Sprachkurs Englisch Meldung

2 300 Euro Kursentgelt für einen „AYCL - All You Can Learn“ Englisch­kurs muss eine Teil­nehmerin des Wall Street Instituts nicht zahlen. Das entschieden jetzt Richter am Land­gericht Berlin. test.de informiert über das Urteil, spricht mit einem Experten und gibt Tipps, wie Kunden aus ähnlichen Verträgen herauskommen.

Für Sprachkurs angemeldet

Die Berlinerin Homma Hamid wollte ihr Englisch verbessern. Bei der WSI Education GmbH (Wall Street Institut), einer überregionalen Sprachschule, meldete sie sich für einen neunmonatigen Kurs „All You Can Learn“ an. Insgesamt sollte der Kurs 2 550 Euro kosten, davon zahlte sie den Teilbetrag von 250 Euro an.

Verschiedene Lernmodule versprochen

Das Wall Street Institut versprach Unterricht mit verschiedenen Lernmodulen. In einem Verkaufsgespräch vor Vertragsabschluss wurde neben PC-Learning auch Kleingruppenunterricht versprochen. „Die Lernfortschritte sollten in einem Kurs mit Muttersprachlern intensiviert werden,“ sagt die Berlinerin. In dem Vertrag stand allerdings nichts zum Umfang des Gruppenunterrichts. Das hat die Stiftung Warentest bereits in einem Test über Sprachkurse für Wirtschaftsenglisch im Jahr 2010 kritisiert. Der Kurs „All You Can Learn mit Business Modulen“ konnte als einziger von 18 Sprachkursen auch deshalb nicht bewertet werden Test Sprachkurse Wirtschaftsenglisch.

E-Learning am Computer

Am ersten Kurstag erfuhr die Berlinerin, dass sie erst eine Lerneinheit am PC absolvieren müsse, bevor sie am Gruppenunterricht teilnehmen dürfe. Darüber hinaus sollte der Kleingruppenunterricht nur einmal in der Woche stattfinden. Das hatte sie sich anders vorgestellt: „Besonders der Unterricht mit Muttersprachlern hat mich interessiert.“ Sie wollte sofort aus dem Vertrag aussteigen, doch das ließ WSI nicht zu.

Rechtsstreit über Kleingruppenunterricht

Das Wall Street Institut verklagte Homma Hamid auf Zahlung von 2 300 Euro ausstehendes Kursentgelt. Nun gaben Amts- und Landgericht der Berlinerin Recht. Sie muss nicht zahlen. Die Richter urteilten, dass WSI „eine dem Preis angemessene Mindestanzahl an Unterrichtsstunden“ vertraglich angeben können muss. Der durchschnittliche Verbraucher messe einer Kleingruppenstunde einen wesentlich höheren Wert bei, als einer Lerneinheit vor dem Computer. Auf Nachfrage von test.de ließ das Wall Street Institut offen, ob die Vertragsbedingungen nach dem Richterspruch geändert werden.

Landgericht Berlin, Beschluss vom 23.12.2011
Aktenzeichen: 57 S 274/11

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