber 4,90 Euro, ohne Hauptuntersuchung 9,85 Euro. Die Plaketten gibt es aber auch in Autowerkstätten und beim Straßenverkehrsamt für voraussichtlich 10 Euro. Die Stadt Stuttgart verkauft ab 1. März Plaketten für 6 Euro. Wer ohne Umweltplakette in einer Umweltzone fährt, riskiert einen Punkt in Flensburg und 40 Euro Bußgeld.

650 Euro Umbau

Ältere Benziner ohne geregelten Katalysator sowie ältere Dieselfahrzeuge ohne Filter dürfen jedoch künftig überhaupt nicht mehr in den Umweltzonen fahren. Der ADAC schätzt die vom Fahrverbot in Innenstädten betroffenen Fahrzeuge auf 6,7 Millionen. Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass viele alte Autos bald verschrottet werden, und rechnet mit etwa der Hälfte. Wer trotzdem weiterhin mit seinem „Oldtimer“ durch die Innenstadt cruisen will, muss nachrüsten. Die Umstellung auf schadstoffarme Technik kostet je nach Modell rund 650 Euro, wird aber steuerlich gefördert. Der Einbau eines Rußpartikelfilters in einen Diesel-PKW spart ab April 330 Euro bei der Kfz-Steuer.

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