Sport­medizi­nische Unter­suchung Zuschuss von der Krankenkasse

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Sport­medizi­nische Unter­suchung - Zuschuss von der Krankenkasse
In Bewegung. Sport hilft, Überge­wicht und Folgekrankheiten wie Diabetes vorzubeugen – in jedem Alter. © Adobe Stock / Halfpoint

Eine sport­medizi­nische Unter­suchung vor einem Trainings­start ist sinn­voll. Viele Krankenkassen bezu­schussen die teuren Checks. So gehen Sie vor.

Lesen Sie auf dieser Seite:

Das Wichtigste in Kürze

So bezahlt die Kasse einen sport­medizi­nischen Check

Leistung.
Derzeit bieten 46 Krankenkassen aus unserem Krankenkassenvergleich Zuschüsse zu einer sport­medizi­nischen Unter­suchung als Extra­leistung an.
Voraus­setzung.
Um die Leistung in Anspruch zu nehmen, müssen Sie in der Regel Vertrags­ärzte Ihrer Krankenkasse aufsuchen, welche die Zusatz­bezeichnung Sport­medizin haben. Ihre Kasse nennt entsprechende Adressen. Sie zahlen die Rechnung zunächst selbst und reichen diese später bei Ihrer Krankenkasse zur Erstattung ein.
Unter­suchung
. Zum sport­medizi­nischen Check gehören eine Anamnese der Kranken­geschichte, Unter­suchungen von Bewegungs- und Stütz­apparat und oft ein Ruhe-Elektrokardiogramm (EKG). Manchmal sind aus ärzt­licher Sicht weitere Unter­suchungen wie Belastungs-EKG, Lungenfunk­tions­prüfung oder Laktat­bestimmung notwendig. Abschließend besprechen Arzt oder Ärztin die Befunde und geben Tipps für das geplante Training.

Sinn­voll für fast jeden Hobby­sportler

Mit Sport kann jeder typischen Zivilisations­krankheiten entgegen­wirken. Nach einer längeren Pause von null auf hundert mit dem Marathon- oder Hanteltraining loszulegen, ist jedoch nicht ratsam. Bei unvorbereitetem Trainings­start drohen etwa Verletzungen und Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen.

Vor einer Änderung der Trainings­routine sind die sport­ärzt­lichen Unter­suchungen empfehlens­wert – für passionierte Hobby­sport­lerinnen genauso wie für Untrainierte und Vorerkrankte. Ziel ist es, gesundheitlichen Sport­risiken vorzubeugen und Tipps für geeignete Sport­arten und den passenden Trainings­umfang zu erarbeiten. Laut Gesell­schaft für Sport­medizin und Prävention (DGSP) liegen die Kosten für die sport­medizi­nischen Unter­suchungen meist zwischen 70 und 200 Euro.

Krankenkassen zahlen Zuschüsse

Viele Krankenkassen unterstützen ihre Versicherten und bezu­schussen sport­medizi­nische Check-ups im Rahmen ihrer Extra­leistungen. Derzeit sind es 46 Krankenkassen – das ist mehr als die Hälfte der Kassen, die bei unserem Krankenkassenvergleich mitmachen. Die Höhe der Zuschüsse liegt zwischen 30 und 750 Euro. Manchmal wird der Zuschuss auch von einem Budget abge­zogen, das für mehrere Extra­leistungen genutzt werden kann. Einige Kassen zahlen den Zuschuss jähr­lich, andere in größerem Abstand.

Das untersucht die Sport­medizinerin

Sport­medizi­nische Unter­suchung - Zuschuss von der Krankenkasse
Hightech für die Fitness. Die VOmax-Messung zeigt, wie hoch die maximale Sauer­stoff­aufnahme bei Belastung ist. © Getty Images / Tashi Delek

Den Fitness-Check führen in der Regel speziell ausgebildete Sport­mediziner und Sport­medizine­rinnen durch. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) umfasst der Check-up folgende Leistungen:

  • Anamnese (Abfragen von Vorerkrankungen)
  • Gesund­heits­unter­suchung
  • EKG in Ruhe und in Belastung
  • Echokardiografie (Herzecho)
  • Blut­werte
  • Lungenfunk­tion/Spirometrie (kleiner Lungenfunk­tions­test)
  • Leistungs­diagnostik
  • Befund­besprechung mit Trainings­empfehlungen

Wichtig: Wie genau der Ablauf des Sport­checks aussieht, hängt vom Gesund­heits­zustand der versicherten Person ab. Außerdem zahlen Krankenkassen nicht immer alle der aufgeführten Tests und Unter­suchungen.

