Sport­kopf­hörer Test

Musik moti­viert. Aber nur wenn der richtige Kopf­hörer das Rennen macht.

Die Spezial­kopf­hörer sollen nicht nur toll klingen, sondern vor allem sicher im Ohr sitzen. Nur fünf Modelle sind in beiden Disziplinen gut in Form.

Sie schmiegen sich in die Ohrmuschel, hängen an den Lauschern oder sitzen einem im Nacken: Sport­kopf­hörer lassen sich vielfältig am und im Ohr befestigen – Haupt­sache, sie halten. Die kleinen Knöpfe dürfen selbst bei wilden Bewegungen nicht heraus­fallen, weder beim Joggen im Grünen noch beim Trainieren im Fitness­studio. Gut klingen sollen sie auch. Dann moti­viert Musik zu Höchst­leistungen.

Der Spagat zwischen Klang und Komfort gelingt nicht vielen. Unsere Tester haben mit 17 Sport­kopf­hörern trainiert – fast alles In-Ohr-Kopf­hörer, deren kleine Polster direkt in den Gehörgang gesteckt werden. Sieben Modelle erzielen ein gutes Qualitäts­urteil, fünf von ihnen sind doppelt gut in Form: Ton und Trage­komfort stimmen bei Bose, JBL Reflect Mini, Senn­heiser CX 686G, Beats by Dr. Dre Power­beats2 und Plantronics.

Bose sitzt toll und klingt gut

Wir haben kabel­gebundene Sport­kopf­hörer und Bluetooth-Modelle geprüft, die sich per Kurz­stre­cken­funk mit dem Abspielgerät verbinden. Testsieger bei den kabel­gebundenen Kopf­hörern ist Bose Sound­sport für Apple. Er hat den besten Trage­komfort. Beim Sport sowie im Alltag sitzt der Bose sehr gut. Den Pokal bei den Bluetooth-Modellen holt sich Beats by Dr. Dre Power­beats2. Beide klingen gut.

Ohrs­töpsel individuell anpassen

Den passenden Kopf­hörer zu finden, ist nicht leicht. Der Grund: Jedes Ohr ist anders. Ohrmuschel und Gehörgang können jeweils klein, mittel oder groß sein. Für den optimalen Sitz des Kopf­hörers im Gehörgang legen viele Anbieter wechsel­bare Ohrpolster in verschiedenen Größen bei. Üppige sechs Varianten spendiert JVC, nur eine gibt es bei Plantronics.

Die zusätzlich beigelegten Ohrpolster sehen auf den ersten Blick wie Ersatz­polster aus. Nutzer lassen sie oft außer Acht, weil ihnen nicht klar ist, dass es sich um Polster in verschiedenen Größen handelt.

Tipp: Öffnen Sie die Packung nach dem Kauf und probieren Sie die Ohrpolster an Ihrem Kopf­hörer aus. Tragen Sie sie für etwa eine halbe Stunde. Polster, die anfangs gut sitzen, können nach einiger Zeit drücken oder sich lockern. Probieren Sie auch unterschiedliche Größen am linken und rechten Ohr – Ihre Gehörgänge müssen nicht dieselbe Größe haben. 

Neun eignen sich für die meisten

Nicht alle Kopf­hörer im Test empfehlen sich für jeden Träger. Wir haben die „Eignung für unterschiedliche Nutzer“ geprüft (Test­ergeb­nisse Sportkopfhörer, siehe „Trage­komfort und Hand­habung“). Die zwei Sieger schneiden da sehr gut ab. Sie passen Personen mit verschieden großen oder geformten Gehörgängen und Ohrmuscheln am ehesten. Sieben weitere Modelle taugen gut.

Es ist wichtig, vor dem Kauf zu wissen, ob man ein spezieller Ohrtyp ist. Wie sich das heraus­finden lässt, finden Sie im Unter­artikel Welcher Ohrtyp sind Sie? Manchmal hilft bei kleinen Ohren ein Frauenmodell. Yurbuds etwa bietet das an. Bauähnliche Kopf­hörer zu den getesteten Geräten haben wir uns übrigens auch angesehen (Tabelle Bauähnliche Modelle der geprüften Sportkopfhörer).

Sie klingen meist passabel

Die Klangqualität leidet unter schlecht sitzenden Kopf­hörern. Dichten die Ohrs­töpsel den Gehörgang nicht gut ab, verpuffen Bässe ungehört. Senn­heiser CX liefert den besten Ton. Gut klingen auch Bose, JBL Reflect Mini, Beats by Dr. Dre Power­beats2 und Plantronics. Die meisten Geräte sind passabel – für die Sport­bespaßung reichts. Nur Yurbuds Leap und Monster iSport Bluetooth schwächeln mit dünnem Klang.

