Staatlich geförderte Altersvorsorge Special

Riester vorn: Für Monika Glathe und Stefan Schnietz mit Tochter Felicia sind Riester-Verträge das Beste. Auch Rürup-Policen bringen gute Renditen.

Mit der Riester-Rente fing 2002 alles an. Mittlerweile gibt es aber auch für die Rürup-Rente und die betriebliche Altersvorsorge staatliche Förderung. Doch nicht alle Angebote eignen sich für Arbeiter, Angestellte, Beamte und Selbstständige gleichermaßen: Je nach Berufsgruppe, Alter oder auch Gehalt sollten Sparer gut kalkulieren, für welche staatliche Förderung sie sich entscheiden. test.de sagt, welche Angebote sich für die genannten Berufsgruppen am besten eigenen und die höchsten Renditen bringen.

Zu diesem Thema bietet test.de aktuellere Tests: Riester-Rentenversicherung und Rürup-Rente.

Riester-Rente

Angestellte, Arbeiter und Beamte können Riester-Verträge abschließen und die staatliche Förderung kassieren. Auch Selbstständige, deren Ehepartner Anspruch auf Riester-Förderung haben, erhalten einen Riester-Vertrag. Mit Zulagen und Steuerbefreiung hilft der Staat kräftig beim Sparen. Selbst wenn die Geldanlage im schlimmsten Fall keine Wertentwicklung verzeichnet, machen Sparer noch Gewinn: Sie erhalten dann zumindest die eingezahlten Beiträge plus staatlicher Zulagen zum Rentenbeginn.

  • Vorteil. Die Beiträge bestehen aus eigenen Einzahlungen und Zulagen, die der Staat in den Vertrag einzahlt. Der Zuschuss beträgt 114 (ab 2008: 154) Euro Grundzulage und 138 (ab 2008: 185) Euro Zulage für jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht. Der eigene Beitrag muss zusammen mit den Zulagen vom Staat 3 (ab 2008: 4) Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens betragen, höchstens aber 1 575 (ab 2008: 2 100) Euro im Jahr. Sonst gibt es weniger Zulage. In der Steuererklärung können Riester-Sparer für die Zulagen vom Staat und die eigenen Beiträge den Abzug als Sonderausgaben beantragen. Ist die Steuerersparnis durch den Abzug größer als die Zulagen, bekommen sie die Differenz über den Steuerbescheid.
  • Nachteil. Die Rente oder Kapitalauszahlung ist im Alter voll steuerpflichtig. Und durch die Grenze von 1 575 Euro pro Jahr fördert der Staat nur relativ geringe Einzahlungen.

Rürup-Rente

Von der Rürup-Rente sollen vor allem Selbstständige profitieren, die weder in die gesetzliche Rentenversicherung noch in ein berufsständisches Förderwerk einzahlen. Doch auch Angestellte oder Beamte können Verträge abschließen. Im Vergleich zur Riester-Rente können Sparer hier mehr Geld einzahlen. Allerdings ist die staatliche Förderung geringer als bei Riester-Verträgen. Für die eingezahlten Beiträge erhalten Sparer Steuervergünstigungen. Die Finanzbeamten erkennen bis zu 20 000 / 40 000 Euro (Alleinstehende / Ehepaare) an. Davon ziehen sie in diesem Jahr 64 Prozent als Sonderausgaben ab. Das sind bis zu 12 800 / 25 600 Euro. Allerdings: Arbeitnehmer und Beamte müssen diesen Betrag noch um den Rentenbeitrag kürzen, den sie zusammen mit dem Arbeitgeber in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen.

  • Vorteil. Der Prozentsatz, den Sparer von ihren Beiträgen absetzen können, steigt bis zum Jahr 2025 auf 100 Prozent. Maximal sind es dann 20 000 / 40 000 Euro im Jahr (Alleinstehende / Ehepaare), die das Finanzamt zusammen mit den Beiträgen für die gesetzliche Rentenversicherung und berufsständische Versorgungswerke anerkennt.
  • Nachteil. Im Gegenzug müssen Sparer immer mehr von ihrer Rürup-Rente versteuern. Renten, die ab 2040 beginnen, sind dann voll steuerpflichtig. Bis dahin hängt der steuerpflichtige Teil vom Jahr des Rentenbeginns ab. Versicherte, die 2008 die erste Zahlung bekommen, müssen 56 Prozent Rente abrechnen.

Betriebliche Altersvorsorge

Nur Angestellte und Arbeiter können neben Riester und Rürup noch in die betriebliche Altersvorsorge investieren. Die Beiträge für Direktversicherung, Pensionskasse oder -fonds sind steuerfrei. Bis Ende 2008 fallen auch die Sozialabgaben weg. Dafür sind allerdings die Renten oder Kapitalsummen im Alter voll steuer- und sozialabgabenpflichtig.

  • Vorteil. Die Beiträge der Arbeitnehmer für die betriebliche Altersvorsorge zweigt der Arbeitgeber vom Lohn ab. Sie sind bis zur Höhe von 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung steuerfrei. Das sind in diesem Jahr 2 520 Euro. Zusätzlich zu den steuerfreien Beiträgen und der Befreiung von Sozialabgaben (bis 2008) können Arbeitnehmer 1 800 Euro Lohn im Jahr steuerfrei investieren, wenn sie keine Direktversicherung oder keinen Pensionskassen-Vertrag aus der Zeit vor 2005 haben, in den sie pauschal versteuert Lohn einzahlen.
  • Nachteil. Die Rente oder Kapitalauszahlung ist später voll steuerpflichtig. Auch Sozialabgaben fallen an. Ab 2008 müssen Sparer zudem Sozialabgaben auf die Beiträge zahlen.

Lohnend kurz vor Rentenbeginn

Alle drei Varianten der staatlich geförderten Altersvorsorge lohnen sich für Sparer, die kurz vor der Rente stehen, am meisten. Die Rendite erhöht sich besonders stark, da sich die staatliche Förderung der Einzahlungen nur noch auf wenige Jahre im Berufsleben verteilt. Trotzdem: Auch junge Arbeitnehmer und Selbstständige sollten sich die Chance auf staatliche Förderung nicht entgehen lassen.

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