Beispiel TK

Die größte Krankenkasse Deutsch­lands, die TK, gewährt den Zuschuss zu einer sport­medizi­nischen Unter­suchung beispiels­weise alle zwei Jahre mit maximal 120 Euro. Über­nommen werden pro Rechnung 80 Prozent der Gesamt­kosten. Zur Basis­unter­suchung gehören bei der TK eine Anamnese der Kranken­geschichte und Unter­suchungen der Brust- und Bauch­organe sowie des Stütz- und Bewegungs­apparates. Auch ein Ruhe-Elektrokardiogramm (EKG), mit dem sich zahlreiche Herz­erkrankungen fest­stellen lassen, wird im Rahmen des Sport­checks bezu­schusst. Zum Abschluss besprechen Ärztin oder Arzt die Befunde und geben Tipps für das geplante Training.

Sind aus ärzt­licher Sicht zusätzliche Unter­suchungen notwendig, zahlt die TK auch für einen erweiterten Check-up mit Belastungs-EKG, einer Lungenfunk­tions­prüfung und einer Laktat­bestimmung. Der Laktat­gehalt des Blutes gibt Ärzten Aufschlüsse über den Trainings­grad ihrer Patientinnen und Patienten.

Voraus­setzungen für den Zuschuss

Laut ihren Satzungen knüpfen die Kassen ihre Zuschüsse zum sport­medizi­nischen Check meist an bestimmte Voraus­setzungen. So müssen bei den Versicherten manchmal individuelle Risiko­faktoren wie Rauchen oder Überge­wicht vorliegen. Wenn neben einer ersten Unter­suchung noch eine erweiterte Trainings­diagnostik notwendig ist, muss diese häufig ärzt­lich begründet werden. Eine Notwendig­keit für weitere Unter­suchungen kann etwa vorliegen, wenn Patienten Vorerkrankungen des Bewegungs­apparats oder Blut­hoch­druck haben.

Nur bei Sport­medizinern der Kasse

Wer den Zuschuss von seiner Kasse zur sport­medizi­nische Unter­suchung möchte, muss grund­sätzlich einen Vertrags­arzt der Kasse mit der Zusatz­bezeichnung „Sport­medizin“ aufsuchen. Die meisten Krankenkassen stellen im Internet oder auf Anfrage eine Liste mit entsprechenden Sport­medizinern zur Verfügung. Die Bezeichnung Sport­mediziner erhalten meist Fach­ärzte der unmittel­baren Patienten­versorgung, die dafür unter anderem an speziellen Fort­bildungen teilnehmen, zeitweilig bei Sport­ver­einen tätig werden und eine Prüfung vor der jeweiligen Landes­ärztekammer ablegen müssen.

Es kann auch ratsam sein, vorab mit den Medizinern zu klären, in welchem Umfang die Unter­suchung durch­geführt werden kann, denn nicht jeder Sport­mediziner bietet in seiner Praxis die gesamte Palette sport­medizi­nischer Diagnostik und Therapie. So kann etwa nicht jeder Belastungs-EKG durch­führen.

Kassen­wechsel wegen Sport-Check-up

Bietet die eigene Krankenkasse keinen Zuschuss zu einer sport­medizi­nischen Unter­suchung, können Versicherte zu einer anderen gesetzlichen Kasse wechseln. Ein Kassenwechsel lohnt jedoch nur, wenn jemand mit seiner Kasse unzufrieden ist oder nach güns­tigeren Beitrags­sätzen und weiteren Extras sucht.

Wer Aufschluss über seine allgemeine Fitness bekommen möchte und von seiner Kasse nichts zur sport­medizi­nischen Unter­suchung dazu­bekommt, kann alle drei Jahre den Gesundheits-Check-up bei Haus­arzt oder Haus­ärztin als reguläre Kassen­leistung nutzen. Das gilt für alle ab 35 Jahren. Ab 18 Jahren ist ein einmaliger Check möglich. Bei dieser Vorsorgeuntersuchung prüft die Ärztin die Kranken­geschichte des Patienten und untersucht auch Blut- und Urin des Versicherten. Im Anschluss gibt sie Empfehlungen für einen gesunden Lebens­alltag.

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