Sprach­assistenten – Pro & Contra

Unter den Mitarbeitern im Multimedia-Team der Stiftung Warentest sind Assistenten wie Alexa oder Google Assistant umstritten. Der eine schwört darauf, der andere lässt die Finger davon.

Pro
Marcus Pritsch, Projektleiter für Tests zu Netz- und Sicher­heits­themen, nutzt Amazon Echo.

Kontra
Michael Wolf, Multimedia-Redak­teur, steht den Assistenten skeptisch gegen­über.

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Nutzen Sie selbst smarte Laut­sprecher oder andere Sprach­assistenten?

Wir haben drei smarte Laut­sprecher: in der Küche, im Wohn­zimmer und im Bad. Den ersten habe ich gleich gekauft, als sie heraus­kamen.

Ich habe zuhause drei Wochen einen Amazon Echo und ein Google Home ausprobiert. Das war ganz nett, aber kaufen würde ich mir so etwas nicht.

Wozu setzen Sie die Sprach­boxen vor allem ein, oder warum lassen Sie es bleiben?

Meine Tochter liebt diese Laut­sprecher. Sie hört damit Hörspiele, wünscht sich Kinder­lieder und tanzt dazu. Ich höre damit Radio und Musik-Streaming und schalte das Licht ein und aus. Morgens rufe ich Nach­richten und Wetterbe­richt ab – und zwar dann, wenn ich es will.

Für mich ist das nichts, und zwar aus dem gleichen Grund, warum ich auch nicht bei Face­book, Google Mail oder Whats­App bin: aus Daten­spar­samkeit. Ich möchte die Einblicke beschränken, die ich solchen Firmen in mein Leben gebe. Meine Privatsphäre ist mir wichtiger als der Komfortgewinn.

Wo sehen Sie die größten Vorteile der neuen Technik?

Es ist so viel bequemer, wenn man seine Lampen, seine Musik, seinen Fernseher per Zuruf bedienen kann. Man muss nicht mehr aufstehen und nach der Fernbedienung suchen.

Sprach­steuerung ist an sich eine tolle Sache. Für Sehbehinderte ist sie eine enorme Hilfe. Auch anderen kann es den Alltag erleichtern, wenn man alles Mögliche freihändig steuern kann.

Was sind die größten Risiken?

Das Einrichten von Smart-Home-Geräten kann kompliziert sein. Und alles hängt am Netz­werk. Wenn das mal ausfällt, geht das Licht nicht mehr ohne Weiteres an. Und weil alles übers Internet läuft, wissen die Anbieter genau, wer was wann wie nutzt.

Bisher wird Sprach­steuerung vor allem von Internet­konzernen getrieben, zu deren Geschäfts­modell das Sammeln von Nutzer­daten gehört und die mit europäischen Vorstel­lungen von Daten­schutz eher nicht so viel anfangen können. Das ist ein Problem.

Was raten Sie Lesern, die mit einem smarten Laut­sprecher lieb­äugeln?

Man sollte über­legen, was man damit steuert und was nicht. Ich würde zum Beispiel nicht mein Mail-Konto damit verknüpfen oder einen Assistenten nutzen, um meinen Kalender zu führen.

Jeder sollte sich klarmachen: Wer ­solche Sprach­assistenten nutzt, lädt damit Daten­sammler in sein ­Leben ein. Wie schlimm man das findet, muss jeder für sich entscheiden.

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