Sprachen lernen Special

Wer fremde Sprachen spricht, kommt weiter – im Beruf genauso wie im Urlaub. Doch die Fülle der Lernangebote ist überwältigend: Abendschule, Sprachreisen, PC-Kurse. test.de stellt die besten Kurse vor.

test Spezial Sprachen lernen: Mit Englisch und Spanisch in die Welt

Für das test-Spezial „Sprachen lernen“ haben rund 120 verdeckte Tester an Sprachkursen teilgenommen, Lernprogramme für den Computer durchgespielt oder waren auf Sprachreisen im Ausland unterwegs. Längst werden bei all diesen Kursformen nicht mehr nur stur Vokabeln und trockene Grammatik gepaukt. Der Lerner von heute ist anspruchsvoll. Frontalunterricht wird abgelöst durch Rollen- und Partnerspiele. Die Kommunikation steht in den Kursen im Vordergrund. Das Gesagte und die Mimik richtig zu deuten und sich in der anderen Kultur zurechtzufinden – kurz: das interkulturelle Wissen für England und Spanien – spielt ebenfalls eine immer größere Rolle. Stiftung Warentest sagt, welche Kurse alle Teilbereiche abdecken und den besten Unterricht bieten.

Sprachreisen für Erwachsene: Flamenco, Tapas und Vokabeln

Eine Umfrage der Stiftung Warentest ergab: Englisch lernen die Meisten für den Job, Spanisch für den Urlaub. Da ist es nur konsequent, dass Spanischlerner gern das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und die Sprache in den Ferien lernen: Viel häufiger als Englischinteressierte zieht es sie zu einer Sprachreise ins Ausland. Dort pauken sie vormittags Vokabeln, am Nachmittag wenden sie sie auf der Straße, im Café oder im Kontakt mit Muttersprachlern an. Die Gastfamilien erweisen sich dabei selten als hilfreich. Zu uninteressiert sind sie an den Schülern, die sie aufnehmen. Viele Gastgeber leben offenbar von den Einkünften aus der Vermietung. Weil die oft nicht sehr hoch ausfallen, sparen sie am Essen für die Schüler und ermahnen dazu, den Strom- und Wasserverbrauch gering zu halten.

Der große Vorteil einer Sprachreise: Der Schüler lernt Land und Leute kennen. Liebäugelt er gar damit, später einmal in der jeweiligen Region zu arbeiten, kann er sich gleich vor Ort über Arbeitsmarktlage und Jobchancen im englischsprachigen oder spanischsprachigen Land informieren.

PC- und Audiokurse: Sprachen lernen im Alleingang

Wer Englisch oder Spanisch lernt, greift am liebsten zu Büchern und CDs. Auch Lernprogramme für den Computer stehen in der Gunst weit oben. Das trifft allerdings eher auf die Englisch- als auf die Spanischlerner zu. Englisch ist meist schon aus der Schule bekannt und deshalb leichter per Lernmedium aufzufrischen. Eine Sprache wie Spanisch per PC-Kurs komplett neu zu lernen, ist da schon schwieriger. Die Kommunikation mit anderen fehlt, genauso das Feedback des Lehrers. Die Spracheingabefunktion, die die meisten Programme haben, ersetzen nicht das spontane, zwischenmenschliche Gespräch in einem Sprachkurs. Um die Sprache ganz auf sich allein gestellt zu lernen, ist sehr viel Eigeninitiative nötig. Menschen mit hoher eigener Motivation denjenigen gegenüber im Vorteil, die die Sprache in der Schule lernen müssen. Neben dem starken Willen hilft vor allem gute Laune, um erfolgreich zum Ziel zu gelangen.

Sprachkurse im Inland: Sprechen ist das A und O

Wenn es um die Wahl der Lernmittel geht, sind Sprachkurse im Inland bei Englisch- und Spanischlernern fast so beliebt wie Bücher und Audiomedien. Das Lernen in kleinen Gruppen, in denen sich die Teilnehmer gegenseitig motivieren, ist der gängigste Weg, um eine Sprache umfassend zu lernen. Auch die Statistik der Volkshochschulen bestätigt diesen Trend: Es interessieren sich mittlerweile mehr Menschen für einen Sprachkurs in Englisch oder Spanisch als für einen Computerkurs.

Fremdsprachenunterricht sieht heute anders aus als noch vor einigen Jahrzehnten. Vokabeln werden im Kontext gelernt, Texte nicht mehr stupide Wort für Wort erschlossen. Die Kursleiter kombinieren verschiedene Medien miteinander und setzten sie zur Wissensvermittlung ein. Die Kommunikation zwischen den Schülern und mit dem Lehrer ist besonders wichtig: Übungen in der Gruppe regen zum Sprechen an. Passiert dabei mal ein Schnitzer, korrigiert ihn der Lehrer nicht sofort, sondern am Ende des Wortbeitrags. Sprachliche Korrektheit ist nicht mehr alles. Es nützt wenig, die englische Grammatik perfekt zu beherrschen, aber nicht mit den Besonderheiten der jeweiligen Kultur vertraut zu sein. Moderner Fremdsprachenunterricht vermittelt daher nicht nur die Sprache, sondern auch kulturelle Kompetenzen. Was guten Sprachunterricht außerdem ausmacht, steht in den Anforderungsprofilen für Englisch- und Spanischkurse.

Kursfinanzierung: Ran an die Fördertöpfe

Sprachweiterbildungen sind teuer. Doch egal ob Nachwuchs-, Fach- oder Führungskraft – für jeden gibt es Finanzierungshilfen und die Chance zum Geldsparen. Den Weg ins europäische Ausland erleichtern die vier Bildungsprogramme der Europäischen Union. Sie richten sich an ganz unterschiedliche Zielgruppen: „Erasmus“ fördert Studenten, die für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen wollen. Mit „Leonardo da Vinci“ können jährlich 80 000 Berufstätige im Ausland lernen und arbeiten. „Comenius“ schickt Lehrer an Schulen in ganz Europa, und „Grundtvig“ fördert die Weiterbildung von Beschäftigten in der Erwachsenenbildung.

Sonderheft

Viele weiterführende Informationen finden Sie im test Spezial „Sprachen lernen. Englisch & Spanisch. Die besten Kurse“. Das Heft hilft bei der Entscheidung für den richtigen Kurs, gibt Lerntipps und stellt die wichtigsten Fördertöpfe vor, die es für Sprachkurse im In- und Ausland gibt. Es informiert über die Arbeitsmärkte und die Jobchancen in englisch- und spanischsprachigen Ländern und widmet sich auch den interkulturellen Unterschieden. Das Sonderheft hat 94 Seiten und kostet 7,50 Euro.


Interview 1:  Sprachen lernen allgemein
Interview 2:  Sprachkurse
Interview 3:  Sprachreisen

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