Mehr Freiheit mit Bluetooth

Sport­kopf­hörer Test

Training ohne Strippe. Bluetooth-Kopf­hörer ohne Verbindungs­kabel zum Musikspieler sind für viele Sport­arten praktisch.

Kabelsalat ade heißt es mit den Bluetooth-Kopf­hörern. Sie kommen ohne das lästige Verbindungs­kabel zum Abspielgerät aus – die Strippe kann nicht mehr verheddern oder am Sport­gerät hängen bleiben. Das bedeutet mehr Bewegungs­freiheit. Per Funk verbinden sich die Kopf­hörer mit dem Smartphone. Das Koppeln klappt bei allen recht reibungs­los, Verbindungs­abbrüche sind kein Thema, die Reich­weite reicht.

Frei­sprech­funk­tion zum Telefonieren

Ganz ohne Strippe kommen die Bluetooth-Kopf­hörer im Test aber auch nicht aus. Ein kurzes Kabel verbindet den linken und rechten Ohrs­töpsel. Das stört kaum. An ihm hängt meist eine kleine Fernbedienung, die mit einem Mikrofon sowie Tasten für die Laut­stärke und die Rufannahme von Telefon­gesprächen ausgestattet ist. Alle Kopf­hörer im Test außer der von Sony haben eine Frei­sprech­funk­tion zum Telefonieren. Übrigens: Bluetooth-Kopf­hörer arbeiten mit jedem Smartphone zusammen. Bei einigen kabel­gebundenen Geräten müssen Käufer darauf achten, dass sie den richtigen Kopf­hörer für ihr Handy­betriebs­system erstehen. Bose und Senn­heiser PMX etwa gibt es für Android- oder iOS-Smartphones.

Leerer Akku – keine Musik

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Viel Auswahl. Das varia­tions­reichste Zubehör spendiert Philips seinem Bluetooth-Kopf­hörer. Dennoch eignet er sich nicht für jeden.

Anders als die kabel­gebundenen können die Bluetooth-Kopf­hörer keinen Strom vom Abspieler zapfen. Sie versorgen sich selbst und haben kleine Akkus an Bord, die fest im Ohrhörer verbaut sind. Der Ohrhörer ist dadurch zum Teil größer. Die Anbieter lösen das auf unterschiedliche Weise: Bei Beats by Dr. Dre und Jabra ist der Ohrhörer läng­lich, bei Yurbuds Leap Wireless rund und klobig. Philips integriert den Akku im Verbindungs­kabel.

Am längsten hält der Akku von JBL Under Armour mit mehr als zehn Stunden. Monster iSport Bluetooth macht nach etwas über vier Stunden schlapp. Manche Modelle weisen einige Zeit vorher auf das Abschalten hin. Ist der Akku leer, geht nichts mehr. Kein Gerät hat ein „Notfall­kabel“ zur Anbindung an den Abspieler. Nützlich kann ein mobiler Zusatzakku (test 6/2016) sein, denn die Kopf­hörer lassen sich per USB-Kabel aufladen.

Abschirmen ist gefähr­lich

Fast die Hälfte der Kopf­hörer schirmt ihren Nutzer deutlich von Außen­geräuschen ab. Im Fitness­studio ist das angenehm, im Straßenverkehr kann es für Fußgänger heikel sein. Wer beim Joggen auf dem Weg in den Park Straßen über­quert, sollte mindestens auf einen der beiden Ohrs­töpsel verzichten. Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrs­sicher­heits­rat warnt vor der unterschätzten Gefahr: „Wir raten dazu, sich nicht vor wichtigen akustischen Signalen wie der klingelnden Straßenbahn und dem hupenden Auto abzu­schotten. Musik oder ein Hörbuch lenken stark ab und erhöhen das Risiko für einen Unfall.“ JVC will das Problem mit einem zusätzlichen Paar Ohrpolster mindern. Das hat Kerben, die Außen­geräusche ans Ohr lassen sollen – im Vergleich mit den geschlossenen JVC-Pols­tern bringt das aber nicht viel.

Wenn Kabel schaben

Stör­geräusche sind nervig. Sony, Monster iSport Strive und die Bluetooth-Geräte von Jabra und Philips können so laut sein, dass sie den Neben­mann plagen. Im Fitness­studio mag das uner­wünscht sein. Sonst spielt es beim Sport keine große Rolle.

Viel mehr stören Sportler die eigenen Bewegungs­geräusche, wenn das Kabel oder die Kopf­hörer am Körper schaben. Unüber­hörbar sind sie bei JBL Reflect Mini, Beats by Dr. Dre Tour2 und Monster iSport Bluetooth. Zu viel Tuchfühlung muss nicht sein.

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