Sprachreisen Wirtschaftsenglisch Test

Ob am Telefon, in Konferenzen oder in der E-Mail – gutes Englisch ist heute in vielen Berufen gefragt. Wer seine Kenntnisse verbessern will, kann eine Sprachreise ins Ausland machen. Die Stiftung Warentest hat acht Veranstalter getestet. Nur einer überzeugte mit „gutem“ Unterricht in Business Englisch.

Größtes Manko – der Unterricht

24 verdeckte Testpersonen reisten nach Großbritannien, Irland, Nordamerika und auf die Mittelmeerinsel Malta. Zielsetzung: das Englisch für den Job aufpolieren. Zwei Wochen Sprachkurs in Business Englisch, manchmal auch Wirtschaftsenglisch genannt, und die Unterkunft in einer Gastfamilie waren für sie am Reiseziel gebucht. Kostenpunkt ohne An- und Abreise: zwischen 750 und 2 700 Euro. Die beste Reise im Test bot Dr. Steinfels Sprachreisen, einer der eher teuren Veranstalter. Als einziger erzielte er ein „Gut“ im wichtigsten Prüfpunkt, dem Sprachunterricht. Die Hälfte der Veranstalter verfehlte hier das Thema: In ihren Kursen mit wöchentlich mindestens 25 Unterrichtseinheiten spielte Berufliches oft nur eine Nebenrolle.

Berufliche Inhalte fehlten

Bei fee Sprachreisen in Oxford interpretierten die Teilnehmer häufiger Gedichte und Bilder, anstatt Fertigkeiten wie Verhandeln und Diskutieren zu trainieren. Für Elsta unterrichtete auf Malta eine Lehrkraft, die wenig vom Geschäftsleben verstand. Damit fielen Themen aus Wirtschaft und Arbeitswelt flach. Linguland Sprachreisen in Calgary steckte einen 34-jährigen Tester mit Studenten im Alter von Anfang 20 in einen Kurs. „Keiner hatte einen Funken Berufserfahrung und Interesse an beruflichen Inhalten“, berichtete der Informatiker.

Internationale Klassen

Dass es anders gehen kann, erlebten die Tester mit Dr. Steinfels Sprachreisen in Großbritannien und den USA. Hier lernten Berufstätige aus aller Welt gemeinsam – der Schweizer Banker neben dem Börsenmakler aus Brasilien. Die Dozenten gingen auf die Berufe der Teilnehmer ein. Diskussionen über Globalisierung und Finanzkrise, Fragen der Etikette im Geschäftsleben und kulturelle Besonderheiten standen auf dem Stundenplan. Die Kursbesucher hielten Präsentationen, analysierten Werbefilme und schrieben Bewerbungen für die USA.

Schlecht beraten beim Testsieger

Allerdings hätte keiner der Tester je beim Testsieger gebucht. Grund: Die Vorab-Beratung am Telefon war denkbar schlecht. „Steht alles im Katalog“, lautete die Antwort auf viele Fragen. „Ausreichend“ lautete deshalb das Urteil im Prüfpunkt „Kundenbetreuung“. Dabei ist eine gründliche Beratung im Vorfeld wichtig, damit Kurs und Reiseziel am Ende den Erwartungen des Kunden entsprechen. Eine intensivere Beratung hätten sich die Sprachschüler vor allem zum Thema Bildungsurlaub und zum Visum für die USA gewünscht (siehe Tipps).

Gut aufgenommen in die Gastfamilie

Positiv überrascht hat die überwiegend „gute“ Qualität der Privatunterkünfte. Freundlich und bemüht – so beschrieben viele Tester ihre Gastgeber. Ein Thüringer bekam in Kanada sogar Rostbratwürstchen aus seiner Heimat serviert. Schlechte Erfahrungen machten die Kursteilnehmer mit Elsta. Die Gastgeber zeigten wenig Interesse an ihren Gästen. Zwar dürfen Sprachreisende keinen Familienanschluss erwarten, ein paar freundliche Worte und etwas Aufgeschlossenheit sollten aber schon drin sein.

Malta – nichts für Fortgeschrittene

Kalt überrascht wurden die Tester auf Malta. Im Winter kann es auf der Mittelmeerinsel sehr ungemütlich werden. Heizungen gibt es in den Häusern oft nicht. Selbst bei gutem Wetter ist Malta trotz günstiger Preise für fortgeschrittene Englischschüler nicht zu empfehlen. Englisch ist dort nur die Amtssprache. Gastfamilien und Lehrkräfte sprechen in der Regel Maltesisch als Muttersprache.

Vorab gut informieren

Trotz aller Kritik ist eine Sprachreise die beste Möglichkeit, um in eine Sprache einzutauchen und Land und Leute kennenzulernen. Damit die Reise ein Erfolg wird, sollten sich die Lernwilligen aber vorab gründlich informieren. Die Veranstalter müssen in Zukunft stärker dafür sorgen, dass ihre Sprachschulen geeigneten Unterricht in Business Englisch anbieten.

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