Sportreisen

Sportreisen Meldung

14 Reisende wurden 1999 im Tiroler Jamtal von einer Lawine verschüttet. Nur fünf davon konnten gerettet werden.

Veranstalter von Reisen mit Risiko- und Funsportangeboten müssen ihre Reiseleiter vor Ort künftig besser überwachen oder zumindest die Reisenden angemessen vor den Risiken warnen. Das folgt aus einem Urteil des Oberlandesgerichts München (Az. 8 U 2053/01). Geklagt hatte eine Münchnerin, die 1999 das Lawinenunglück im Tiroler Jamtal nur knapp überlebte. Ihr Mann kam damals ums Leben. Das Gericht verurteilte den Summit Club des Deutschen Alpenvereins, der Frau ihren Verdienstausfall und den Reisepreis zu ersetzen. Außerdem muss der Club an sie eine monatliche Rente und Schmerzensgeld zahlen.

Entgegen der Vorinstanz gingen die Oberlandesrichter von einer Mitschuld des Reiseclubs an dem Unglück aus. Es habe Fehler bei der Organisation der Reise gegeben. Die im Katalog als "sicher mit sanften Anstiegen" umworbene Tour sei in Wirklichkeit unsicher gewesen.

Zudem habe der Reiseveranstalter die beauftragten Bergführer unzureichend angeleitet. Deshalb hätten diese mit der Gruppe einen Hang bestiegen, den sie in Anbetracht der hohen Lawinengefahr hätten meiden müssen. Auch seien elementare Regeln wie ein Sicherheitsabstand der Teilnehmer nicht eingehalten worden.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, dem Summit Club steht noch der Weg zum Bundesgerichtshof (BGH) offen. Die Tochter der Klägerin sieht dem gelassen entgegen: "Wir haben keine Angst vor dem BGH. Schließlich haben wir uns gerade auf seine Rechtsprechung erfolgreich berufen."

Dieser Artikel ist hilfreich. 356 Nutzer finden das hilfreich.