Neue Bildungsprogramme der EU: Auf vielen Wegen nach Europa

Mit den vier Förderprogrammen geht es ab ins Ausland.

Eine Sprache dort lernen, wo sie gesprochen wird – die Bildungsprogramme der Europäischen Union (EU) ebnen den Weg ins Ausland. Anfang 2007 wurden sie unter dem Titel „Programm Lebenslanges Lernen“ neu aufgelegt.

Erasmus

Wer wird gefördert?
Studenten, Dozenten und Verwaltungspersonal von Hochschulen.

Was wird gefördert?
Drei bis zwölf Monate können Studenten an einer Partnerhochschule ihrer Universität in den 31 europäischen Teilnehmerländern des Erasmus-Programms studieren. Auch Auslandspraktika von Studenten werden gefördert. Für bestimmte Zielländer werden auch vorbereitende Sprachkurse im Gastland angeboten. Dozenten werden Lehraufenthalte an einer europäischen Gasthochschule und Trainingsaufenthalte zur Weiterbildung oder zum Erfahrungsaustausch ermöglicht. Mitarbeiter der Hochschulverwaltung können sich zur Weiterbildung oder zum Erfahrungsaustausch an eine Hochschule oder ein Unternehmen im europäischen Ausland begeben.

Wie wird gefördert?
Während ihres Auslandsaufenthalts zahlen Studenten keine Studiengebühren und erhalten einen Zuschuss von maximal 250 Euro im Monat. Studenten im Auslandspraktikum bekommen monatlich maximal 400 Euro. Dozenten und Mitarbeitern der Hochschulverwaltung werden die Fahrt- und Aufenthaltskosten erstattet.

Wer fördert?
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) als Nationale Agentur für Erasmus. Die Stipendien werden vom DAAD nicht direkt an die Teilnehmer ausgezahlt, sondern an die jeweilige Heimathochschule. Erste Ansprechpartner sind daher die Akademischen Auslandsämter der Hochschulen. Weitere Informationen gibt es beim DAAD, Nationale Agentur für Erasmus, Kennedyallee 50, 53 175 Bonn, Tel. 02 28/88 25 78, http://eu.daad.de.

Leonardo da Vinci

Wer wird gefördert?
Auszubildende, Arbeitnehmer (mit abgeschlossener Berufs- oder Hochschulausbildung) und Fachleute der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Was wird gefördert?
Auslandsaufenthalte zum beruflichen Lernen im Rahmen sogenannter Mobilitätsprojekte. Auszubildende können einen Teil ihrer Ausbildung in einem ausländischen Unternehmen absolvieren. Der Aufenthalt kann drei bis neun Wochen dauern. Arbeitnehmer können sich für die Dauer von drei Wochen bis sechs Monate im Ausland weiterbilden. Fachleute der Berufsbildung können zum Erfahrungsaustausch oder zum Zweck einer beruflichen Weiterbildung ins europäische Ausland gehen. Der Aufenthalt kann eine bis sechs Wochen dauern.

Wie wird gefördert?
Bezuschusst werden Aufenthalts- und Fahrtkosten.

Wer fördert?
Die Mobilitätsprojekte können nur durch eine juristische Person, zum Beispiel durch eine Einrichtung der beruflichen Bildung, beantragt werden. Einzelne Teilnehmer erhalten zwar eine Förderung im Rahmen des Projekts, können aber selbst keinen Antrag stellen. Ansprechpartner ist die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Robert-Schuman-Platz 3, 53 142 Bonn, Telefon 02 28/1 07 16 08, www.na-bibb.de.

Grundtvig

Wer wird gefördert? Trainer, Pädagogen, Lehrkräfte und Verwaltungsfachleute, die in der Erwachsenenbildung tätig sind.

Was wird gefördert?
Teilnahme an Weiterbildungen wie Sprachkurse, Konferenzen sowie Praktika und Hospitationen bei Partnereinrichtungen im europäischen Ausland. Gefördert werden Aufenthalte von zwei Tagen bis zu vier Wochen. Interessierte müssen sich selbst eine geeignete Maßnahme suchen. Bei der Suche nach Kursangeboten hilft die Internetdatenbank der Europäischen Kommission: http://ec.europa.eu/education/trainingdatabase/

Wie wird gefördert?
Es gibt Zuschüsse zu den Reise-, Aufenthalts- und Kurskosten.

Wer fördert?
Die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung – BIBB, Robert-Schuman-Platz 3, 53 175 Bonn, Tel. 02 28/1 07 16 08; www.na-bibb.de.
Antragsformulare gibt es im Internet.

Comenius

Wer wird gefördert?
Lehrer und Lehramtsstudenten. Was wird gefördert?Für Lehrer sind Hospitationen an Schulen und Schulbehörden sowie allgemein berufsbe-gleitende und fremdsprachliche Weiterbildungen im europäischen Ausland möglich. Über das Kursangebot informiert die Internetdatenbank der Europäischen Kommission http://ec.europa.eu/education/trainingdatabase/. Die Förderung gilt aber auch für Weiterbildungen außerhalb der Datenbank.
Studenten ab dem dritten Studienjahr können als Assistenzlehrer drei bis zehn Monate an einer Schule im Ausland Lehrerfahrungen sammeln und dabei ihre fremdsprachigen, landeskundlichen und pädagogischen Fähigkeiten erweitern.

Wie wird gefördert?
Bei Weiterbildungen für Lehrer werden Kurs- und Fahrtkosten bezuschusst. Zur Deckung der Aufenthaltskosten gibt es eine Pauschale, die vom Zielland abhängig ist. Auch Studenten erhalten während ihres Aufenthalts als Assistenzlehrer einen Zuschuss zu den Aufenthaltskosten, der vom Zielland abhängig ist. Die Fahrtkosten werden bezuschusst.

Wer fördert?
Die Nationale Agentur für EU-Programme im Schulbereich ist der Pädagogische Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz, Lennéstraße 6, 53 113 Bonn, Tel. 02 28/50 10. Informationen, Antragsformulare und Hinweise zum Antragsverfahren gibt es auf der Webseite des PAD auf www.kmk.org/pad/home.htm.
Außerhalb des Comenius-Programms bietet der PAD Lehrern und Lehramtsstudenten weitere Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte, auch im nicht-europäischen Ausland.

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