Stabmixer Test

Erdbeershake, Tomatensuppe und frischgehackte Kräuter: Stabmixer machen das. Mit Zubehör ersetzen sie sogar die Küchenmaschine. Braun liegt vorn.

Mixen und pürieren ist ihre Stärke

Stabmixer sind die Werkzeuge für cremige Suppen, Babybrei und Mayonnaise. Doch sie können mehr. Mit Zubehör hacken sie auch Kräuter oder schnipseln Gemüse. Viele Stabmixer schlagen sogar Eiweiß und Sahne oder liefern Milchschaum für den Kaffee. Trend in der modernen Küche: Der kleine Stabmixer ersetzt die große Küchenmaschine. Schafft er das? Die Stiftung Warentest hat 22 Stabmixer in die Testküche bestellt – vom Billiggerät für 10 Euro bis zum Stabmixer mit Minihacker, Schneebesen und Zubehör für 130 Euro.

Braun ersetzt Küchenmaschine

Stabmixer Test

Zubehör macht den Stabmixer zum Multitalent. Beispiel: Kenwood mit drei Mixfüßen, Schneebesen, Mixbecher und Minihacker.

Zubehör macht den Stabmixer zum Multitalent. Beispiel: Kenwood mit drei Mixfüßen, Schneebesen, Mixbecher und Minihacker.

Kurz und bündig: So kräftig wie eine Küchenmaschine sind die kleinen Stabmixer nicht. Das zeigt sich vor allem beim Kneten von Teig. Drei Stabmixer beanspruchen diese Disziplin für sich: ESGE Zauberstab, Red Baron und Braun Multiquick 5 Patisserie. Nur Braun kann punkten. Der Multiquick 5 liefert guten Teig: im Multifunktionstopf mit Knetwerkzeug. Das Gerät verarbeitet bis zu 250 Gramm Mehl. Das reicht für Singles und kleine Familien. Beim Red Baron funktioniert das nicht. Der Stabmixer aus der TV-Werbung knetet zwar Teig, geht aber dabei kaputt. Der Getriebekopf fällt aus, während der rote Baron seine Knethaken durch Hefeteig zieht. Zum Mixen lässt sich der Stabmixer noch verwenden, der Antrieb zum Rühren und Kneten funktioniert aber nicht mehr.

Zauberstab ohne Zauber

Dieses Problem hat der ESGE Zauberstab nicht. Der Klassiker unter den Stabmixern – ältere Leser kennen ihn schon seit den sechziger Jahren – überlebt sogar Hefeteig. Der Stabmixer quält sich allerdings gotterbärmlich durch den Teig. Der kleine Motor brummt nur noch leise. Er bleibt fast stehen. Das Gerät läuft heiß. Der Hefeteig misslingt. Merke: Ein Stabmixer mit Universalmesser ist kein Werkzeug für einen Teig. Selbst wenn die Gebrauchsanleitung das verspricht. Harry Potter mag mit dem Zauberstab zaubern, Muggels definitiv nicht. Sie brauchen ein Teigwerkzeug. Der ESGE Zauberstab ist ein gewöhnlicher Stabmixer ohne besondere Talente. Außergewöhnlich ist nur sein Preis: stolze 120 Euro, allein für den Stabmixer. Das ist den meisten Hobbyköchen zu teuer.

Testsieger für 30 Euro

Zwei von drei Kunden kaufen einen Stabmixer unter 50 Euro. Auch in dieser Preisklasse gibt es gute. Den Testsieger etwa: Braun Multiquick 3 Soup für 30 Euro.

Schon beim Wasserrühren versagt

Allzu viel Geiz trägt aber nicht weit: Die billigsten Stabmixer gingen im Test kaputt. So geschehen beim Superior und beim Severin SM 3807. Ihre Motoren versagen schon beim Rühren von Wasser. Einige Anbieter ahnen die Schwäche wohl. Sie geben extrem kurze Betriebszeiten vor. Beispiel: Superior. Die Anleitung nennt eine maximale Betriebsdauer von 15 Sekunden. Das ist unrealistisch. In dieser Zeit lässt sich kaum Suppe pürieren.

Vier Mixer sind mangelhaft

Stabmixer Test

Mixer im Belastungstest: Die Geräte laufen im Prüfstand automatisch. Die weiße Masse im Mixbecher ist ein Kunstpüree. Der Test simuliert Gemüsepürieren über mehrere Jahre.

Mixer im Belastungstest: Die Geräte laufen im Prüfstand automatisch. Die weiße Masse im Mixbecher ist ein Kunstpüree. Der Test simuliert Gemüsepürieren über mehrere Jahre.

Im Belastungstest mussten die Stabmixer eine Minute lang funktionieren, dann eine Minute Pause, fünfmal hintereinander. Nach jedem dieser Zyklen gab es 40 Minuten Zeit zum Abkühlen. 450 Zyklen mussten die Stabmixer überstehen: Wasser rühren und Gemüse pürieren. Der Test simuliert die Beanspruchung über mehrere Jahre. Vier Stabmixer überleben nicht lange: Superior, Solac und beide Modelle von Severin. Ihre Motoren versagen noch vor der Halbzeitpause (225 Zyklen). Testurteil: mangelhaft. Auch Alaska und Tefal fallen aus, etwas später. Urteil: noch ausreichend. Der Philips HR 1377 verabschiedet sich erst im letzten Drittel. Belastbarkeit: befriedigend. Beim Bosch MSM 7800 geht die Turbotaste kaputt. Die volle Geschwindigkeit lässt sich nach der Prüfung nur noch über den Drehzahlregler einstellen. Der Stabmixer funktioniert aber noch. Belastbarkeit auch hier: befriedigend.

Mit Akku nur viermal pürieren

Die Stabmixer mit Akku mussten weniger hart ran: nur zweimal eine Minute pürieren, 500 Zyklen. Fünfmal pürieren, wie die Stabmixer mit Kabel, schaffen die Akkugeräte nicht immer. Nach vier Portionen rohem Gemüse ist der Akku leer, zumindest bei Philips und Bosch. Belastbarkeit: befriedigend. Der Braun Multiquick 7 schafft acht Portionen. Belastbarkeit: gut.

Nicht für XXL-Portionen

Alles in allem sind die Akkugeräte erstaunlich stark. Sie überstehen den Test ohne Schaden. Im Küchenalltag kommen sie nach kurzem Einsatz zurück auf die Ladestation und sind stets einsetzbar. Ist der Akku ganz leer, vergehen zwei bis drei Stunden zum Nachladen. Probleme gibt es nur bei XXL-Portionen. Die Kellyfamilie brauchte doch einen Stabmixer mit Kabel. Vorteil der Akkugeräte: Der Stabmixer ist stets griffbereit. Nachteil: Die Ladestation braucht einen festen Platz in der Küche. Sie zieht permanent Strom, auch wenn der Akku voll geladen ist: beim Philips 1,6 Watt – mehr als ein moderner Fernseher im Standbybetrieb. Preis für den Strom: rund 3,50 Euro im Jahr. Nur für Standby. Stabmixer mit Kabel sind sparsamer. Strom brauchen sie nur, während sie laufen.

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